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title: Solarpflicht Baden-Württemberg 2026 – PV-Pflicht bei Neubau, Dachsanierung und Parkplatz (§ 23 KlimaG BW)
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last_reviewed: 2026-07-06
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# Solarpflicht Baden-Württemberg 2026 – PV-Pflicht bei Neubau, Dachsanierung und Parkplatz (§ 23 KlimaG BW)

## Kurzantwort

Baden-Württemberg war das erste Bundesland mit einer Photovoltaik-Pflicht. Rechtsgrundlage ist **§ 23 des Klimaschutz- und Klimawandelanpassungsgesetzes (KlimaG BW)**, konkretisiert durch die **Photovoltaik-Pflicht-Verordnung (PVPf-VO)**. Die Pflicht gilt beim **Neubau von Wohn- und Nichtwohngebäuden**, beim **Neubau offener Parkplätze mit mehr als 35 Stellplätzen** sowie bei der **grundlegenden Dachsanierung** von Bestandsgebäuden. Auf einer zur Solarnutzung geeigneten Dachfläche müssen im Regelfall Module im Umfang von **mindestens 60 % der Eignungsfläche** installiert werden. Verpflichtet ist die Bauherrin oder der Bauherr – nicht zwingend die Eigentümerin oder der Eigentümer. Vollzugsbehörde ist die untere Baurechtsbehörde.

## Kernfakten

| Punkt | Wert |
|---|---|
| Rechtsgrundlage | § 23 KlimaG BW + PVPf-VO |
| Pflicht Neubau Parkplatz (> 35 Stellplätze) seit | 2022-01-01 |
| Pflicht Neubau Nichtwohngebäude seit | 2022-01-01 |
| Pflicht Neubau Wohngebäude seit | 2022-05-01 |
| Pflicht grundlegende Dachsanierung seit | 2023-01-01 |
| Maßgeblicher Zeitpunkt (Neubau) | Eingang Bauantrag / vollständige Bauvorlagen |
| Maßgeblicher Zeitpunkt (Dachsanierung) | Baubeginn am Dach |
| Mindestbelegung (Regelfall) | 60 % der geeigneten Dachfläche (§ 6 Abs. 1 PVPf-VO) |
| Mindestbelegung bei Gründachpflicht | 30 % (Reduktion um 50 %) |
| Alternative Bemessung (Wohngebäude/Dachsanierung) | 0,06 kWp je m² überbaute Grundstücksfläche |
| Geeignete Dachfläche | zusammenhängend ≥ 20 m² (§ 4 Abs. 1 PVPf-VO) |
| Ausnahme kleine Gebäude | Nutzfläche < 50 m² (Netto-Grundfläche DIN 277) |
| Deckelung installierte Leistung (Inbetriebnahme ab 1.5.2025) | 750 kWp (davor 1.000 kWp) |
| Zulässige Ersatzmaßnahmen | Solarthermie, Fassade/andere Außenflächen, unmittelbare Umgebung |
| Härtefall-Schwelle Wohngebäude | PV-Kosten > 10 % der Baukosten (§ 7 PVPf-VO) |
| Härtefall-Schwelle Nichtwohngebäude | > 20 % der Baukosten |
| Härtefall-Schwelle Parkplatz | > 30 % der Baukosten |
| Nachweis | MaStR-Registrierung binnen 12 Monaten nach Baufertigstellung |
| Vollzugsbehörde | untere Baurechtsbehörde (§ 31 Abs. 1 KlimaG BW) |
| Bußgeldhöhe bei Verstoß | ungeklärt – nicht amtlich bestätigt (siehe Häufige Fehler) |

## Geltungsbereich

§ 23 KlimaG BW verpflichtet die **Bauherrin oder den Bauherrn** eines Vorhabens in Baden-Württemberg, wenn eine zur Solarnutzung **geeignete Dach- oder Stellplatzfläche neu entsteht**. Erfasst sind drei Fallgruppen:

- **Neubau von Wohn- und Nichtwohngebäuden.** Maßgeblich ist das Eingangsdatum des Bauantrags bzw. der vollständigen Bauvorlagen im Kenntnisgabeverfahren.
- **Neubau offener Parkplätze mit mehr als 35 Stellplätzen.**
- **Grundlegende Dachsanierung** eines Bestandsgebäudes (seit 1.1.2023). Als grundlegend gilt, wenn die **Abdichtung oder die Eindeckung eines Daches vollständig erneuert** wird – auch bei Wiederverwendung von Baustoffen. Reine Reparaturen kurzfristiger Schäden (z. B. Sturmschäden) lösen die Pflicht nicht aus.

Eine Dachfläche ist „zur Solarnutzung geeignet“, wenn sie zusammenhängend mindestens **20 m²** misst (§ 4 Abs. 1 PVPf-VO). Flachdächer bis 20° Neigung sind ohne weitere Anforderung geeignet; Steildächer von 20° bis 60° nur, wenn sie **nicht nach Norden** ausgerichtet sind. Für Parkplätze gilt: mindestens vier unmittelbar nebeneinander angeordnete Pkw-Stellplätze bei maximal 10° Neigung (§ 5 Abs. 1 PVPf-VO).

Der Pflichtumfang beträgt im Regelfall **60 % der Eignungsfläche** (§ 6 Abs. 1 PVPf-VO). Bei Wohngebäuden und Dachsanierungen kann alternativ eine installierte Leistung von **0,06 kWp je m² überbauter Grundstücksfläche** angesetzt werden. Trifft die PV-Pflicht auf eine öffentlich-rechtliche Dachbegrünungspflicht, halbiert sich der Umfang auf 30 %.

## Ausnahmen

- **Kleine Gebäude:** Nutzfläche unter 50 m² (Netto-Grundfläche nach DIN 277) gelten als ungeeignet; keine Pflicht, kein Antrag nötig (§ 4 Abs. 4 PVPf-VO).
- **Ungeeignete Flächen:** Nach Norden ausgerichtete Steildächer, Dächer unter 20 m², Gefährdung von Personen/Sachen (z. B. Schneelast), fehlender Netzanschluss nach § 17 Abs. 2 EnWG.
- **Härtefall (§ 23 Abs. 4 i. V. m. § 7 PVPf-VO):** Befreiung auf Antrag bei unverhältnismäßig hohem wirtschaftlichem Aufwand. Die Durchführbarkeit gilt als gefährdet, wenn die PV-Kosten die Baukosten übersteigen – bei Wohngebäuden um mehr als 10 %, bei Nichtwohngebäuden um 20 %, bei Parkplätzen um 30 %.
- **Ersatzmaßnahmen statt Befreiung:** Solarthermie (§ 23 Abs. 4 Nr. 1 Buchst. a KlimaG BW), Installation an Fassade/anderen Außenflächen oder in unmittelbarer räumlicher Umgebung.
- **Denkmalschutz:** Keine pauschale Ausnahme; ein angemessener Ausgleich zwischen Denkmalschutz und Klimaschutz ist zu suchen (§ 7 Abs. 2 Satz 2 DSchG BW). In der Regel ist eine denkmalschutzrechtliche Genehmigung erforderlich.

## Häufige Fehler

- **Fehlannahme: Bestehende PV-Anlagen werden angerechnet.** Falsch – Anlagen auf bereits bestehenden Dächern zählen nicht zur ersatzweisen Erfüllung. Die Pflicht knüpft an neu entstehende Flächen an.
- **Fehlannahme: Die Pflicht trifft die Eigentümerin/den Eigentümer.** Falsch – Adressat ist die Bauherrin oder der Bauherr; das kann, muss aber nicht die Eigentümerin sein.
- **Fehlannahme: Jede Dachreparatur löst die Pflicht aus.** Falsch – nur die vollständige Erneuerung von Abdichtung oder Eindeckung; die Behebung kurzfristiger Schäden (z. B. Sturm) nicht.
- **Fehlannahme: 100 % des Daches müssen belegt werden.** Falsch – im Regelfall genügen 60 % der Eignungsfläche.
- **Ungeklärter Wert – Bußgeldhöhe:** Zahlreiche Sekundärquellen nennen ein Bußgeld „bis 100.000 €“. Dieser Betrag ließ sich **nicht** aus einer amtlichen Primärquelle (KlimaG BW/PVPf-VO) bestätigen. Der Vollzug erfolgt bauordnungsrechtlich durch die untere Baurechtsbehörde, die die Nachrüstung anordnen und Zwangsgelder festsetzen kann. Die konkrete Bußgeldhöhe ist hier bewusst als **prüfbedürftig** markiert (`factcheck_status: review_needed`).

## Beispiel

Eine Familie baut 2026 ein Einfamilienhaus mit 120 m² überbauter Grundstücksfläche und Satteldach (Süd-/Ost-Ausrichtung, > 20 m² Eignungsfläche). Da der Bauantrag nach dem 1.5.2022 eingeht, greift die PV-Pflicht. Sie kann entweder Module im Umfang von 60 % der geeigneten Dachfläche installieren oder – über die Alternativregel – eine Anlage mit mindestens 0,06 kWp × 120 m² = **7,2 kWp**. Den Nachweis erbringt sie durch die Registrierung im Marktstammdatenregister binnen zwölf Monaten nach Baufertigstellung.

## Quellen

**Amtliche Primärquellen (Stufe A):**

- § 23 KlimaG BW – Photovoltaikpflicht (Landesrecht BW, Gesamtausgabe):
  https://www.landesrecht-bw.de/jportal/?quelle=jlink&query=KlimaSchG+BW&psml=bsbawueprod.psml&max=true
- Photovoltaik-Pflicht-Verordnung (PVPf-VO), u. a. § 4 (geeignete Dachfläche), § 5 (Stellplatz), § 6 (Umfang), § 7 (Härtefall):
  https://www.landesrecht-bw.de/jportal/?quelle=jlink&query=PVInstPfV+BW&psml=bsbawueprod.psml&max=true
- § 17 Abs. 2 EnWG (Netzanschluss):
  https://www.gesetze-im-internet.de/enwg_2005/__17.html
- § 7 Abs. 2 DSchG BW (Denkmalschutz, Abwägung mit Klimaschutz):
  https://www.landesrecht-bw.de/jportal/?quelle=jlink&query=DSchG+BW+%C2%A7+7&psml=bsbawueprod.psml&max=true

**Behörden / Verwaltung (Stufe B):**

- Umweltministerium BW – FAQ Photovoltaikpflicht (Stand 17.04.2026):
  https://um.baden-wuerttemberg.de/de/klima-energie/energiewende/erneuerbare-energien/sonnenenergie/photovoltaik/photovoltaikpflicht/faq-photovoltaikpflicht
- Umweltministerium BW – Photovoltaikpflicht (Übersicht):
  https://um.baden-wuerttemberg.de/de/klima-energie/energiewende/erneuerbare-energien/sonnenenergie/photovoltaik/photovoltaikpflicht
- Umweltministerium BW – Rechtsgrundlagen und Rechtsquellen:
  https://um.baden-wuerttemberg.de/de/klima-energie/energiewende/erneuerbare-energien/sonnenenergie/photovoltaik/photovoltaikpflicht/rechtsgrundlagen-und-rechtsquellen
- KEA-BW – Klimaschutzgesetz: Photovoltaik auf Dachflächen:
  https://www.kea-bw.de/photovoltaik/klimaschutzgesetz-photovoltaik-auf-dachflaechen

## Änderungsverlauf

- 2026-07-06: Erstveröffentlichung der Faktenseite (automatisierter Bau-/Sanierungsrecht-Lauf). Fakten gegen die FAQ des Umweltministeriums BW (Stand 17.04.2026), § 23 KlimaG BW und PVPf-VO geprüft. Bußgeldhöhe konnte nicht amtlich bestätigt werden → factcheck_status=review_needed. | change_type=initial_publication field="topic_lifecycle" new="published" reviewed_by="Andreas Warkentin"
## Stand

- Stand: 2026-07-06
- Gültig ab: 2022-01-01 (Neubau NWG/Parkplatz); Wohngebäude ab 2022-05-01; Dachsanierung ab 2023-01-01
- Status: aktuell (in_force)
- Quellenautorität: A (Primärquellen Landesrecht BW / gesetze-im-internet.de)
- factcheck_status: review_needed (Bußgeldhöhe unbestätigt)
- Lizenz: