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title: Sonntags- und Feiertagsarbeit – Verbot, Ausnahmen und Zuschläge
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# Sonntags- und Feiertagsarbeit – Verbot, Ausnahmen und Zuschläge

## Kurzantwort

Arbeitnehmer dürfen an Sonn- und gesetzlichen Feiertagen **von 0 bis 24 Uhr grundsätzlich nicht beschäftigt** werden (§ 9 Absatz 1 ArbZG). Ausnahmen gelten nur für die in **§ 10 ArbZG** abschließend aufgezählten Bereiche (z. B. Not- und Rettungsdienste, Krankenhäuser, Gaststätten, Verkehrsbetriebe, Energie- und Wasserversorgung) sowie für behördlich bewilligte Fälle nach § 13 ArbZG. Wer an einem Sonntag arbeitet, muss einen **Ersatzruhetag innerhalb von zwei Wochen** erhalten, bei Feiertagsarbeit innerhalb von **acht Wochen** (§ 11 Absatz 3 ArbZG); zudem müssen **mindestens 15 Sonntage im Jahr** beschäftigungsfrei bleiben (§ 11 Absatz 1 ArbZG). Einen **gesetzlichen Lohnzuschlag** für Sonntags- oder Feiertagsarbeit gibt es nicht – das ArbZG verlangt nur Ersatzruhe; Zuschläge ergeben sich aus Tarif- oder Arbeitsvertrag. § 3b EStG regelt lediglich, bis zu welcher Höhe gezahlte Zuschläge **steuerfrei** bleiben.

## Kernfakten

| Punkt | Wert |
|---|---|
| Rechtsgrundlage | Arbeitszeitgesetz (ArbZG), §§ 9–13, in Kraft seit 1. Juli 1994 [gesetze-im-internet.de, ArbZG] |
| Grundsatz (§ 9 Absatz 1 ArbZG) | Beschäftigungsverbot an Sonn- und gesetzlichen Feiertagen **0 bis 24 Uhr** |
| Ausnahme-Bereiche (§ 10 Absatz 1 ArbZG) | **16 abschließend aufgezählte** Branchen (sofern Arbeit nicht an Werktagen möglich) |
| Bäckereien/Konditoreien (§ 10 Absatz 3 ArbZG) | bis zu **3 Stunden** an Sonn-/Feiertagen |
| Beschäftigungsfreie Sonntage (§ 11 Absatz 1 ArbZG) | mindestens **15 Sonntage im Jahr** |
| Ersatzruhetag nach Sonntagsarbeit (§ 11 Absatz 3 ArbZG) | innerhalb von **2 Wochen** |
| Ersatzruhetag nach Feiertagsarbeit (§ 11 Absatz 3 ArbZG) | innerhalb von **8 Wochen** |
| Verschiebung der Ruhe in Mehrschichtbetrieben (§ 9 Absatz 2 ArbZG) | bis zu **6 Stunden** vor-/zurückverlegbar |
| Behördliche Sonntagsöffnung Handel (§ 13 Absatz 3 Nr. 2a ArbZG) | bis zu **10 Sonn-/Feiertage** im Jahr |
| Gesetzlicher Lohnzuschlag | **Keiner** – ArbZG verlangt nur Ersatzruhe; Zuschlag nur per Tarif-/Arbeitsvertrag |
| Steuerfreier Zuschlag Sonntagsarbeit (§ 3b Absatz 1 Nr. 2 EStG) | bis **50 %** des Grundlohns |
| Steuerfreier Zuschlag Feiertage / 31.12. ab 14 Uhr (§ 3b Absatz 1 Nr. 3 EStG) | bis **125 %** des Grundlohns |
| Steuerfreier Zuschlag 24.12. ab 14 Uhr, 25./26.12., 1. Mai (§ 3b Absatz 1 Nr. 4 EStG) | bis **150 %** des Grundlohns |
| Höchstgrenze Grundlohn für Steuerfreiheit (§ 3b Absatz 2 EStG) | **50 Euro** je Stunde |
| Bußgeldrahmen bei Verstößen (§ 22 Absatz 2 ArbZG) | bis zu **30.000 Euro** |

## Geltungsbereich

Das Verbot der Sonn- und Feiertagsarbeit gilt für **Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer** im Sinne des ArbZG. Maßgeblich für die Frage, welche Tage gesetzliche Feiertage sind, ist das Recht des **Bundeslandes**, in dem die Arbeitsstätte liegt – die Feiertage sind landesrechtlich geregelt und unterscheiden sich (z. B. Fronleichnam oder Reformationstag nur in bestimmten Ländern). Der Grundsatz der Sonn- und Feiertagsruhe ist zudem in **Artikel 140 Grundgesetz in Verbindung mit Artikel 139 der Weimarer Reichsverfassung** verfassungsrechtlich verankert. Für Beschäftigte unter 18 Jahren gilt nicht das ArbZG, sondern das **Jugendarbeitsschutzgesetz (JArbSchG)** mit eigenen, strengeren Regeln.

## Ausnahmen (§ 10 ArbZG)

Sofern die Arbeiten **nicht an Werktagen** vorgenommen werden können, ist eine Beschäftigung an Sonn- und Feiertagen abweichend von § 9 unter anderem zulässig in: Not- und Rettungsdiensten sowie bei der Feuerwehr; zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung sowie für Zwecke der Verteidigung; in Krankenhäusern und anderen Einrichtungen zur Behandlung, Pflege und Betreuung von Personen; in Gaststätten, Beherbergungs- und Haushaltsbetrieben; bei Musik-, Theater- und Filmaufführungen sowie ähnlichen Veranstaltungen; bei kirchlichen, Vereins- und Parteiveranstaltungen; bei Sport, Freizeit-, Erholungseinrichtungen, Fremdenverkehr und Museen; beim Rundfunk und bei der Tages- und Sportpresse; bei Messen, Ausstellungen, Märkten und Volksfesten; in Verkehrsbetrieben und beim Transport leichtverderblicher Waren; in Energie-, Wasser-, Abfall- und Abwasserbetrieben; in Landwirtschaft und Tierhaltung; im Bewachungsgewerbe; bei Reinigung und Instandhaltung von Betriebseinrichtungen einschließlich Datennetzen; zur Verhütung des Verderbens von Naturerzeugnissen; sowie zur Vermeidung erheblicher Schäden an Produktionseinrichtungen. In **Bäckereien und Konditoreien** ist die Herstellung und das Austragen von Back- und Konditorwaren für bis zu **drei Stunden** erlaubt (§ 10 Absatz 3 ArbZG).

## Behördliche Bewilligung (§ 13 ArbZG)

Über die gesetzlichen Ausnahmen hinaus kann die **Aufsichtsbehörde** weitere Sonn- und Feiertagsarbeit bewilligen: im Handelsgewerbe an bis zu **zehn** Sonn- und Feiertagen im Jahr mit besonderem Geschäftsverkehr, an bis zu **fünf** Sonn- und Feiertagen zur Verhütung eines unverhältnismäßigen Schadens sowie an **einem** Sonntag im Jahr zur Durchführung einer gesetzlich vorgeschriebenen Inventur (§ 13 Absatz 3 ArbZG). Bei Arbeiten, die aus chemischen, biologischen, technischen oder physikalischen Gründen einen ununterbrochenen Fortgang erfordern, **soll** die Behörde die Beschäftigung bewilligen (§ 13 Absatz 4 ArbZG); sie **hat** sie zu bewilligen, wenn andernfalls die Konkurrenzfähigkeit gegenüber längeren Betriebszeiten im Ausland unzumutbar beeinträchtigt wäre und dadurch Beschäftigung gesichert werden kann (§ 13 Absatz 5 ArbZG).

## Ausgleich und Ersatzruhetag (§ 11 ArbZG)

Auch wenn Sonntagsarbeit ausnahmsweise erlaubt ist, müssen **mindestens 15 Sonntage im Jahr beschäftigungsfrei** bleiben (§ 11 Absatz 1 ArbZG). Wird an einem Sonntag gearbeitet, ist ein **Ersatzruhetag innerhalb eines Zeitraums von zwei Wochen** zu gewähren; bei Arbeit an einem auf einen Werktag fallenden Feiertag beträgt der Zeitraum **acht Wochen** (§ 11 Absatz 3 ArbZG). Der Ersatzruhetag ist – soweit technische oder arbeitsorganisatorische Gründe nicht entgegenstehen – unmittelbar mit der täglichen Ruhezeit nach § 5 ArbZG (mindestens 11 Stunden) zu verbinden, sodass eine zusammenhängende Ruhephase entsteht (§ 11 Absatz 4 ArbZG).

## Zuschläge: kein gesetzlicher Anspruch, aber Steuerfreiheit (§ 3b EStG)

Das ArbZG ordnet als Ausgleich für Sonn- und Feiertagsarbeit ausschließlich **Ersatzruhetage** an, **keinen Lohnzuschlag**. Ein Anspruch auf einen finanziellen Sonntags- oder Feiertagszuschlag besteht daher nur, wenn er sich aus **Tarifvertrag, Betriebsvereinbarung oder Arbeitsvertrag** ergibt. Werden solche Zuschläge gezahlt, sind sie nach **§ 3b EStG** bis zu bestimmten Sätzen des Grundlohns **steuerfrei**: bis **50 %** für Sonntagsarbeit, bis **125 %** für gesetzliche Feiertage und den 31. Dezember ab 14 Uhr, bis **150 %** für den 24. Dezember ab 14 Uhr, den 25. und 26. Dezember sowie den 1. Mai, und bis **25 %** für Nachtarbeit (40 % für Nachtarbeit von 0 bis 4 Uhr, wenn sie vor 0 Uhr aufgenommen wurde). Maßgeblich ist der laufende Grundlohn, der dabei mit **höchstens 50 Euro je Stunde** angesetzt wird (§ 3b Absatz 2 EStG).

## Häufige Fehler und Missverständnisse

- **„Für Sonntagsarbeit steht mir gesetzlich ein Zuschlag zu."** Falsch – das ArbZG verlangt nur einen Ersatzruhetag. Ein Lohnzuschlag besteht nur kraft Tarif- oder Arbeitsvertrag.
- **„Die Prozentsätze in § 3b EStG sind der Zuschlag, den ich bekomme."** Nein – § 3b EStG legt nur fest, bis zu welcher Höhe ein **vereinbarter** Zuschlag steuerfrei bleibt, nicht, ob und in welcher Höhe er gezahlt wird.
- **„An Sonntagen darf grundsätzlich niemand arbeiten."** Der Grundsatz ist das Verbot, doch § 10 ArbZG lässt für zahlreiche Branchen Ausnahmen zu, sofern die Arbeit nicht an Werktagen erledigt werden kann.
- **„Welche Tage Feiertage sind, ist bundeseinheitlich."** Gesetzliche Feiertage werden durch das **Landesrecht** am Ort der Arbeitsstätte bestimmt und unterscheiden sich je nach Bundesland.

## Beispiel

Eine Pflegekraft im Krankenhaus (zulässige Sonntagsarbeit nach § 10 Absatz 1 Nr. 3 ArbZG) arbeitet an einem Sonntag. Der Arbeitgeber muss ihr **innerhalb von zwei Wochen** einen Ersatzruhetag gewähren (§ 11 Absatz 3 ArbZG), der mit der elfstündigen Ruhezeit zu einer zusammenhängenden Ruhephase verbunden wird. Zahlt der einschlägige Tarifvertrag einen Sonntagszuschlag von 50 % auf einen Grundlohn von 25 Euro je Stunde, bleibt dieser Zuschlag nach § 3b Absatz 1 Nr. 2 EStG in voller Höhe **steuerfrei**, weil sowohl der Satz (50 %) als auch der Grundlohn (unter 50 Euro/Stunde) innerhalb der gesetzlichen Grenzen liegen.



## Quellen

- gesetze-im-internet.de – § 9 ArbZG (Sonn- und Feiertagsruhe): https://www.gesetze-im-internet.de/arbzg/__9.html
- gesetze-im-internet.de – § 10 ArbZG (Sonn- und Feiertagsbeschäftigung): https://www.gesetze-im-internet.de/arbzg/__10.html
- gesetze-im-internet.de – § 11 ArbZG (Ausgleich für Sonn- und Feiertagsbeschäftigung): https://www.gesetze-im-internet.de/arbzg/__11.html
- gesetze-im-internet.de – § 13 ArbZG (Abweichende Regelungen, behördliche Bewilligung): https://www.gesetze-im-internet.de/arbzg/__13.html
- gesetze-im-internet.de – § 3b EStG (Steuerfreiheit von Zuschlägen für Sonntags-, Feiertags- oder Nachtarbeit): https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__3b.html
- BMAS – Regelungen zur Arbeitszeit: https://www.bmas.de/DE/Arbeit/Arbeitsrecht/Arbeitnehmerrechte/Regelungen-zur-Arbeitszeit/regelungen-zur-arbeitszeit.html

## Änderungsverlauf

- 2026-06-03: Erstveröffentlichung der Faktenseite. Werte zu §§ 9–13 ArbZG und § 3b EStG direkt aus dem amtlichen Volltext (gesetze-im-internet.de) übernommen, alle Quellen-URLs auf HTTP 200 getestet, Frontmatter-Felder gesetzt (legal_status, authority_level, wikidata_subjects). | change_type=initial_publication reviewed_by="Andreas Warkentin" field="topic_lifecycle" new="published"
## Stand

- Stand: 2026-06-03
- Gültig ab: 1994-07-01 (Inkrafttreten ArbZG)
- Status: aktuell
- Quellenautorität: A (gesetze-im-internet.de, BMAS)
- Lizenz: CC BY 4.0
