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title: Soziotherapie (§ 37a SGB V) – Anspruch, 120-Stunden-Kontingent, Verordnung und Zuzahlung 2026
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# Soziotherapie (§ 37a SGB V) – Anspruch, 120-Stunden-Kontingent, Verordnung und Zuzahlung 2026

## Kurzantwort

**Soziotherapie** ist eine ambulante Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung für **schwer psychisch kranke Menschen**, die ihre Behandlung nicht selbst organisieren können. Rechtsgrundlage ist **§ 37a SGB V**. Anspruch besteht, wenn Versicherte **wegen schwerer psychischer Erkrankung nicht in der Lage sind, ärztliche oder ärztlich verordnete Leistungen selbständig in Anspruch zu nehmen**, und wenn dadurch **Krankenhausbehandlung vermieden oder verkürzt** wird oder diese **geboten, aber nicht ausführbar** ist (§ 37a Abs. 1 Satz 1 SGB V). Die Leistung besteht aus **Koordination** der verordneten Leistungen sowie **Anleitung und Motivation** zu deren Inanspruchnahme (Satz 2) – nicht aus Psychotherapie und nicht aus Pflege. Der Anspruch umfasst **höchstens 120 Stunden innerhalb von drei Jahren je Krankheitsfall** (Satz 3). Das Nähere regelt die **Soziotherapie-Richtlinie (ST-RL)** des Gemeinsamen Bundesausschusses in der seit dem **26.07.2025** geltenden Fassung. Volljährige zahlen je Kalendertag der Inanspruchnahme eine **Zuzahlung von 10 % der Kosten, mindestens 5 €, höchstens 10 €** (§ 37a Abs. 3 i. V. m. § 61 Satz 1 SGB V).

## Kernfakten

| Punkt | Wert |
|---|---|
| Rechtsgrundlage | § 37a SGB V |
| Untergesetzliche Konkretisierung | Soziotherapie-Richtlinie (ST-RL) des G-BA, § 37a Abs. 2 i. V. m. § 92 Abs. 1 Satz 2 Nr. 6 SGB V |
| Geltende ST-RL-Fassung | Fassung vom 22.01.2015, zuletzt geändert am 15.05.2025 (BAnz AT 25.07.2025 B3), in Kraft seit **26.07.2025** |
| Leistungsinhalt | Koordinierung der verordneten Leistungen sowie Anleitung und Motivation zu deren Inanspruchnahme [§ 37a Abs. 1 Satz 2 SGB V] |
| Anspruchsvoraussetzung 1 | Schwere psychische Erkrankung + Unfähigkeit zur selbständigen Inanspruchnahme von Leistungen |
| Anspruchsvoraussetzung 2 | Krankenhausbehandlung wird vermieden/verkürzt **oder** ist geboten, aber nicht ausführbar |
| Gesamtkontingent | **120 Stunden je Krankheitsfall in höchstens drei Jahren** [§ 37a Abs. 1 Satz 3 SGB V; § 5 Abs. 1 ST-RL] |
| „Krankheitsfall" | Phase der Behandlungsbedürftigkeit von bis zu drei Jahren [§ 5 Abs. 1 Satz 3 ST-RL] |
| Neues Kontingent nach 3 Jahren | Ja – auch bei unveränderter Krankheitsursache [§ 5 Abs. 1 Satz 4 ST-RL] |
| Umfang je Einzelverordnung | Bis maximal **30 Therapieeinheiten** [§ 5 Abs. 2 Satz 3 ST-RL] |
| Dauer einer Therapieeinheit | **60 Minuten** (Einzel), **90 Minuten** in Gruppen [§ 5 Abs. 3, 4 ST-RL] |
| Maximale Gruppengröße | 12 Teilnehmende [§ 5 Abs. 4 Satz 3 ST-RL] |
| Probestunden | Bis zu **5**, max. **zweimal pro Jahr**, ohne vorherige Kassengenehmigung; werden angerechnet [§ 5 Abs. 2 ST-RL] |
| Indikation Regelfall | Schizophrener Formenkreis (F20.0–F20.6, F21, F22, F24, F25) und affektive Störungen mit psychotischen Symptomen (F31.5, F32.3, F33.3) [§ 2 Abs. 4 ST-RL] |
| Schweregrad Regelfall | GAF-Orientierungswert **40**, höchstens **≤ 50** [§ 2 Abs. 3 ST-RL] |
| Indikation Einzelfall | Alle Diagnosen F00–F99 in begründeten Einzelfällen, dann GAF **≤ 40** [§ 2 Abs. 5 ST-RL] |
| Verordnungsbefugte | Fachärzte für Neurologie, Nervenheilkunde, Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Psychiatrie und Psychotherapie, Kinder- und Jugendpsychiatrie; Fachärzte mit Zusatz-Weiterbildung Psychotherapie; Psychologische Psychotherapeuten; Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten; Fachpsychotherapeuten [§ 4 Abs. 2 ST-RL] |
| Zusätzlich verordnungsbefugt | Psychiatrische Institutsambulanzen nach § 118 SGB V [§ 4 Abs. 3 ST-RL] |
| Voraussetzung der Verordnerin/des Verordners | **Genehmigung der Kassenärztlichen Vereinigung** + Erklärung über Kooperation im gemeindepsychiatrischen Verbund [§ 4 Abs. 1, 2 Satz 4 ST-RL] |
| Genehmigung durch die Krankenkasse | Grundsätzlich **jede** Verordnung; Ausnahme: bis zu 5 Stunden nach § 4 Abs. 5, 6 und § 5 Abs. 2 ST-RL [§ 9 Abs. 1 ST-RL] |
| Kostenübernahme vor Genehmigung | Ja, wenn die Verordnung spätestens am **dritten der Ausstellung folgenden Arbeitstag** vorgelegt wird [§ 9 Abs. 3 ST-RL] |
| Verordnung im Entlassmanagement | Krankenhaus darf für bis zu **7 Kalendertage** nach Entlassung verordnen; nicht genutzte Einheiten verfallen [§ 4a ST-RL] |
| Zuzahlung | 10 % der Kosten, **mind. 5 €, höchstens 10 € je Kalendertag** der Inanspruchnahme [§ 37a Abs. 3 i. V. m. § 61 Satz 1 SGB V] |
| Zuzahlungsfrei | Versicherte bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres [§ 37a Abs. 3 SGB V] |
| Belastungsgrenze | 2 % der jährlichen Bruttoeinnahmen, 1 % bei schwerwiegend chronisch Kranken [§ 62 SGB V] |
| Leistungserbringer | Soziotherapeutische Leistungserbringer auf Grundlage von Verträgen nach **§ 132b SGB V** |
| Ort der Leistung | Überwiegend im **sozialen Umfeld** der Patientin oder des Patienten [§ 1 Abs. 5 ST-RL] |
| Abstimmungspflicht | Mindestens **jeden zweiten Monat**, obligat vor und nach den Probestunden und vor jeder Folgeverordnung [§ 8 Abs. 2 ST-RL] |
| Vordrucke | Muster 26 (Verordnung), Muster 27 (soziotherapeutischer Betreuungsplan) |
| Abrechnungsziffern | GOP **30810** (Erstverordnung), GOP **30811** (Folgeverordnung) |

## Was Soziotherapie rechtlich ist – und was nicht

§ 37a Abs. 1 Satz 2 SGB V beschreibt den Leistungsinhalt bewusst eng: Soziotherapie umfasst die **Koordinierung der verordneten Leistungen** sowie **Anleitung und Motivation zu deren Inanspruchnahme**. Sie ist also eine **Brückenleistung** – sie soll den Zugang zur eigentlichen Behandlung herstellen, nicht diese ersetzen.

Die Richtlinie formuliert das Ziel in § 1 Abs. 2 ST-RL: Schwer psychisch Kranke sollen „durch Motivierungsarbeit und strukturierte Trainingsmaßnahmen" psychosoziale Defizite abbauen und in die Lage versetzt werden, die erforderlichen Leistungen zu **akzeptieren und selbständig in Anspruch zu nehmen**. Die Leistung ist damit von vornherein auf ihre eigene Entbehrlichkeit angelegt: § 3 Abs. 2 Buchst. b ST-RL verpflichtet den Leistungserbringer ausdrücklich, die Patientin oder den Patienten „zur Selbständigkeit anzuleiten und sie so von der soziotherapeutischen Betreuung unabhängig zu machen".

Erbracht wird sie typischerweise von **Diplom-Sozialarbeitern, Diplom-Sozialpädagogen oder Fachkrankenpflegern für Psychiatrie**, die einen Vertrag nach **§ 132b SGB V** mit den Krankenkassen haben. Sie findet **überwiegend im sozialen Umfeld** statt (§ 1 Abs. 5 ST-RL), also aufsuchend in der Wohnung, im Stadtteil, bei Behörden und Arztpraxen.

**Abgrenzungen:**

- **Keine Psychotherapie.** Soziotherapie behandelt nicht die psychische Störung selbst. Ambulante Psychotherapie richtet sich nach § 28 Abs. 3 SGB V und der Psychotherapie-Richtlinie.
- **Keine häusliche Krankenpflege.** Für denselben Zeitraum ist Soziotherapie **neben inhaltlich gleichen Leistungen der psychiatrischen häuslichen Krankenpflege ausgeschlossen** (§ 4 Abs. 8 Satz 1 ST-RL). Eine Kombination ist nur zulässig, wenn sich die Leistungen aufgrund ihrer **spezifischen Zielsetzung ergänzen**; Notwendigkeit, Dauer und Abgrenzung sind dann in **beiden** Plänen darzulegen (Sätze 2 und 3).
- **Keine Eingliederungshilfe.** Ambulant betreutes Wohnen ist eine Leistung der Eingliederungshilfe (SGB IX) und wird vom Sozialhilfeträger erbracht, nicht von der Krankenkasse.
- **Keine Betreuung im Rechtssinne.** Die rechtliche Betreuung nach §§ 1814 ff. BGB betrifft die rechtliche Vertretung, nicht die Versorgungskoordination.

## Wer Anspruch hat: Indikation, Fähigkeitsstörung und GAF-Wert

Der Anspruch setzt drei Ebenen voraus, die § 2 ST-RL kumulativ verlangt.

**Erstens die Diagnose.** Als schwere psychische Erkrankungen gelten im Regelfall (§ 2 Abs. 4 Satz 1 ST-RL):

- **Schizophrener Formenkreis:** F20.0–F20.6 (Schizophrenie), F21 (schizotype Störung), F22 (anhaltende wahnhafte Störung), F24 (induzierte wahnhafte Störung), F25 (schizoaffektive Störung).
- **Affektive Störungen mit psychotischen Symptomen:** F31.5, F32.3, F33.3.

**Zweitens die Fähigkeitsstörung.** § 2 Abs. 2 ST-RL nennt vier Beeinträchtigungsmuster, die **alternativ oder kumulativ** vorliegen können: Störungen von Antrieb, Ausdauer und Belastbarkeit einschließlich der Unfähigkeit zu strukturieren; Verhaltensstörungen mit eingeschränkter Kontaktfähigkeit und fehlender Konfliktlösungsfähigkeit; kognitive Einbußen bei Konzentration, Merkfähigkeit, Lernleistung und problemlösendem Denken; sowie ein krankheitsbedingt unzureichender Zugang zur eigenen Symptomatik.

**Drittens der Schweregrad.** Gemessen wird er auf der **GAF-Skala** (Global Assessment of Functioning, DSM-IV-TR). Im Regelfall gilt ein **Orientierungswert von 40**, der Wert darf **50 nicht überschreiten** (§ 2 Abs. 3 ST-RL).

**Erweiterung auf alle F-Diagnosen.** § 2 Abs. 5 ST-RL öffnet die Indikation in **begründeten Einzelfällen** für sämtliche Diagnosen aus **F00 bis F99** – dann allerdings mit dem strengeren Schwellenwert **GAF ≤ 40** und nur, wenn sich nach fachärztlicher Einschätzung eine medizinische Erforderlichkeit insbesondere aus einem dieser Kriterien ergibt: relevante psychiatrische oder somatische **Ko-Morbiditäten**, stark eingeschränkte Fähigkeit zur **Planung und Umsetzung von Alltagsaufgaben**, eingeschränkte Fähigkeit zur **selbständigen Inanspruchnahme und Koordination** von Leistungen oder stark eingeschränkte **Wegefähigkeit**. Diese Verordnungen sind stets genehmigungspflichtig (§ 2 Abs. 5 Satz 4 ST-RL).

**Therapiefähigkeit als Grenze.** § 2 Abs. 6 ST-RL verlangt ein **Mindestmaß an Belastbarkeit, Motivierbarkeit und Kommunikationsfähigkeit** sowie die Fähigkeit, einfache Absprachen einzuhalten. Ist keine langfristige Verminderung der Fähigkeitsstörungen und kein längerfristiges Erreichen der Therapieziele zu erwarten, fehlt die Therapiefähigkeit – dann besteht kein Anspruch.

## Das 120-Stunden-Kontingent und der Drei-Jahres-Zeitraum

§ 37a Abs. 1 Satz 3 SGB V begrenzt den Anspruch auf **höchstens 120 Stunden innerhalb von drei Jahren je Krankheitsfall**. § 5 Abs. 1 ST-RL konkretisiert:

- Ein **Krankheitsfall** ist eine **Phase der Behandlungsbedürftigkeit von bis zu drei Jahren** bei einer der Indikationen des § 2 ST-RL (Satz 3).
- **Nach Ablauf der drei Jahre** kommt erneut Soziotherapie in Betracht – **auch wenn dem Therapiebedarf unverändert dieselbe Krankheitsursache zugrunde liegt** (Satz 4). Der Kontingentzähler beginnt also von vorn.
- Dauer und Frequenz richten sich nach den **individuellen medizinischen Erfordernissen**; ein Automatismus auf Ausschöpfung des Kontingents besteht nicht.

**Portionierung.** Verordnet wird nicht das gesamte Kontingent auf einmal. Jede Verordnung nach § 4 Abs. 1 bis 3 ST-RL darf **maximal 30 Therapieeinheiten** umfassen (§ 5 Abs. 2 Satz 3), und es dürfen nur so viele Einheiten verordnet werden, „wie zur Erreichung des Therapiezieles oder bis zur Feststellung, dass dieses nicht erreichbar sein wird, erforderlich scheinen" (Satz 4).

**Umrechnung Gruppe.** Eine Einheit umfasst **60 Minuten** im Einzelsetting, in gruppentherapeutischen Maßnahmen dagegen **90 Minuten** (§ 5 Abs. 3 Satz 1, Abs. 4 Satz 4 ST-RL). Das **Gesamtkontingent von 120 Zeitstunden** darf dadurch **nicht überschritten** werden (Abs. 4 Satz 5). Gruppen dürfen bis zu **12 Teilnehmende** umfassen.

**Aufteilbarkeit.** Therapieeinheiten können maßnahmenbezogen in kleinere Zeiteinheiten aufgeteilt werden; der Zeitaufwand ist dann in der soziotherapeutischen Dokumentation zu vermerken (§ 5 Abs. 3 Sätze 2, 3 ST-RL).

## Verordnung, Probestunden und Genehmigung

**Verordnungsbefugnis ist genehmigungspflichtig.** Nicht jede Praxis darf Soziotherapie verordnen. Die Befugnis bedarf der **Genehmigung der Kassenärztlichen Vereinigung**, die auf Antrag zu erteilen ist, wenn die Voraussetzungen nachgewiesen sind (§ 4 Abs. 1 ST-RL). Zusätzlich ist eine **Erklärung über die Kooperation in einem gemeindepsychiatrischen Verbund oder vergleichbaren Versorgungsstrukturen** erforderlich (§ 4 Abs. 2 Satz 4 ST-RL).

**Wer verordnen darf** (§ 4 Abs. 2, 3 ST-RL): Fachärztinnen und Fachärzte für **Neurologie**, **Nervenheilkunde**, **Psychosomatische Medizin und Psychotherapie**, **Psychiatrie und Psychotherapie** sowie – in therapeutisch begründeten Fällen in der Übergangsphase vom 18. bis zur Vollendung des 21. Lebensjahres – für **Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie**; Fachärztinnen und Fachärzte **mit Zusatz-Weiterbildung Psychotherapie**; **Psychologische Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten**; **Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten** (Übergangsphase 18–21); sowie die durch das Psychotherapeutengesetz eingeführten Berufsbezeichnungen **Fachpsychotherapeutin/Fachpsychotherapeut für Erwachsene**, **für Kinder und Jugendliche** und **für Neuropsychologische Psychotherapie**. Ebenfalls verordnen dürfen **psychiatrische Institutsambulanzen nach § 118 SGB V** und die dort tätigen Fachärztinnen, Fachärzte und Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten.

**Der Weg über die Hausarztpraxis.** Andere Vertragsärztinnen und -ärzte dürfen **nicht selbst verordnen**, wohl aber zur Indikationsstellung **überweisen** (§ 4 Abs. 4 ST-RL). Weil viele Betroffene genau diese Überweisung nicht selbständig wahrnehmen können, sieht § 4 Abs. 5, 6 ST-RL einen Zwischenschritt vor: Die überweisende Praxis kann per Verordnung einen soziotherapeutischen Leistungserbringer hinzuziehen, der **maximal 5 Therapieeinheiten** dafür einsetzt, die Patientin oder den Patienten zur Wahrnehmung der Überweisung zu **motivieren**. Kommt es danach zur regulären Verordnung, werden diese Einheiten **auf das Gesamtkontingent angerechnet**. Kommt es **nicht** dazu, sind die erbrachten Einheiten **dennoch berechnungsfähig** (§ 4 Abs. 7 ST-RL).

**Probestunden.** Vor der ersten regulären Verordnung können **bis zu 5 Probestunden** verordnet werden, um die Therapiefähigkeit abzuklären und den Betreuungsplan zu erstellen. Sie sind **maximal zweimal pro Jahr** je Versicherten möglich, bedürfen **keiner vorherigen Genehmigung** der Krankenkasse und werden auf die Folgeverordnung angerechnet (§ 5 Abs. 2 Sätze 1, 2 ST-RL; § 9 Abs. 1 Satz 1 ST-RL).

**Genehmigung durch die Krankenkasse.** Mit Ausnahme dieser beiden Fünf-Stunden-Konstellationen bedarf **jede** Verordnung der **vorherigen Genehmigung** der Krankenkasse; vorzulegen ist der soziotherapeutische Betreuungsplan (§ 9 Abs. 1 ST-RL). Werden insgesamt mehr als 5 Stunden verordnet, entfällt die Ausnahme (Satz 4). Die Kasse kann den **Medizinischen Dienst** mit der Prüfung beauftragen (§ 9 Abs. 2 ST-RL). Wird nicht oder nicht vollständig genehmigt, ist die verordnende Person **unverzüglich unter Angabe der Gründe** zu informieren (Satz 3).

**Kostenübernahme in der Schwebezeit.** Damit die Versorgung nicht am Verwaltungsverfahren scheitert, übernimmt die Kasse die Kosten für verordnete und erbrachte Leistungen **bis zur Entscheidung über die Genehmigung**, wenn die Verordnung spätestens am **dritten der Ausstellung folgenden Arbeitstag** vorgelegt wird (§ 9 Abs. 3 ST-RL).

**Betreuungsplan.** Der soziotherapeutische Betreuungsplan (Muster 27) muss nach § 6 Abs. 2 ST-RL enthalten: **Anamnese**, **Diagnose**, aktueller Befund mit Art und Ausprägung der Fähigkeitsstörungen und **Schweregrad gemäß GAF**, plausible Darstellung der **Therapieziele** samt Teilschritten (Nah- und Fernziel), die vorgesehenen **therapeutischen Maßnahmen**, deren **zeitliche Strukturierung** und die **Prognose**.

## Verordnung im Entlassmanagement (§ 4a ST-RL)

Damit die Versorgung unmittelbar nach einer Klinikentlassung nicht abreißt, darf das **Krankenhaus** – Krankenhausärztinnen und -ärzte sowie Krankenhauspsychotherapeutinnen und -psychotherapeuten – im Rahmen des Entlassmanagements Soziotherapie für einen Zeitraum von **bis zu sieben Kalendertagen** nach der Entlassung verordnen (§ 4a Satz 1 ST-RL).

Dabei gilt:

- Der Umfang zuvor getätigter **vertragsärztlicher oder vertragspsychotherapeutischer** Verordnungen ist **nicht zu berücksichtigen** (Satz 2).
- Die **Zusammenführung** aller verordneten Einheiten im Gesamtverordnungszeitraum kann die **Krankenkasse** vornehmen (Satz 3); die weiterbehandelnde Praxis **muss** die Krankenhausverordnungen mit Blick auf das Gesamtkontingent berücksichtigen (Satz 4).
- Einheiten, die **nicht innerhalb von sieben Kalendertagen** in Anspruch genommen wurden, **verfallen** (Satz 6).
- Das Krankenhaus muss die weiterbehandelnde Praxis **rechtzeitig** über die getätigten Verordnungen **informieren** (Satz 7).
- Die Regelung gilt **entsprechend** für die **stationsäquivalente psychiatrische Behandlung** sowie für Einrichtungen der medizinischen Rehabilitation bei Leistungen nach § 40 Abs. 2 und § 41 SGB V (Satz 9).

## Zuzahlung und Belastungsgrenze

**§ 37a Abs. 3 SGB V** verweist für die Zuzahlung auf **§ 61 Satz 1 SGB V**. Versicherte, die das **18. Lebensjahr vollendet** haben, leisten daher **je Kalendertag der Leistungsinanspruchnahme 10 Prozent der Kosten, mindestens 5 Euro und höchstens 10 Euro** – in keinem Fall mehr als die Kosten der Leistung selbst. Gezahlt wird **an die Krankenkasse**.

Der Bezugspunkt ist der **Kalendertag der Inanspruchnahme**, nicht die Therapieeinheit und nicht die Verordnung. Werden an einem Tag mehrere Einheiten erbracht, fällt die Zuzahlung **einmal** an.

**Kinder und Jugendliche bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres** sind zuzahlungsfrei. Für alle anderen gilt die **Belastungsgrenze des § 62 SGB V**: **2 Prozent** der jährlichen Bruttoeinnahmen zum Lebensunterhalt, bei **schwerwiegend chronisch Kranken 1 Prozent**. Da die Indikationen der Soziotherapie regelmäßig auch die Voraussetzungen der Chroniker-Richtlinie erfüllen können, lohnt bei laufender Soziotherapie die frühzeitige Sammlung der Quittungen und der Antrag auf Befreiung.

## Geltungsbereich

- **Persönlich:** Versicherte der **gesetzlichen Krankenversicherung**. Für **privat Versicherte** gilt § 37a SGB V nicht; die Erstattung richtet sich dort nach dem Versicherungsvertrag und den Versicherungsbedingungen.
- **Sachlich:** Ambulante Versorgung schwer psychisch Kranker in der **vertragsärztlichen Versorgung**; die ST-RL gilt ausdrücklich für diesen Bereich (§ 1 Abs. 1 ST-RL), mit der Sonderregelung des § 4a für das Entlassmanagement.
- **Räumlich:** Bundesrepublik Deutschland. Die tatsächliche Verfügbarkeit hängt davon ab, ob am Wohnort ein **Leistungserbringer mit Vertrag nach § 132b SGB V** existiert; sie ist regional sehr unterschiedlich.
- **Zeitlich:** § 37a SGB V gilt seit dem GKV-Gesundheitsreformgesetz 2000. Die maßgebliche **ST-RL** gilt in der Fassung vom 22.01.2015, **zuletzt geändert am 15.05.2025** (BAnz AT 25.07.2025 B3), **in Kraft seit 26.07.2025**.

## Ausnahmen

- **Kein Anspruch ohne Therapiefähigkeit.** Fehlt das Mindestmaß an Belastbarkeit, Motivierbarkeit und Kommunikationsfähigkeit oder ist kein längerfristiges Erreichen der Therapieziele zu erwarten, ist Soziotherapie nicht zu verordnen (§ 2 Abs. 6 ST-RL).
- **Kein Nebeneinander mit inhaltsgleicher psychiatrischer häuslicher Krankenpflege** für denselben Zeitraum (§ 4 Abs. 8 Satz 1 ST-RL); zulässig nur bei sich **ergänzender** Zielsetzung.
- **Abbruchpflicht.** Stellt sich im Verlauf heraus, dass die Patientin oder der Patient nicht geeignet ist oder die Therapieziele nicht erreichen kann, ist die Soziotherapie **abzubrechen**; dasselbe gilt bei **vorzeitigem Erreichen** der Ziele. Die Krankenkasse ist unverzüglich unter Angabe der Gründe zu informieren (§ 6 Abs. 3 ST-RL).
- **Genehmigungsfreie Ausnahme nur bis 5 Stunden.** Werden insgesamt mehr als 5 Stunden verordnet, greift die Genehmigungspflicht auch in den Ausnahmefällen (§ 9 Abs. 1 Satz 4 ST-RL).
- **COVID-19-Sonderregelungen.** § 10 ST-RL erlaubt dem G-BA räumlich begrenzte und zeitlich befristete Ausnahmen (verlängerte Vorlagefrist von 10 statt 3 Tagen, Videoerbringung einzelner Leistungsbestandteile) nur durch **gesonderten Beschluss** bei einem entsprechenden Ausbruchsgeschehen. Ohne einen solchen Beschluss gelten die Regelfristen.

## Beispiel

Ein 34-jähriger Versicherter mit **paranoider Schizophrenie (F20.0)** bricht Arzttermine regelmäßig ab, nimmt seine Medikation unregelmäßig und wurde in den letzten zwei Jahren dreimal stationär aufgenommen. Sein Hausarzt hält Soziotherapie für angezeigt.

- **Schritt 1 – Überweisung.** Der Hausarzt darf **nicht selbst verordnen**. Er überweist zur Indikationsstellung an eine Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie (§ 4 Abs. 4 ST-RL). Weil er weiß, dass der Patient diesen Termin allein kaum wahrnehmen wird, zieht er zusätzlich per Verordnung einen soziotherapeutischen Leistungserbringer hinzu, der **bis zu 5 Einheiten** für die Motivierung einsetzen darf (§ 4 Abs. 5, 6 ST-RL).
- **Schritt 2 – Indikation.** Die Fachärztin stellt einen **GAF-Wert von 38** fest. Damit ist der Orientierungswert von 40 unterschritten, die Regelindikation nach § 2 Abs. 4 ST-RL liegt vor.
- **Schritt 3 – Probestunden.** Sie verordnet zunächst **5 Probestunden** auf Muster 26. Diese bedürfen **keiner vorherigen Genehmigung** und werden später angerechnet (§ 5 Abs. 2, § 9 Abs. 1 ST-RL).
- **Schritt 4 – Betreuungsplan und Verordnung.** Nach den Probestunden erstellen Fachärztin, Leistungserbringer und Patient gemeinsam den Betreuungsplan (Muster 27) mit dem Nahziel „regelmäßige Wahrnehmung der Facharzttermine" und dem Fernziel „selbständige Medikamenteneinnahme". Die Fachärztin verordnet **30 Therapieeinheiten** – das Maximum je Verordnung (§ 5 Abs. 2 Satz 3 ST-RL) – und reicht Verordnung und Plan **innerhalb von drei Arbeitstagen** bei der Kasse ein, damit die Kosten schon vor der Genehmigungsentscheidung getragen werden (§ 9 Abs. 3 ST-RL).
- **Schritt 5 – Kontingent.** Die 5 Probestunden zählen mit. Nach dieser ersten Verordnung sind 35 von **120 Stunden** verbraucht; 85 Stunden bleiben innerhalb des Drei-Jahres-Zeitraums.
- **Schritt 6 – Zuzahlung.** An jedem Kalendertag, an dem Soziotherapie erbracht wird, zahlt der Versicherte **10 % der Kosten, mindestens 5 €, höchstens 10 €** an seine Krankenkasse. Er sammelt die Quittungen für die **Belastungsgrenze** nach § 62 SGB V.
- **Schritt 7 – Verlaufskontrolle.** Fachärztin, Leistungserbringer und Patient stimmen sich **mindestens jeden zweiten Monat** und **vor jeder Folgeverordnung** ab (§ 8 Abs. 2 ST-RL).
- **Wenn es doch zur Klinikaufnahme kommt:** Bei der Entlassung darf das Krankenhaus für **bis zu sieben Kalendertage** selbst Soziotherapie verordnen, ohne das bisherige Kontingent zu berücksichtigen (§ 4a ST-RL). Die weiterbehandelnde Fachärztin muss diese Einheiten aber beim Gesamtkontingent mitzählen.

## Häufige Fehler

- **„Soziotherapie ist eine Form der Psychotherapie."** Nein – sie umfasst nach § 37a Abs. 1 Satz 2 SGB V nur **Koordinierung, Anleitung und Motivation**. Die eigentliche psychotherapeutische Behandlung ist eine andere Leistung (§ 28 Abs. 3 SGB V).
- **„Mein Hausarzt kann mir Soziotherapie verordnen."** In der Regel nicht – verordnen dürfen nur die in **§ 4 Abs. 2, 3 ST-RL** genannten Berufsgruppen **mit Genehmigung der Kassenärztlichen Vereinigung**. Andere Praxen können nur **überweisen** (§ 4 Abs. 4 ST-RL).
- **„Psychotherapeuten dürfen Soziotherapie nicht verordnen."** Falsch – Psychologische Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten sowie die Fachpsychotherapeuten-Berufsgruppen sind in **§ 4 Abs. 2 Buchst. g bis k ST-RL** ausdrücklich aufgeführt.
- **„Ich bekomme die 120 Stunden am Stück verordnet."** Nein – je Verordnung sind **maximal 30 Therapieeinheiten** zulässig, und es darf nur so viel verordnet werden, wie zur Zielerreichung erforderlich erscheint (§ 5 Abs. 2 Sätze 3, 4 ST-RL).
- **„Nach 120 Stunden ist endgültig Schluss."** Falsch – nach Ablauf des Drei-Jahres-Zeitraums kommt **erneut** Soziotherapie in Betracht, **auch bei derselben Krankheitsursache** (§ 5 Abs. 1 Satz 4 ST-RL).
- **„Gruppenstunden verbrauchen weniger vom Kontingent."** Nein – eine Gruppeneinheit dauert **90 Minuten**, und das Gesamtkontingent von **120 Zeitstunden** darf dadurch nicht überschritten werden (§ 5 Abs. 4 Sätze 4, 5 ST-RL).
- **„Probestunden muss die Kasse erst genehmigen."** Nein – die bis zu 5 Probestunden nach § 5 Abs. 2 ST-RL sind von der Genehmigungspflicht **ausgenommen** (§ 9 Abs. 1 Satz 1 ST-RL). Sie werden aber angerechnet, und ab insgesamt mehr als 5 Stunden greift die Genehmigungspflicht (Satz 4).
- **„Bis die Kasse genehmigt hat, zahle ich selbst."** Nicht, wenn die Verordnung **spätestens am dritten der Ausstellung folgenden Arbeitstag** bei der Kasse vorliegt – dann übernimmt sie die Kosten bereits bis zur Entscheidung (§ 9 Abs. 3 ST-RL).
- **„Nur mit Schizophrenie-Diagnose gibt es Soziotherapie."** Zu eng – § 2 Abs. 5 ST-RL öffnet die Indikation in begründeten Einzelfällen für **alle Diagnosen von F00 bis F99**, dann allerdings mit **GAF ≤ 40** und zusätzlichen Kriterien.
- **„Der GAF-Wert muss unter 40 liegen."** Nicht im Regelfall – dort ist 40 nur der **Orientierungswert**, zulässig ist bis **≤ 50** (§ 2 Abs. 3 ST-RL). Der strengere Wert **≤ 40** gilt für die Einzelfall-Erweiterung nach Abs. 5.
- **„Die Zuzahlung fällt je Therapieeinheit an."** Nein – sie fällt **je Kalendertag der Leistungsinanspruchnahme** an (§ 37a Abs. 3 SGB V).
- **„Soziotherapie und psychiatrische häusliche Krankenpflege gehen immer zusammen."** Nur eingeschränkt – für denselben Zeitraum sind **inhaltlich gleiche** Leistungen ausgeschlossen; eine Kombination ist nur bei sich **ergänzender** Zielsetzung und mit Darlegung in beiden Plänen zulässig (§ 4 Abs. 8 ST-RL).
- **„Vom Krankenhaus verordnete Einheiten kann ich später noch abrufen."** Nein – Einheiten aus einer Entlassmanagement-Verordnung, die **nicht innerhalb von sieben Kalendertagen** in Anspruch genommen wurden, **verfallen** (§ 4a Satz 6 ST-RL).
- **„Soziotherapie ist dasselbe wie ambulant betreutes Wohnen."** Nein – ambulant betreutes Wohnen ist **Eingliederungshilfe** nach dem SGB IX und wird nicht von der Krankenkasse getragen.

## Quellen

- § 37a SGB V – Soziotherapie (gesetze-im-internet.de): https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__37a.html
- § 37a SGB V – Volltext und Rechtsprechungsnachweise (dejure.org): https://dejure.org/gesetze/SGB_V/37a.html
- § 37a SGB V – Fassungsvergleich und Synopse (buzer.de): https://www.buzer.de/37a_SGB_V.htm
- § 61 SGB V – Zuzahlungen (gesetze-im-internet.de): https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__61.html
- § 61 SGB V – Zuzahlungen (dejure.org): https://dejure.org/gesetze/SGB_V/61.html
- § 62 SGB V – Belastungsgrenze (gesetze-im-internet.de): https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__62.html
- § 92 SGB V – Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses (dejure.org): https://dejure.org/gesetze/SGB_V/92.html
- § 118 SGB V – Psychiatrische Institutsambulanzen (dejure.org): https://dejure.org/gesetze/SGB_V/118.html
- § 132b SGB V – Versorgung mit Soziotherapie (dejure.org): https://dejure.org/gesetze/SGB_V/132b.html
- § 37 SGB V – Häusliche Krankenpflege (gesetze-im-internet.de): https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__37.html
- G-BA – Soziotherapie-Richtlinie (ST-RL), Richtlinienseite mit Inkrafttretensdaten: https://www.g-ba.de/richtlinien/24/
- G-BA – Soziotherapie-Richtlinie, Volltext der Fassung vom 15.05.2025, in Kraft seit 26.07.2025 (PDF): https://www.g-ba.de/downloads/62-492-3861/ST-RL_2025-05-15_iK-2025-07-26.pdf
- G-BA – Beschluss vom 15.05.2025: Soziotherapie-Richtlinie, Anpassungen infolge des Psychotherapeutengesetzes: https://www.g-ba.de/beschluesse/7231/
- G-BA – Historie der Soziotherapie-Richtlinie: https://www.g-ba.de/richtlinien/24/historie/
- G-BA – Themenseite Soziotherapie: https://www.g-ba.de/themen/veranlasste-leistungen/soziotherapie/
- G-BA – Routinedaten-Auswertung zur Evaluation der Neuerungen in der Soziotherapie-Richtlinie, Evaluationsbericht vom 23.09.2020 (PDF): https://www.g-ba.de/downloads/40-268-7310/2015-01-22_ST-RL_Neufassung_Evaluationsbericht.pdf
- KBV – Themenseite Soziotherapie (Muster 26/27, Verordnungsbefugnis, GAF-Skala, Abrechnung): https://www.kbv.de/praxis/verordnungen/soziotherapie
- KBV – PraxisWissen Soziotherapie (PDF): https://www.kbv.de/documents/infothek/publikationen/praxiswissen/praxiswissen-soziotherapie.pdf
- KBV – Erläuterungen zur Vordruckvereinbarung, Anlage 2 BMV-Ä (PDF): https://www.kbv.de/documents/infothek/rechtsquellen/bundesmantelvertrag/anlage-02-vordruckvereinbarung/02_Erlaeuterungen.pdf
- BSG, Urteil vom 20.04.2010 – B 1/3 KR 21/08 R (Soziotherapie, Dreijahreszeitraum, Leistungsgrenze): https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BSG&Datum=20.04.2010&Aktenzeichen=B%201/3%20KR%2021/08%20R
- LSG Baden-Württemberg, Urteil vom 16.09.2008 – L 11 KR 1171/08 (Anspruch je Krankheitsfall im Dreijahreszeitraum): https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=LSG%20Baden-W%C3%BCrttemberg&Datum=16.09.2008&Aktenzeichen=L%2011%20KR%201171/08
- BSG, Urteil vom 29.06.2022 – B 6 KA 3/21 R (psychiatrische Institutsambulanz, Erreichbarkeit): https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BSG&Datum=29.06.2022&Aktenzeichen=B%206%20KA%203/21%20R
- Nexvyra – Ambulante Psychotherapie (§ 28 Abs. 3 SGB V): https://nexvyra.de/fakten/psychotherapie-ambulant-28-sgb-v.md
- Nexvyra – Häusliche Krankenpflege (§ 37 SGB V): https://nexvyra.de/fakten/haeusliche-krankenpflege-37-sgb-v.md
- Nexvyra – Zuzahlungen in der GKV (§ 61 SGB V): https://nexvyra.de/fakten/zuzahlungen-61-sgb-v.md
- Nexvyra – Zuzahlungsbefreiung und Härtefallregelung (§ 62 SGB V): https://nexvyra.de/fakten/zuzahlung-haertefall-62-sgb-v.md
- Nexvyra – Krankenhausbehandlung und Entlassmanagement (§ 39 SGB V): https://nexvyra.de/fakten/krankenhausbehandlung-39-sgb-v.md
- Nexvyra – Rechtliche Betreuung (§ 1814 BGB): https://nexvyra.de/fakten/rechtliche-betreuung-1814-bgb.md

## Änderungsverlauf

- 2026-09-01: Erstveröffentlichung. Der **Volltext des § 37a SGB V** wurde über dejure.org im Wortlaut ausgewertet; verifiziert wurden die Anspruchsvoraussetzungen (Abs. 1 Satz 1), der Leistungsinhalt „Koordinierung, Anleitung und Motivation" (Satz 2), die Grenze von **120 Stunden innerhalb von drei Jahren je Krankheitsfall** (Satz 3), der Richtlinienauftrag an den G-BA mit den fünf Regelungsgegenständen (Abs. 2 Nr. 1–5) und die Zuzahlungsverweisung auf § 61 Satz 1 SGB V ab Vollendung des 18. Lebensjahres (Abs. 3). Die **Soziotherapie-Richtlinie (ST-RL)** wurde im Volltext der geltenden Fassung ausgewertet (Fassung vom 22.01.2015, zuletzt geändert am 15.05.2025, BAnz AT 25.07.2025 B3, **in Kraft seit 26.07.2025**, Quelle: g-ba.de). Im Einzelnen verifiziert: Ziele und Grundlagen (§ 1), Indikationskatalog F20.0–F20.6/F21/F22/F24/F25 sowie F31.5/F32.3/F33.3, GAF-Orientierungswert 40 (höchstens ≤ 50), Einzelfall-Erweiterung auf F00–F99 mit GAF ≤ 40 und Therapiefähigkeit (§ 2), Leistungsinhalt mit obligatorischen und fakultativen Bestandteilen (§ 3), Verordnungsbefugnis samt KV-Genehmigung, Berufsgruppenkatalog Buchst. a–k, Institutsambulanzen, Überweisungsweg und 5 Motivationseinheiten (§ 4), Entlassmanagement-Verordnung über sieben Kalendertage mit Verfallsregel (§ 4a), Leistungsumfang mit 30-Einheiten-Grenze je Verordnung, 60-/90-Minuten-Einheiten, Gruppengröße 12 und Probestunden (§ 5), Inhalt des Betreuungsplans und Abbruchpflicht (§ 6), Zusammenarbeit mit dem Krankenhaus (§ 7), zweimonatige Abstimmung (§ 8), Genehmigungsverfahren und Drei-Arbeitstage-Regel (§ 9) sowie die beschlussabhängigen COVID-19-Sonderregelungen (§ 10). Die Aufnahme der Berufsbezeichnungen **Fachpsychotherapeutin/Fachpsychotherapeut** beruht auf dem G-BA-Beschluss vom 15.05.2025 („Anpassungen infolge des Psychotherapeutengesetzes"). Praxisangaben zu **Muster 26/27** und zu den Abrechnungsziffern **GOP 30810/30811** stammen von der KBV-Themenseite (Autoritätsstufe B). Zuzahlungshöhe und Belastungsgrenze wurden gegen die bestehende Nexvyra-Themenseite zu § 61 SGB V abgeglichen. factcheck_status=review_needed, Begründung unten unter „Stand". | change_type=initial_publication field="topic_lifecycle" new="published" reviewed_by="Nexvyra Gesundheitsrecht-Agent"

## Stand

- Stand: 2026-09-01
- Gültig ab: 2025-07-26 (Soziotherapie-Richtlinie i. d. F. des Beschlusses vom 15.05.2025, BAnz AT 25.07.2025 B3)
- Status: aktuell
- Quellenautorität: A (SGB V, Soziotherapie-Richtlinie des G-BA, BSG/LSG); ergänzend B (KBV) für Vordrucke, Abrechnung und Praxishinweise
- Offener Prüfpunkt 1: **Bewertung der Gebührenordnungspositionen.** Die KBV-Themenseite nennt für **GOP 30810** und **GOP 30811** jeweils **168 Punkte**. Diese Bewertung wurde hier bewusst **nicht** in die Kernfakten übernommen, weil der Punktwert des EBM quartalsweise durch den Bewertungsausschuss angepasst wird und ein Abgleich gegen den **Online-EBM mit Stand 2026** nicht möglich war. Beim nächsten Freshness-Lauf ist der aktuelle Stand aus dem Online-EBM zu ziehen.
- Offener Prüfpunkt 2: **Altersgrenze des Anspruchs.** Die KBV-Themenseite formuliert, Anspruch hätten „Versicherte **ab 18 Jahren**". Weder **§ 37a SGB V** noch die **ST-RL** enthalten eine solche Altersgrenze im Wortlaut; die Zahl 18 knüpft dort ausschließlich an die **Zuzahlungspflicht** (§ 37a Abs. 3 SGB V) an, und § 4 Abs. 2 Buchst. e, h, j ST-RL regelt gerade die Übergangsphase vom 18. bis zum 21. Lebensjahr. Diese Seite gibt deshalb **keine** Altersgrenze für den Anspruch als solchen an. Der Punkt ist gegen eine amtliche Auslegungshilfe (z. B. GKV-Spitzenverband) gegenzuprüfen.
- Offener Prüfpunkt 3: **Wortlaut des § 132b SGB V.** Die Aussage, dass soziotherapeutische Leistungserbringer auf Grundlage von Verträgen nach § 132b SGB V tätig werden, stützt sich auf die Verweisung in § 6 Abs. 1 Satz 1 und § 9 Abs. 3 ST-RL sowie auf das Querverweisregister zu § 37a SGB V. Der **Volltext des § 132b SGB V** wurde nicht im Wortlaut gegengelesen; Einzelheiten zu Vergütung und Zulassungsvoraussetzungen der Leistungserbringer werden deshalb **nicht** dargestellt.
- Offener Prüfpunkt 4: **Aktive COVID-19-Ausnahmebeschlüsse.** § 10 ST-RL setzt für die verlängerte Vorlagefrist und die Videoerbringung einen **gesonderten Beschluss** des G-BA nach § 9 Abs. 2a seiner Geschäftsordnung voraus. Ob für 2026 ein solcher Beschluss besteht, wurde nicht geprüft; die Seite stellt deshalb nur die Regelfristen als geltend dar.
- Offener Prüfpunkt 5: **Versorgungsdaten.** Zahlen zur Inanspruchnahme der Soziotherapie (Verordnungsvolumen, Zahl der Leistungserbringer nach § 132b SGB V, regionale Verteilung) wurden **nicht** aufgenommen. Der letzte vorliegende amtliche Evaluationsbericht des G-BA datiert vom **23.09.2020** und ist für Aussagen zum Stand 2026 nicht tragfähig.
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