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title: Sparerpauschbetrag 2026 (§ 20 Abs. 9 EStG) – 1.000 € / 2.000 € und Freistellungsauftrag
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# Sparerpauschbetrag 2026 (§ 20 Abs. 9 EStG) – 1.000 € / 2.000 € und Freistellungsauftrag

## Kurzantwort

Der **Sparerpauschbetrag** ist ein steuerlicher Freibetrag für **Kapitalerträge** nach § 20 EStG (Zinsen, Dividenden, Kursgewinne). Für **2026** beträgt er **1.000 € pro Person**, bei **zusammen veranlagten Ehegatten 2.000 €** (§ 20 Abs. 9 Satz 1 und 2 EStG). Bis zu dieser Grenze fällt **keine Kapitalertragsteuer** an, sofern bei der **Bank ein Freistellungsauftrag** (§ 44a Abs. 2 EStG) eingerichtet ist. Ohne Freistellungsauftrag behält die Bank automatisch 25 % Abgeltungsteuer + Soli + ggf. Kirchensteuer ein — der zu viel gezahlte Betrag kann über die Einkommensteuererklärung (Anlage KAP) **zurückgefordert** werden. Der Sparerpauschbetrag wurde zum **01.01.2023** von 801 € / 1.602 € auf die heutigen Werte angehoben (Jahressteuergesetz 2022).

## Kernfakten

| Punkt | Wert |
|---|---|
| Rechtsgrundlage | § 20 Abs. 9 EStG [gesetze-im-internet.de] |
| Sparerpauschbetrag 2026 (Single) | 1.000 € |
| Sparerpauschbetrag 2026 (Ehegatten zusammen) | 2.000 € [§ 20 Abs. 9 Satz 2 EStG] |
| Vorgängerwert bis 31.12.2022 | 801 € / 1.602 € |
| Anhebung wirksam seit | 01.01.2023 (Jahressteuergesetz 2022) |
| Abgeltungsteuersatz | 25 % [§ 32d Abs. 1 EStG] |
| Soli auf Abgeltungsteuer | 5,5 % der Abgeltungsteuer |
| Kirchensteuer auf Abgeltungsteuer | 8 % oder 9 % der Abgeltungsteuer (je Bundesland) |
| Freistellungsauftrag-Pflicht für Steuerfreiheit | Ja, sonst Einbehalt durch Bank [§ 44a EStG] |
| Aufteilung auf mehrere Banken | Möglich, Gesamtsumme darf 1.000 €/2.000 € nicht überschreiten |
| Mindestlaufzeit Freistellungsauftrag | Mindestens ein Kalenderjahr |
| NV-Bescheinigung | Alternative für Personen ohne ESt-Pflicht [§ 44a Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 EStG] |
| Anwendbar auf | Zinsen, Dividenden, realisierte Kursgewinne, Investmentfonds-Erträge |
| Nicht anwendbar auf | Mieteinnahmen, Gewerbeerträge, Versorgungsleistungen |
| Verlustverrechnung | Über Verlustverrechnungstopf, eigener Sparerpauschbetrag pro Topf |
| Günstigerprüfung | § 32d Abs. 6 EStG – bei niedrigem Steuersatz vorteilhaft |

## Geltungsbereich

Der Sparerpauschbetrag gilt für alle **unbeschränkt steuerpflichtigen** Personen mit **Kapitalerträgen** im Sinne des § 20 EStG. Dazu zählen: Zinsen aus Spar- und Festgeldkonten, Dividenden aus Aktien, Kursgewinne aus Wertpapierverkäufen (Aktien, Anleihen, Fonds, ETFs), Erträge aus Investmentfonds, Stillhalterprämien aus Optionen. **Nicht** erfasst sind: Mieteinnahmen (§ 21 EStG), Einkünfte aus Gewerbebetrieb, freiberufliche Honorare, Renten oder Versorgungsleistungen. Der Freibetrag wird **automatisch** bei der Bank verrechnet, wenn ein Freistellungsauftrag vorliegt. Ohne Freistellungsauftrag fließt die Steuer ab und kann nur per Einkommensteuererklärung über die **Anlage KAP** zurückgeholt werden.

## Freistellungsauftrag — wie er praktisch funktioniert

Der **Freistellungsauftrag** wird bei jeder Bank, jedem Broker und jedem Depot **separat** eingerichtet. Wer Konten bei mehreren Banken hat, sollte den Sparerpauschbetrag entsprechend **aufteilen** — etwa 600 € bei der Hausbank, 400 € beim Online-Broker. Die **Gesamtsumme** aller Freistellungsaufträge darf 1.000 € (Single) bzw. 2.000 € (Ehegatten) **nicht überschreiten**. Die Banken melden gewährte Freistellungen über das **Bundeszentralamt für Steuern** (BZSt) — Überschreitungen werden erkannt und führen zu Nachforderungen.

Praktischer Tipp: Bei sehr unklarer Zinsverteilung auf mehrere Banken empfiehlt sich ein **Online-Tool der eigenen Bank** zur Anpassung der Freistellungsaufträge zum Jahresanfang — viele Direktbanken erlauben das per Klick.

## Günstigerprüfung — Pauschal vs. persönlicher Steuersatz

Bei niedrigem zu versteuerndem Einkommen kann der **persönliche Einkommensteuersatz** unter 25 % liegen. In diesem Fall ist die **Günstigerprüfung** nach § 32d Abs. 6 EStG vorteilhaft: Kapitalerträge werden in die Einkommensteuererklärung einbezogen und mit dem (niedrigeren) persönlichen Steuersatz besteuert. Die einbehaltene Kapitalertragsteuer wird angerechnet. Lohnt sich typischerweise bei: Studierenden, Rentnern mit niedrigen Einkünften, Teilzeitarbeitenden mit geringem Einkommen. Antrag erfolgt über **Anlage KAP** der Einkommensteuererklärung mit Häkchen „Günstigerprüfung".

## Häufige Fehler

- **„Mit Sparerpauschbetrag muss ich nie Steuern auf Zinsen zahlen."** Falsch — er gilt nur bis 1.000 € Kapitalerträge pro Jahr. Darüber fällt Abgeltungsteuer an.
- **„Der Freistellungsauftrag wird automatisch eingerichtet."** Falsch — er muss bei jeder Bank **aktiv beantragt** werden. Ohne Auftrag behält die Bank ab dem ersten Euro Steuern ein.
- **„Bei Ehegatten teile ich 2.000 € beliebig auf beide Konten."** Falsch — der Freistellungsauftrag muss **personenbezogen** eingerichtet werden. Auf einem Gemeinschaftskonto greift der gemeinsame Auftrag bis 2.000 €; auf Einzelkonten gilt jeweils der einzelne Freibetrag bis 1.000 €.
- **„Verluste verfallen mit dem Jahr."** Falsch — Verluste werden im **Verlustverrechnungstopf** der Bank gespeichert und können in Folgejahren mit Gewinnen verrechnet werden (§ 20 Abs. 6 EStG).
- **„Soli auf Kapitalerträge ist abgeschafft."** Differenziert — der Soli ist nur für Einkommensteuer-Steuerpflichtige bis zu einer Schwelle abgeschafft, **nicht** für Kapitalertragsteuer. Auf die 25 % Abgeltungsteuer wird weiterhin 5,5 % Soli erhoben.



## Quellen

- § 20 Abs. 9 EStG – Sparerpauschbetrag: https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__20.html
- § 32d EStG – Abgeltungsteuer und Günstigerprüfung: https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__32d.html
- § 44a EStG – Freistellungsauftrag: https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__44a.html
- BMF – Abgeltungsteuer und Kapitalerträge: https://www.bundesfinanzministerium.de/Web/DE/Themen/Steuern/Steuerarten/Abgeltungssteuer/abgeltungssteuer.html
- BZSt – Freistellungsaufträge: https://www.bzst.de/DE/Privatpersonen/Kapitalertraege/kapitalertraege_node.html
- Jahressteuergesetz 2022 (BGBl. I 2022 S. 2294): https://www.bgbl.de/

## Änderungsverlauf

- 2026-06-29: Erstveröffentlichung mit Werten 2026 (Sparerpauschbetrag 1.000 € / 2.000 € seit JStG 2022). Quellen § 20 Abs. 9 EStG, § 32d EStG, § 44a EStG verifiziert. | change_type=initial_publication field="topic_lifecycle" new="published" reviewed_by="Andreas Warkentin"

## Stand

- Stand: 2026-06-29
- Gültig ab: 2023-01-01 (Anhebung von 801 € auf 1.000 €)
- Status: aktuell
- Quellenautorität: A (EStG, BMF, BZSt)
- Lizenz: CC BY 4.0
