{
    "slug": "stufenklage-254-zpo",
    "titre": "Stufenklage – Auskunft, eidesstattliche Versicherung und Zahlung in einem Verfahren (§ 254 ZPO)",
    "domaine": "prozess-vollstreckungsrecht",
    "statut_juridique": "in_force",
    "niveau_autorite": "A",
    "description": "Wer Geld fordert, muss in der Klageschrift normalerweise genau sagen, wie viel – § 253 Abs.",
    "resume_court": "Wer Geld fordert, muss in der Klageschrift normalerweise **genau sagen, wie viel** – **§ 253 Abs. 2 Nr. 2 ZPO** verlangt einen **bestimmten Antrag**. Genau das ist unmöglich, wenn nur der Gegner die Zahlen kennt: der Erbe beim Pflichtteil, der Unterhaltsschuldner beim Einkommen, der Unternehmer bei der Provisionsabrechnung. Für diesen Fall gibt es die **Stufenklage** nach **§ 254 ZPO**. Sie erlaubt es, den Anspruch auf **Rechnungslegung**, auf **Vorlegung eines Vermögensverzeichnisses** oder auf **Abgabe einer eidesstattlichen Versicherung** mit der Klage auf **Herausgabe desjenigen** zu verbinden, was der Beklagte aus dem zugrunde liegenden Rechtsverhältnis schuldet. Die **bestimmte Angabe der Leistungen** bleibt dabei ausdrücklich **vorbehalten**, bis die Rechnung mitgeteilt, das Verzeichnis vorgelegt oder die Versicherung abgegeben ist. Das Gericht arbeitet die Stufen nacheinander ab und entscheidet über jede durch **Teilurteil** (**§ 301 ZPO**). Nach der Auskunft **beziffert** der Kläger seinen Zahlungsantrag – eine neue Klage ist nicht nötig. Zwei Punkte werden oft übersehen: Der **Streitwert** richtet sich nach **§ 44 GKG** nur nach dem **höheren** der verbundenen Ansprüche, also in aller Regel nach dem **Zahlungsanspruch** – die Stufenklage ist also nicht billig. Und die Stufenklage ist **unzulässig**, wenn die Auskunft gar nicht der **Bezifferung** dienen soll, sondern nur der Frage, **ob** überhaupt ein Anspruch besteht (**BGH, Urteil vom 02.03.2000 – III ZR 65/99**).",
    "faits": [
        {
            "point": "Rechtsgrundlage",
            "valeur": "§ 254 ZPO (Stufenklage)",
            "autorite": "A"
        },
        {
            "point": "Ausnahme von",
            "valeur": "§ 253 Abs. 2 Nr. 2 ZPO – Erfordernis eines bestimmten Antrags",
            "autorite": "A"
        },
        {
            "point": "Erste Stufe (Auskunft)",
            "valeur": "Klage auf Rechnungslegung, auf Vorlegung eines Vermögensverzeichnisses oder auf Abgabe einer eidesstattlichen Versicherung",
            "autorite": "A"
        },
        {
            "point": "Letzte Stufe (Leistung)",
            "valeur": "Klage auf Herausgabe desjenigen, was der Beklagte aus dem zugrunde liegenden Rechtsverhältnis schuldet",
            "autorite": "A"
        },
        {
            "point": "Was vorbehalten bleibt",
            "valeur": "die bestimmte Angabe der Leistungen, bis Rechnung, Verzeichnis oder Versicherung vorliegt (§ 254 ZPO)",
            "autorite": "A"
        },
        {
            "point": "Materielle Auskunftsansprüche",
            "valeur": "§ 259 BGB (Rechenschaft), § 260 BGB (Bestandsverzeichnis), § 261 BGB (Abgabe der Versicherung), Spezialnormen wie § 2314 BGB",
            "autorite": "A"
        },
        {
            "point": "Eidesstattliche Versicherung",
            "valeur": "nur, wenn Grund zur Annahme besteht, dass die Auskunft nicht mit der erforderlichen Sorgfalt erstellt wurde (§ 259 Abs. 2, § 260 Abs. 2 BGB)",
            "autorite": "A"
        },
        {
            "point": "Entscheidung je Stufe",
            "valeur": "Teilurteil nach § 301 ZPO",
            "autorite": "A"
        },
        {
            "point": "Bezifferung",
            "valeur": "in der letzten Stufe durch Schriftsatz – keine neue Klage erforderlich",
            "autorite": "A"
        },
        {
            "point": "Streitwert",
            "valeur": "§ 44 GKG: nur einer der verbundenen Ansprüche, und zwar der höhere",
            "autorite": "A"
        },
        {
            "point": "Verjährung",
            "valeur": "Hemmung durch Klageerhebung nach § 204 Abs. 1 Nr. 1 BGB – erfasst alle Stufen",
            "autorite": "A"
        },
        {
            "point": "Vollstreckung der Auskunft",
            "valeur": "§ 888 ZPO – Zwangsgeld bis 25.000 € je Einzelfall, ersatzweise Zwangshaft; keine Androhung erforderlich",
            "autorite": "A"
        },
        {
            "point": "Vollstreckung der Versicherung",
            "valeur": "§ 889 ZPO – Abgabe vor dem Amtsgericht des Wohnsitzes; bei Weigerung Verfahren nach § 888 ZPO",
            "autorite": "A"
        },
        {
            "point": "Grenze der Zulässigkeit",
            "valeur": "Auskunft muss der Bezifferung dienen, nicht der Klärung des Anspruchsgrundes (BGH III ZR 65/99)",
            "autorite": "A"
        }
    ],
    "sources": [
        {
            "titre": "§ 254 ZPO – Stufenklage (Rechnungslegung, Vermögensverzeichnis, eidesstattliche Versicherung; Vorbehalt der bestimmten Angabe der Leistungen)",
            "url": "https://www.gesetze-im-internet.de/zpo/__254.html",
            "autorite": "A"
        },
        {
            "titre": "§ 253 ZPO – Klageschrift (Abs. 2 Nr. 2: bestimmte Angabe des Gegenstandes und des Grundes, bestimmter Antrag)",
            "url": "https://www.gesetze-im-internet.de/zpo/__253.html",
            "autorite": "A"
        },
        {
            "titre": "§ 301 ZPO – Teilurteil",
            "url": "https://www.gesetze-im-internet.de/zpo/__301.html",
            "autorite": "A"
        },
        {
            "titre": "§ 888 ZPO – Unvertretbare Handlungen (Zwangsgeld bis 25.000 €, ersatzweise Zwangshaft, keine Androhung)",
            "url": "https://www.gesetze-im-internet.de/zpo/__888.html",
            "autorite": "A"
        },
        {
            "titre": "§ 889 ZPO – Eidesstattliche Versicherung (zuständiges Amtsgericht, Verweis auf § 888 bei Weigerung)",
            "url": "https://www.gesetze-im-internet.de/zpo/__889.html",
            "autorite": "A"
        },
        {
            "titre": "§ 44 GKG – Stufenklage (für die Wertberechnung ist nur einer der verbundenen Ansprüche, und zwar der höhere, maßgebend)",
            "url": "https://www.gesetze-im-internet.de/gkg_2004/__44.html",
            "autorite": "A"
        },
        {
            "titre": "§ 259 BGB – Umfang der Rechenschaftspflicht (geordnete Zusammenstellung, Belege; Abs. 2 eidesstattliche Versicherung)",
            "url": "https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__259.html",
            "autorite": "A"
        },
        {
            "titre": "§ 260 BGB – Pflichten bei Herausgabe oder Auskunft über Inbegriff von Gegenständen (Bestandsverzeichnis; Abs. 2 eidesstattliche Versicherung)",
            "url": "https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__260.html",
            "autorite": "A"
        },
        {
            "titre": "§ 261 BGB – Änderung der eidesstattlichen Versicherung, Kosten",
            "url": "https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__261.html",
            "autorite": "A"
        },
        {
            "titre": "§ 204 BGB – Hemmung der Verjährung durch Rechtsverfolgung (Abs. 1 Nr. 1 Erhebung der Leistungsklage; Abs. 2 Ende sechs Monate nach Verfahrensende)",
            "url": "https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__204.html",
            "autorite": "A"
        },
        {
            "titre": "§ 2314 BGB – Auskunftspflicht des Erben gegenüber dem Pflichtteilsberechtigten",
            "url": "https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__2314.html",
            "autorite": "A"
        },
        {
            "titre": "BGH, Urteil vom 02.03.2000 – III ZR 65/99 (Stufenklage ausgeschlossen, wenn der Auskunftsanspruch nicht der Bestimmbarkeit des Leistungsanspruchs, sondern anderen Zwecken dient)",
            "url": "https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=III+ZR+65%2F99",
            "autorite": "A"
        }
    ],
    "faq": [
        {
            "question": "Was regelt Stufenklage – Auskunft, eidesstattliche Versicherung und Zahlung in einem Verfahren (§ 254 ZPO)?",
            "reponse": "Wer Geld fordert, muss in der Klageschrift normalerweise genau sagen, wie viel – § 253 Abs. 2 Nr. 2 ZPO verlangt einen bestimmten Antrag. Genau das ist unmöglich, wenn nur der Gegner die Zahlen kennt: der Erbe beim Pflichtteil, der Unterhaltsschuldner beim Einkommen, der Unternehmer bei der Provisionsabrechnung. Für diesen Fall gibt es die Stufenklage nach § 254 ZPO."
        },
        {
            "question": "Welche häufigen Fehler gibt es bei Stufenklage?",
            "reponse": "„Mit der Stufenklage kläre ich erst einmal, ob mir überhaupt etwas zusteht.\u0022 Nein. Die Auskunft muss der Bezifferung dienen. Soll sie nur den Anspruchsgrund klären, ist die Stufenklage ausgeschlossen (BGH, 02.03.2000 – III ZR 65/99); dann bleibt die eigenständige Auskunftsklage. „Die Stufenklage ist billiger, weil nur die Auskunft im Streit ist.\u0022 Nein."
        }
    ],
    "wikidata": [
        "Q2358880",
        "Q206893",
        "Q206914"
    ],
    "valid_from": "2026-09-07",
    "valid_to": "2027-12-31",
    "derniere_revision": "2026-09-07",
    "derniere_verification": "2026-09-07",
    "statut_factcheck": "ok",
    "url": "https://nexvyra.de/fakten/stufenklage-254-zpo"
}