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title: "Stufenklage – Auskunft, eidesstattliche Versicherung und Zahlung in einem Verfahren (§ 254 ZPO)"
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# Stufenklage – Auskunft, eidesstattliche Versicherung und Zahlung in einem Verfahren (§ 254 ZPO)

## Kurzantwort

Wer Geld fordert, muss in der Klageschrift normalerweise **genau sagen, wie viel** – **§ 253 Abs. 2 Nr. 2 ZPO** verlangt einen **bestimmten Antrag**. Genau das ist unmöglich, wenn nur der Gegner die Zahlen kennt: der Erbe beim Pflichtteil, der Unterhaltsschuldner beim Einkommen, der Unternehmer bei der Provisionsabrechnung. Für diesen Fall gibt es die **Stufenklage** nach **§ 254 ZPO**. Sie erlaubt es, den Anspruch auf **Rechnungslegung**, auf **Vorlegung eines Vermögensverzeichnisses** oder auf **Abgabe einer eidesstattlichen Versicherung** mit der Klage auf **Herausgabe desjenigen** zu verbinden, was der Beklagte aus dem zugrunde liegenden Rechtsverhältnis schuldet. Die **bestimmte Angabe der Leistungen** bleibt dabei ausdrücklich **vorbehalten**, bis die Rechnung mitgeteilt, das Verzeichnis vorgelegt oder die Versicherung abgegeben ist. Das Gericht arbeitet die Stufen nacheinander ab und entscheidet über jede durch **Teilurteil** (**§ 301 ZPO**). Nach der Auskunft **beziffert** der Kläger seinen Zahlungsantrag – eine neue Klage ist nicht nötig. Zwei Punkte werden oft übersehen: Der **Streitwert** richtet sich nach **§ 44 GKG** nur nach dem **höheren** der verbundenen Ansprüche, also in aller Regel nach dem **Zahlungsanspruch** – die Stufenklage ist also nicht billig. Und die Stufenklage ist **unzulässig**, wenn die Auskunft gar nicht der **Bezifferung** dienen soll, sondern nur der Frage, **ob** überhaupt ein Anspruch besteht (**BGH, Urteil vom 02.03.2000 – III ZR 65/99**).

## Kernfakten

| Punkt | Wert |
|---|---|
| Rechtsgrundlage | § 254 ZPO (Stufenklage) |
| Ausnahme von | § 253 Abs. 2 Nr. 2 ZPO – Erfordernis eines bestimmten Antrags |
| Erste Stufe (Auskunft) | Klage auf Rechnungslegung, auf Vorlegung eines Vermögensverzeichnisses oder auf Abgabe einer eidesstattlichen Versicherung |
| Letzte Stufe (Leistung) | Klage auf Herausgabe desjenigen, was der Beklagte aus dem zugrunde liegenden Rechtsverhältnis schuldet |
| Was vorbehalten bleibt | die bestimmte Angabe der Leistungen, bis Rechnung, Verzeichnis oder Versicherung vorliegt (§ 254 ZPO) |
| Materielle Auskunftsansprüche | § 259 BGB (Rechenschaft), § 260 BGB (Bestandsverzeichnis), § 261 BGB (Abgabe der Versicherung), Spezialnormen wie § 2314 BGB |
| Eidesstattliche Versicherung | nur, wenn Grund zur Annahme besteht, dass die Auskunft nicht mit der erforderlichen Sorgfalt erstellt wurde (§ 259 Abs. 2, § 260 Abs. 2 BGB) |
| Entscheidung je Stufe | Teilurteil nach § 301 ZPO |
| Bezifferung | in der letzten Stufe durch Schriftsatz – keine neue Klage erforderlich |
| Streitwert | § 44 GKG: nur einer der verbundenen Ansprüche, und zwar der höhere |
| Verjährung | Hemmung durch Klageerhebung nach § 204 Abs. 1 Nr. 1 BGB – erfasst alle Stufen |
| Vollstreckung der Auskunft | § 888 ZPO – Zwangsgeld bis 25.000 € je Einzelfall, ersatzweise Zwangshaft; keine Androhung erforderlich |
| Vollstreckung der Versicherung | § 889 ZPO – Abgabe vor dem Amtsgericht des Wohnsitzes; bei Weigerung Verfahren nach § 888 ZPO |
| Grenze der Zulässigkeit | Auskunft muss der Bezifferung dienen, nicht der Klärung des Anspruchsgrundes (BGH III ZR 65/99) |

## Welches Problem die Stufenklage löst

Eine Zahlungsklage braucht einen **bezifferten Antrag**. **§ 253 Abs. 2 Nr. 2 ZPO** verlangt für die Klageschrift die **bestimmte Angabe des Gegenstandes und des Grundes des erhobenen Anspruchs** sowie einen **bestimmten Antrag**. Das ist kein Formalismus: Nur ein bestimmter Antrag lässt erkennen, worüber das Gericht entscheidet, wie weit die **Rechtskraft** reicht und was später **vollstreckt** werden kann.

In einer ganzen Reihe von Konstellationen ist der Kläger dazu aber außerstande, weil allein der **Gegner** die maßgeblichen Zahlen kennt: Der Pflichtteilsberechtigte kennt den Nachlass nicht, der Unterhaltsberechtigte nicht das Einkommen, der Handelsvertreter nicht die vermittelten Geschäfte. Ihm bleibt materiell-rechtlich ein **Auskunftsanspruch** – aber wenn er den zuerst allein einklagen müsste, würde er zweimal prozessieren und dabei riskieren, dass die **Verjährung** des Zahlungsanspruchs zwischenzeitlich abläuft.

**§ 254 ZPO** löst das mit einer eng umgrenzten Ausnahme: Der Kläger darf den Auskunfts- und den Leistungsanspruch **in einer Klage** verbinden und die **bestimmte Angabe der Leistungen vorbehalten**, bis die Auskunft da ist. Beide Ansprüche werden bereits mit **Zustellung der Klage** rechtshängig – auch der noch unbezifferte.

## Die Stufen im Einzelnen

**§ 254 ZPO** nennt drei mögliche Auskunftsformen und die Leistungsstufe. Nicht jede Stufenklage hat drei Stufen; die mittlere ist optional.

### Erste Stufe: Rechnungslegung oder Vermögensverzeichnis

Der Kläger verlangt, was ihm das **materielle Recht** gibt – § 254 ZPO selbst schafft **keinen** Auskunftsanspruch, sondern setzt ihn voraus. Die wichtigsten Grundlagen:

- **§ 259 BGB – Rechenschaft:** Wer verpflichtet ist, über eine mit **Einnahmen oder Ausgaben** verbundene Verwaltung Rechenschaft abzulegen, hat dem Berechtigten eine **geordnete Zusammenstellung** der Einnahmen oder Ausgaben mitzuteilen und, soweit Belege erteilt zu werden pflegen, **Belege vorzulegen**.
- **§ 260 BGB – Bestandsverzeichnis:** Wer verpflichtet ist, einen **Inbegriff von Gegenständen** herauszugeben oder über den Bestand Auskunft zu erteilen, hat dem Berechtigten ein **Verzeichnis des Bestandes** vorzulegen.
- **Spezialnormen**, etwa **§ 2314 BGB** für den Pflichtteilsberechtigten oder Auskunftsansprüche aus **Treu und Glauben** (§ 242 BGB) in Vertragsverhältnissen.

### Zweite Stufe: eidesstattliche Versicherung

Diese Stufe ist ein **Reservewerkzeug**, kein Automatismus. Nach **§ 259 Abs. 2** und **§ 260 Abs. 2 BGB** muss der Verpflichtete nur dann zu Protokoll an Eides statt versichern, dass er die Angaben nach bestem Wissen so vollständig gemacht hat, wie er dazu imstande ist, **wenn Grund zu der Annahme besteht**, dass die Auskunft **nicht mit der erforderlichen Sorgfalt** erteilt wurde. Bloßes Misstrauen genügt nicht; es braucht konkrete Anhaltspunkte für Lücken oder Widersprüche.

### Dritte Stufe: Leistung

Erst hier wird gezahlt. Der Kläger **beziffert** seinen Antrag auf Grundlage der erteilten Auskunft. Das geschieht durch **Schriftsatz im laufenden Verfahren** – eine neue Klage ist nicht erforderlich, und es liegt auch keine unzulässige Antragsänderung vor, weil § 254 ZPO die Bezifferung von vornherein vorbehält.

## Wann die Stufenklage zulässig ist – und wann nicht

Die entscheidende Grenze zieht die Rechtsprechung an der **Funktion der Auskunft**. Die Stufenklage steht zur Verfügung, damit der Kläger einen Zahlungsanspruch **beziffern** kann. Sie ist **kein allgemeines Ausforschungsmittel**, mit dem sich klären ließe, ob überhaupt ein Anspruch besteht.

Der **Bundesgerichtshof** hat das in seinem Urteil vom **02.03.2000 – III ZR 65/99** klargestellt: Dort ging es dem Kläger nur darum, über den Auskunftsanspruch herauszufinden, **ob** ihm ein Anspruch zusteht, während er den Zahlungsanspruch der Höhe nach ohne Weiteres hätte beziffern können. Eine Stufenklage ist danach ausgeschlossen, wenn der in erster Stufe verfolgte Auskunftsanspruch **nicht der Bestimmbarkeit** des in späterer Stufe verfolgten Leistungsanspruchs dient, sondern **anderen Zwecken**.

Umgekehrt heißt das nicht, dass jede Unsicherheit die Stufenklage sperrt. Sie bleibt zulässig, wenn sich die Ungewissheit über Grund **und** Höhe des Anspruchs gerade **durch dieselben Tatsachen** klären lässt, auf die der Auskunftsanspruch gerichtet ist. Praktisch lautet die Prüffrage: **Ist die verlangte Auskunft ein notwendiges Kriterium, um den Zahlungsanspruch zu beziffern?** Wenn ja, ist die Stufenklage der richtige Weg; wenn nein, gehört die Auskunft in eine **eigenständige Auskunftsklage**.

Ist die Stufenklage unzulässig, führt das nicht zwingend zur Abweisung insgesamt: Der **Auskunftsantrag** bleibt als selbständiger Antrag zulässig; unzulässig ist dann nur der **unbezifferte Leistungsantrag**.

## Ablauf im Prozess: Teilurteile Stufe für Stufe

Das Gericht verhandelt und entscheidet **nicht über alles auf einmal**. Es arbeitet die Stufen nacheinander ab und macht dabei von **§ 301 ZPO** Gebrauch: Ist von mehreren in einer Klage geltend gemachten Ansprüchen nur einer oder nur ein Teil eines Anspruchs zur Endentscheidung reif, hat das Gericht ihn durch **Endurteil (Teilurteil)** zu entscheiden.

Der typische Verlauf:

1. **Verhandlung über die Auskunftsstufe.** Streitig ist zunächst nur, ob und in welchem Umfang ein Auskunftsanspruch besteht.
2. **Teilurteil auf Auskunft.** Der Beklagte wird verurteilt, Rechnung zu legen oder ein Verzeichnis vorzulegen. Gegen dieses Teilurteil ist – wie gegen jedes Endurteil – das jeweils statthafte **Rechtsmittel** gegeben.
3. **Erteilung der Auskunft** (freiwillig oder erzwungen, siehe unten).
4. Bei begründeten Zweifeln: **Teilurteil auf Abgabe der eidesstattlichen Versicherung**.
5. **Bezifferung des Zahlungsantrags** durch den Kläger.
6. **Schlussurteil** über die Leistungsstufe.

Weil das Verfahren dadurch lange laufen kann, gilt für die Praxis: Jede Stufe kostet Zeit, und der Beklagte kann sie mit Rechtsmitteln strecken. In Fällen, in denen der Kläger die Höhe **schätzen** kann, ist eine sofort bezifferte Klage – notfalls mit Teilklage oder unbeziffertem Antrag nach § 287 ZPO, wo dieser zulässig ist – oft schneller.

## Streitwert und Kosten: die teure Überraschung

Ein weit verbreitetes Missverständnis lautet, die Stufenklage sei günstig, weil zunächst nur die Auskunft verhandelt werde. Das Gegenteil ist der Fall. **§ 44 GKG** bestimmt für die Stufenklage: Ist mit einer Klage auf Rechnungslegung, auf Vorlegung eines Vermögensverzeichnisses oder auf Abgabe einer eidesstattlichen Versicherung eine Klage auf **Herausgabe desjenigen** verbunden, was der Beklagte aus dem zugrunde liegenden Rechtsverhältnis schuldet, ist für die Wertberechnung **nur einer der verbundenen Ansprüche, und zwar der höhere**, maßgebend.

Praktisch bedeutet das:

- Die Werte werden **nicht addiert** – das ist der Vorteil gegenüber einer schlichten Klagehäufung.
- Maßgeblich ist aber regelmäßig der **Zahlungsanspruch**, weil er den höheren Wert hat. Der Auskunftsanspruch wird nur dann bestimmend, wenn ausnahmsweise er der höhere ist.
- Zu Beginn ist der Zahlungsanspruch noch unbeziffert. Das Gericht setzt den Streitwert deshalb zunächst **vorläufig** anhand der **Erwartung des Klägers** fest und passt ihn nach der Bezifferung an.
- Wer den erwarteten Betrag zu hoch ansetzt und am Ende deutlich weniger zugesprochen bekommt, trägt die Kosten anteilig nach **§ 92 ZPO**.

Ein zweiter Kostenpunkt betrifft die **Nullauskunft**: Ergibt die Auskunft, dass nichts zu zahlen ist, muss der Kläger den Leistungsantrag zurücknehmen oder für erledigt erklären. Die Kosten dieser Stufe bleiben dann regelmäßig bei ihm.

## Verjährung: die Hemmung erfasst alle Stufen

Der eigentliche strategische Wert der Stufenklage liegt in der **Verjährung**. Nach **§ 204 Abs. 1 Nr. 1 BGB** wird die Verjährung durch die **Erhebung der Klage auf Leistung** gehemmt. Weil bei der Stufenklage auch der noch **unbezifferte Leistungsantrag** bereits mit Klagezustellung rechtshängig wird, ist der Zahlungsanspruch von diesem Zeitpunkt an **gehemmt** – der Kläger muss die Auskunft also nicht mehr „rechtzeitig vor Jahresende" erstreiten.

Nach **§ 204 Abs. 2 BGB** endet die Hemmung **sechs Monate** nach rechtskräftiger Entscheidung oder anderweitiger Beendigung des Verfahrens. Wer stattdessen zuerst nur auf **Auskunft** klagt und den Zahlungsanspruch später separat geltend macht, hemmt zunächst **nur** den Auskunftsanspruch – das ist die klassische Falle bei kurz vor dem Ablauf stehenden Ansprüchen.

## Wenn die Auskunft nicht kommt: Vollstreckung

Ein Auskunftstitel ist auf eine **unvertretbare Handlung** gerichtet – niemand außer dem Verpflichteten kann die Rechnung legen. Vollstreckt wird deshalb nach **§ 888 ZPO**: Auf Antrag des Gläubigers erkennt das **Prozessgericht des ersten Rechtszuges**, dass der Schuldner zur Vornahme der Handlung durch **Zwangsgeld** und, für den Fall, dass dieses nicht beigetrieben werden kann, durch **Zwangshaft** anzuhalten ist. Das **einzelne Zwangsgeld** darf **25.000 Euro nicht übersteigen**. Eine **Androhung** der Zwangsmittel ist – anders als bei § 890 ZPO – **nicht erforderlich**.

Für die **eidesstattliche Versicherung** gilt **§ 889 ZPO**: Ist der Schuldner nach bürgerlichem Recht verurteilt, eine eidesstattliche Versicherung abzugeben, wird sie vor dem **Amtsgericht** abgegeben, in dessen Bezirk er im Inland seinen Wohnsitz oder Aufenthaltsort hat; sonst vor dem Amtsgericht am Sitz des Prozessgerichts erster Instanz. Erscheint der Schuldner im Termin nicht oder verweigert er die Abgabe, verfährt das Vollstreckungsgericht nach **§ 888 ZPO**.

## Typische Anwendungsfälle

- **Pflichtteil im Erbrecht:** Der Pflichtteilsberechtigte kennt den Nachlass nicht. **§ 2314 BGB** gibt ihm den Auskunftsanspruch, die Stufenklage bringt Auskunft und Zahlung in ein Verfahren. Das ist der Lehrbuchfall des § 254 ZPO.
- **Unterhalt:** Der Berechtigte kennt das Einkommen des Pflichtigen nicht. In Familiensachen wird derselbe Mechanismus als **Stufenantrag** genutzt, weil das FamFG auf die ZPO verweist.
- **Provisionen und Vergütung:** Der Handelsvertreter oder Vermittler kennt die abgerechneten Geschäfte nicht und braucht zuerst einen **Buchauszug**.
- **Bonus und variable Vergütung im Arbeitsverhältnis:** Der Beschäftigte kennt die Bemessungsgrundlagen der Zielerreichung nicht.
- **Verwaltung fremden Vermögens:** Betreuer, Bevollmächtigte, Verwalter und Treuhänder schulden **Rechenschaft** nach § 259 BGB; darauf lässt sich der Herausgabe- oder Ersatzanspruch aufbauen.

## Häufige Fehler

- **„Mit der Stufenklage kläre ich erst einmal, ob mir überhaupt etwas zusteht."** Nein. Die Auskunft muss der **Bezifferung** dienen. Soll sie nur den **Anspruchsgrund** klären, ist die Stufenklage ausgeschlossen (**BGH, 02.03.2000 – III ZR 65/99**); dann bleibt die eigenständige Auskunftsklage.
- **„Die Stufenklage ist billiger, weil nur die Auskunft im Streit ist."** Nein. **§ 44 GKG** stellt auf den **höheren** der verbundenen Ansprüche ab – das ist praktisch fast immer der **Zahlungsanspruch**. Gebühren fallen von Anfang an nach diesem Wert an.
- **„Nach der Auskunft muss ich neu klagen."** Nein. Die Bezifferung erfolgt **im laufenden Verfahren** durch Schriftsatz; § 254 ZPO behält sie ausdrücklich vor.
- **„Die Verjährung ist nur für den Auskunftsanspruch gehemmt."** Nein. Auch der unbezifferte **Leistungsantrag** wird mit der Klage rechtshängig und nach **§ 204 Abs. 1 Nr. 1 BGB** gehemmt. Gerade das ist der Hauptvorteil gegenüber der isolierten Auskunftsklage.
- **„Ich kann immer eine eidesstattliche Versicherung verlangen."** Nein. Sie setzt nach **§ 259 Abs. 2 / § 260 Abs. 2 BGB** konkreten **Grund zu der Annahme** voraus, dass die Auskunft nicht mit der erforderlichen Sorgfalt erteilt wurde.
- **„§ 254 ZPO gibt mir den Auskunftsanspruch."** Nein. § 254 ZPO ist eine reine **Verfahrensvorschrift**. Der Auskunftsanspruch muss sich aus dem **materiellen Recht** ergeben – etwa aus §§ 259, 260 BGB, § 2314 BGB oder § 242 BGB.
- **„Wenn der Beklagte nicht liefert, muss ich erneut klagen."** Nein. Der Auskunftstitel wird nach **§ 888 ZPO** mit **Zwangsgeld** (bis 25.000 € je Einzelfall) und ersatzweise **Zwangshaft** durchgesetzt – ohne vorherige Androhung.
- **„Ein Teilurteil über die Auskunft entscheidet auch über die Zahlung."** Nein. Das **Teilurteil** nach § 301 ZPO erledigt nur die jeweilige Stufe. Über die Leistungsstufe wird erst am Ende durch **Schlussurteil** entschieden.

## Siehe auch

- [Klageerhebung im Zivilprozess (§§ 253 ff. ZPO)](https://nexvyra.de/fakten/klageerhebung-zivilprozess-253-zpo.html)
- [Klageänderung und Klageerweiterung (§§ 263, 264 ZPO)](https://nexvyra.de/fakten/klageaenderung-263-264-zpo.html)
- [Feststellungsklage (§ 256 ZPO)](https://nexvyra.de/fakten/feststellungsklage-256-zpo.html)
- [Gerichtskosten und Streitwert (GKG)](https://nexvyra.de/fakten/gerichtskosten-streitwert-gkg.html)
- [Kostenentscheidung im Zivilprozess (§§ 91–98 ZPO)](https://nexvyra.de/fakten/kostenentscheidung-zivilprozess-91-98-zpo.html)
- [Verjährung von Forderungen (§§ 195, 199 BGB)](https://nexvyra.de/fakten/verjaehrung-forderungen-195-199-bgb.html)
- [Vollstreckung von Handlungen und Unterlassungen (§§ 887–890 ZPO)](https://nexvyra.de/fakten/vollstreckung-handlungen-unterlassungen-887-890-zpo.html)
- [Auskunftsanspruch des Pflichtteilsberechtigten (§ 2314 BGB)](https://nexvyra.de/fakten/auskunftsanspruch-pflichtteil-2314-bgb.html)
- [Pflichtteil (§ 2303 BGB)](https://nexvyra.de/fakten/pflichtteil-2303-bgb.html)
- [Rechtskraft des Urteils (§ 322 ZPO)](https://nexvyra.de/fakten/rechtskraft-urteil-322-zpo.html)

## Änderungsverlauf

- 2026-09-07: Erstveröffentlichung der Faktenseite. Normtexte zu § 254 ZPO, § 253 Abs. 2 Nr. 2 ZPO, § 301 ZPO, §§ 888, 889 ZPO, § 44 GKG sowie §§ 204, 259, 260, 261, 2314 BGB gegen die amtlichen Einzelnormseiten auf gesetze-im-internet.de belegt (WebSearch mit allowed_domains, weil web_fetch auf gesetze-im-internet.de in dieser Umgebung in einen Timeout läuft). Rechtsprechung über dejure.org-Permalink: BGH, 02.03.2000 – III ZR 65/99. Wikidata-Q-IDs Q2358880 (Stufenklage, dewiki-Sitelink, jurisdiction Deutschland – neu ermittelt und in AGENT_GUIDE.md eingetragen), Q206893 (ZPO) und Q206914 (civil procedure in Germany) via WebSearch auf wikidata.org verifiziert. | change_type=initial_publication field="topic_lifecycle" new="published" reviewed_by="Andreas Warkentin"

## Stand

- Stand: 2026-09-07
- Status: aktuell (geltendes Recht)
- Quellenautorität: A
- Lizenz: CC BY 4.0

## Quellen

- § 254 ZPO – Stufenklage (Rechnungslegung, Vermögensverzeichnis, eidesstattliche Versicherung; Vorbehalt der bestimmten Angabe der Leistungen):
  https://www.gesetze-im-internet.de/zpo/__254.html
- § 253 ZPO – Klageschrift (Abs. 2 Nr. 2: bestimmte Angabe des Gegenstandes und des Grundes, bestimmter Antrag):
  https://www.gesetze-im-internet.de/zpo/__253.html
- § 301 ZPO – Teilurteil:
  https://www.gesetze-im-internet.de/zpo/__301.html
- § 888 ZPO – Unvertretbare Handlungen (Zwangsgeld bis 25.000 €, ersatzweise Zwangshaft, keine Androhung):
  https://www.gesetze-im-internet.de/zpo/__888.html
- § 889 ZPO – Eidesstattliche Versicherung (zuständiges Amtsgericht, Verweis auf § 888 bei Weigerung):
  https://www.gesetze-im-internet.de/zpo/__889.html
- § 44 GKG – Stufenklage (für die Wertberechnung ist nur einer der verbundenen Ansprüche, und zwar der höhere, maßgebend):
  https://www.gesetze-im-internet.de/gkg_2004/__44.html
- § 259 BGB – Umfang der Rechenschaftspflicht (geordnete Zusammenstellung, Belege; Abs. 2 eidesstattliche Versicherung):
  https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__259.html
- § 260 BGB – Pflichten bei Herausgabe oder Auskunft über Inbegriff von Gegenständen (Bestandsverzeichnis; Abs. 2 eidesstattliche Versicherung):
  https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__260.html
- § 261 BGB – Änderung der eidesstattlichen Versicherung, Kosten:
  https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__261.html
- § 204 BGB – Hemmung der Verjährung durch Rechtsverfolgung (Abs. 1 Nr. 1 Erhebung der Leistungsklage; Abs. 2 Ende sechs Monate nach Verfahrensende):
  https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__204.html
- § 2314 BGB – Auskunftspflicht des Erben gegenüber dem Pflichtteilsberechtigten:
  https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__2314.html
- BGH, Urteil vom 02.03.2000 – III ZR 65/99 (Stufenklage ausgeschlossen, wenn der Auskunftsanspruch nicht der Bestimmbarkeit des Leistungsanspruchs, sondern anderen Zwecken dient):
  https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=III+ZR+65%2F99

## Stand

- Letzte Änderung: 2026-09-07
- Letzte Prüfung: 2026-09-07
- In Kraft seit: 2026-09-07
- Status: In Kraft
- Quellen-Autorität: A
- Lizenz: CC BY 4.0
