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title: "Tachomanipulation 2026 – Missbrauch von Wegstreckenzählern und Geschwindigkeitsbegrenzern (§ 22b StVG), Betrug beim Gebrauchtwagenverkauf und Käuferrechte"
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# Tachomanipulation 2026 – Missbrauch von Wegstreckenzählern und Geschwindigkeitsbegrenzern (§ 22b StVG), Betrug beim Gebrauchtwagenverkauf und Käuferrechte

## Kurzantwort

Wer den **Kilometerstand eines Kraftfahrzeugs manipuliert**, macht sich nach **§ 22b Abs. 1 Nr. 1 StVG** strafbar. Strafbar ist bereits das **Verfälschen der Messung** des Wegstreckenzählers durch Einwirkung auf das Gerät oder auf den Messvorgang – ein späterer Verkauf ist dafür nicht erforderlich. Die Strafe ist **Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe**. Dieselbe Strafe droht nach **§ 22b Abs. 1 Nr. 2 StVG**, wer die Funktion eines **Geschwindigkeitsbegrenzers** aufhebt oder beeinträchtigt, und nach **Nr. 3**, wer **Software** für solche Manipulationen herstellt, beschafft, anbietet oder weitergibt.

Wird ein Fahrzeug mit zurückgedrehtem Tacho **verkauft**, tritt regelmäßig **Betrug nach § 263 StGB** hinzu – mit einem Strafrahmen bis zu **fünf Jahren**, bei gewerbsmäßigem Handeln in der Regel **sechs Monate bis zehn Jahre**. Für die Käuferin oder den Käufer ist die falsche Laufleistung ein **Sachmangel** (§ 434 BGB). Hat der Verkäufer davon gewusst, schützt ihn ein **Gewährleistungsausschluss nicht** (§ 444 BGB); zusätzlich kommt die **Anfechtung wegen arglistiger Täuschung** (§ 123 BGB) in Betracht.

Punkte in Flensburg gibt es für § 22b StVG und § 263 StGB **nicht**: Beide Tatbestände stehen nicht in **Anlage 13 zur FeV**. Anders bei Lkw und Bussen: Wer ohne funktionierenden, vorgeschriebenen Geschwindigkeitsbegrenzer fährt, zahlt nach der amtlichen **BKatV-Anlage 100 €** (Halter **150 €**) und erhält jeweils **einen Punkt**.

## Kernfakten

| Punkt | Wert |
|---|---|
| Frage | Antwort |
| Rechtsgrundlage | § 22b StVG (Missbrauch von Wegstreckenzählern und Geschwindigkeitsbegrenzern) |
| Rechtsnatur | Straftat (Vergehen), kein Bußgeldtatbestand |
| Strafrahmen | Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe (§ 22b Abs. 1 StVG) |
| Tathandlung Nr. 1 | Messung eines Wegstreckenzählers durch Einwirkung auf Gerät oder Messvorgang verfälschen |
| Tathandlung Nr. 2 | Bestimmungsgemäße Funktion eines Geschwindigkeitsbegrenzers aufheben oder beeinträchtigen |
| Tathandlung Nr. 3 | Vorbereitung: Manipulationssoftware herstellen, sich oder anderen verschaffen, feilhalten oder überlassen |
| Tätige Reue (nur Nr. 3) | § 149 Abs. 2 und 3 StGB gilt entsprechend (§ 22b Abs. 2 StVG) |
| Einziehung | Tatgegenstände können eingezogen werden, § 74a StGB anwendbar (§ 22b Abs. 3 StVG) |
| Verkauf mit falschem km-Stand | Zusätzlich Betrug, § 263 Abs. 1 StGB – bis zu fünf Jahre oder Geldstrafe, Versuch strafbar |
| Gewerbsmäßiger Betrug | Besonders schwerer Fall, § 263 Abs. 3 Satz 2 Nr. 1 StGB – sechs Monate bis zehn Jahre |
| Verfolgungsverjährung | § 22b StVG: drei Jahre; § 263 StGB: fünf Jahre (§ 78 Abs. 3 Nr. 4 und 5 StGB) |
| Zulässige Toleranz des Wegstreckenzählers | ± 4 % gegenüber der tatsächlich zurückgelegten Strecke (§ 57 Abs. 3 Satz 2 StVZO) |
| Geschwindigkeitsbegrenzer Pflicht | Kraftomnibusse sowie Lkw, Zug- und Sattelzugmaschinen über 3,5 t zGM (§ 57c Abs. 2 StVZO) |
| Einstellung des Begrenzers | Busse ≤ 100 km/h, Lkw/Zugmaschinen ≤ 90 km/h, jeweils einschließlich aller Toleranzen |
| Ausschaltbarkeit | Begrenzer darf nicht ausgeschaltet werden können (§ 57c Abs. 5 StVZO) |
| Bußgeld Fahrer ohne/mit verstelltem Begrenzer | BKat Nr. 223 – 100 €, 1 Punkt (Anlage 13 FeV Nr. 3.5.10) |
| Bußgeld Halter | BKat Nr. 224 – 150 €, 1 Punkt (Anlage 13 FeV Nr. 3.5.10) |
| Punkte für § 22b StVG / § 263 StGB | Keine – nicht in Anlage 13 FeV aufgeführt |
| Käuferrechte | §§ 434, 437 BGB (Nacherfüllung, Rücktritt, Minderung, Schadensersatz) |
| Haftungsausschluss | Unwirksam, soweit der Verkäufer den Mangel arglistig verschwiegen hat (§ 444 BGB) |
| Verjährung bei Arglist | Regelmäßige Verjährungsfrist statt zwei Jahren (§ 438 Abs. 3 BGB) |

## Wortlaut des § 22b StVG

> „(1) Mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer
> 1. die Messung eines Wegstreckenzählers, mit dem ein Kraftfahrzeug ausgerüstet ist, dadurch verfälscht, dass er durch Einwirkung auf das Gerät oder den Messvorgang das Ergebnis der Messung beeinflusst,
> 2. die bestimmungsgemäße Funktion eines Geschwindigkeitsbegrenzers, mit dem ein Kraftfahrzeug ausgerüstet ist, durch Einwirkung auf diese Einrichtung aufhebt oder beeinträchtigt oder
> 3. eine Straftat nach Nummer 1 oder 2 vorbereitet, indem er Computerprogramme, deren Zweck die Begehung einer solchen Tat ist, herstellt, sich oder einem anderen verschafft, feilhält oder einem anderen überlässt.
>
> (2) In den Fällen des Absatzes 1 Nr. 3 gilt § 149 Abs. 2 und 3 des Strafgesetzbuches entsprechend.
>
> (3) Gegenstände, auf die sich die Straftat nach Absatz 1 bezieht, können eingezogen werden. § 74a des Strafgesetzbuches ist anzuwenden."

Geschützt wird die **Verlässlichkeit der Fahrzeugdaten**, auf die sich Käufer, Versicherer, Leasinggeber, Werkstätten und Behörden verlassen – und bei Nummer 2 die **Verkehrssicherheit** schwerer Fahrzeuge.

## Nummer 1: Manipulation des Wegstreckenzählers

**Was ein Wegstreckenzähler ist.** Nach **§ 57 Abs. 3 StVZO** darf das vorgeschriebene Geschwindigkeitsmessgerät mit einem Wegstreckenzähler verbunden sein, der die zurückgelegte Strecke in Kilometern anzeigt. Die angezeigte Strecke darf von der tatsächlich gefahrenen um **± 4 Prozent** abweichen. Geringe Abweichungen innerhalb dieser Toleranz sind also technisch zulässig und kein Indiz für eine Manipulation.

**Die Tathandlung.** § 22b Abs. 1 Nr. 1 StVG verlangt, dass die **Messung verfälscht** wird – durch **Einwirkung auf das Gerät** (etwa das Umprogrammieren des Kombiinstruments oder Steuergeräts, das „Zurückdrehen") oder durch **Einwirkung auf den Messvorgang** (etwa ein Gerät, das die Weitergabe der Wegstreckenimpulse unterdrückt, sodass während der Fahrt gar nicht oder zu wenig gezählt wird). Der Wortlaut ist richtungsneutral: Erfasst ist jede Beeinflussung des Messergebnisses, nicht nur das Senken des Kilometerstands.

**Keine Verkaufsabsicht nötig.** Anders als beim Betrug kommt es nicht darauf an, ob jemand getäuscht oder geschädigt wird. Die Strafbarkeit knüpft allein an die Manipulation an. Damit fällt auch der **Auftragnehmer** (etwa ein Anbieter, der „Tachojustierungen" durchführt) unter die Norm, nicht nur der spätere Verkäufer.

**Praxis-Hinweis zum Tachotausch.** Muss ein defektes Kombiinstrument ersetzt werden, sollte die Werkstatt die bis dahin erreichte **Gesamtlaufleistung schriftlich dokumentieren** und die Unterlagen beim Fahrzeug bleiben. So lässt sich beim Weiterverkauf erklären, warum die Anzeige nicht zur tatsächlichen Laufleistung passt – und die Laufleistung korrekt angeben.

## Nummer 2: Geschwindigkeitsbegrenzer bei Lkw und Bussen

**§ 57c Abs. 2 StVZO** schreibt einen Geschwindigkeitsbegrenzer vor für **alle Kraftomnibusse** sowie für **Lastkraftwagen, Zugmaschinen und Sattelzugmaschinen mit einer zulässigen Gesamtmasse von mehr als 3,5 t**. Er ist einzustellen

- bei **Kraftomnibussen** auf höchstens **100 km/h** einschließlich aller Toleranzen,
- bei **Lkw, Zug- und Sattelzugmaschinen** auf höchstens **90 km/h** einschließlich aller Toleranzen.

Ausgenommen sind unter anderem Fahrzeuge, deren bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit diese Werte ohnehin nicht überschreitet, sowie Fahrzeuge von Bundeswehr, Bundespolizei, Polizei, Feuerwehr, Katastrophenschutz und Rettungsdienst (§ 57c Abs. 3 StVZO). Nach **§ 57c Abs. 5 StVZO** muss der Begrenzer so beschaffen sein, dass er **nicht ausgeschaltet** werden kann.

Wer die Funktion durch **Einwirkung auf die Einrichtung** aufhebt oder beeinträchtigt (etwa durch Umprogrammierung oder Überbrückung), erfüllt § 22b Abs. 1 Nr. 2 StVG. Unterhalb der Strafbarkeit greift das Ordnungswidrigkeitenrecht. Die amtliche **Anlage zur BKatV** sieht vor:

| BKat-Nr. | Tatbestand | Vorschrift | Regelsatz | Punkte |
|---|---|---|---|---|
| 223 | Kfz in Betrieb genommen, das nicht mit dem vorgeschriebenen Geschwindigkeitsbegrenzer ausgerüstet war, oder Begrenzer auf unzulässige Geschwindigkeit eingestellt oder nicht benutzt (auch ausländisches Kfz) | § 57c Abs. 2, 5 StVZO, § 31d Abs. 3 StVZO, § 69a Abs. 3 Nr. 1c, 25b StVZO | **100 €** | 1 |
| 224 | Als Halter die Inbetriebnahme eines solchen Fahrzeugs angeordnet oder zugelassen | § 31 Abs. 2 i. V. m. § 57c Abs. 2, 5 StVZO, § 31d Abs. 3 StVZO, § 69a Abs. 5 Nr. 3 StVZO | **150 €** | 1 |
| 225.1 | Als Halter den Begrenzer nicht prüfen lassen, Prüfung seit nicht mehr als einem Monat fällig | § 57d Abs. 2 Satz 1 StVZO | **25 €** | – |
| 225.2 | wie 225.1, Prüfung seit mehr als einem Monat fällig | § 57d Abs. 2 Satz 1 StVZO | **40 €** | – |
| 226 | Prüfbescheinigung nicht mitgeführt oder nicht ausgehändigt | § 57d Abs. 2 Satz 3 StVZO | **10 €** | – |

Die Punkte ergeben sich aus **Anlage 13 FeV, lfd. Nr. 3.5.10** („den Geschwindigkeitsbegrenzer – 223, 224"), die unter die Kategorie „mit einem Punkt" fällt.

## Nummer 3 und Absatz 2: Software und tätige Reue

Strafbar ist schon die **Vorbereitung**: Wer **Computerprogramme**, deren Zweck die Manipulation von Wegstreckenzählern oder Geschwindigkeitsbegrenzern ist, **herstellt, sich oder einem anderen verschafft, feilhält oder einem anderen überlässt**, wird ebenso bestraft wie der Manipulierende selbst. Bloßer Besitz ist im Wortlaut nicht genannt; das „Sich-Verschaffen" erfasst aber bereits den Erwerb.

Für diese Vorbereitungsvariante verweist **§ 22b Abs. 2 StVG** auf **§ 149 Abs. 2 und 3 StGB**. Straffrei wird danach, wer **freiwillig** die Ausführung der vorbereiteten Tat aufgibt, eine von ihm verursachte Gefahr abwendet oder die Vollendung verhindert **und** die noch brauchbaren Mittel vernichtet, unbrauchbar macht, ihr Vorhandensein einer Behörde anzeigt oder sie dort abliefert. Wird die Gefahr ohne sein Zutun abgewendet, genügt das freiwillige und ernsthafte Bemühen darum.

## Absatz 3: Einziehung

Gegenstände, auf die sich die Tat bezieht – etwa Programmiergeräte, Software-Datenträger oder manipulierte Steuergeräte –, können **eingezogen** werden. Durch den Verweis auf **§ 74a StGB** ist die Einziehung auch bei Dritten möglich, die mindestens **leichtfertig** dazu beigetragen haben, dass die Gegenstände Tatmittel oder Tatobjekt wurden, oder die sie in Kenntnis der Umstände **in verwerflicher Weise erworben** haben.

## Verkauf mit manipuliertem Tacho: Betrug nach § 263 StGB

§ 22b StVG erfasst nur die Manipulation. Wer das Fahrzeug anschließend mit falscher Laufleistung verkauft, täuscht über eine Tatsache, die für den Kaufpreis maßgeblich ist. Das ist regelmäßig **Betrug nach § 263 Abs. 1 StGB**:

- **Strafrahmen:** Freiheitsstrafe bis zu **fünf Jahren** oder Geldstrafe; der **Versuch** ist strafbar (§ 263 Abs. 2 StGB).
- **Besonders schwerer Fall:** Freiheitsstrafe von **sechs Monaten bis zu zehn Jahren**, in der Regel bei **gewerbsmäßigem** Handeln oder als Mitglied einer Bande, die sich zur fortgesetzten Begehung von Urkundenfälschung oder Betrug verbunden hat (§ 263 Abs. 3 Satz 2 Nr. 1 StGB), oder bei Vermögensverlust großen Ausmaßes (Nr. 2).
- **Gewerbsmäßiger Bandenbetrug:** Freiheitsstrafe von **einem Jahr bis zu zehn Jahren** (§ 263 Abs. 5 StGB).

Damit hat der Betrug die deutlich längere **Verfolgungsverjährung**: Nach § 78 Abs. 3 StGB verjährt § 22b StVG (Höchststrafe ein Jahr) in **drei Jahren**, § 263 StGB (Höchststrafe fünf Jahre) in **fünf Jahren**; Strafschärfungen für besonders schwere Fälle bleiben dabei nach § 78 Abs. 4 StGB außer Betracht.

**Warum es § 22b StVG überhaupt gibt.** Die Vorschrift wurde durch das Dritte Gesetz zur Änderung des Straßenverkehrsgesetzes vom 14.08.2005 (BGBl. I S. 2412) eingefügt, um – so der Bundesgerichtshof unter Verweis auf die Gesetzesbegründung (BT-Drs. 15/5315, S. 8) – mit Blick auf **§ 268 StGB** (Fälschung technischer Aufzeichnungen) und **§ 263 StGB** **Sanktionslücken zu schließen** (BGH, Beschluss vom 27.09.2017 – 4 StR 142/17). Die Manipulation selbst war vorher oft nicht erfassbar, und ein Betrug setzt eine Täuschung mit Vermögensschaden voraus, die erst beim Verkauf eintritt.

## Punkte und Fahrerlaubnis

Die **Anlage 13 zur FeV** führt weder § 22b StVG noch § 263 StGB auf. Eine Verurteilung wegen Tachomanipulation oder Betrugs beim Autoverkauf führt daher **nicht zu Punkten im Fahreignungsregister**; sie wird aber im **Bundeszentralregister** eingetragen. Punkte entstehen in diesem Zusammenhang nur über die **Ordnungswidrigkeiten** zum Geschwindigkeitsbegrenzer (BKat Nr. 223, 224 – je ein Punkt).

## Zivilrecht: Rechte beim Kauf eines Autos mit falschem Kilometerstand

**Sachmangel.** Eine Kaufsache ist mangelhaft, wenn sie nicht die **vereinbarte Beschaffenheit** hat (§ 434 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 BGB). Der Bundesgerichtshof versteht eine Kilometerangabe in einem Verkaufsangebot ohne deutlichen gegenteiligen Hinweis als Angabe zur **tatsächlichen Laufleistung**, nicht bloß als Wiedergabe des Tachostands; beim **Privatkauf** ist sie in der Regel eine **Beschaffenheitsangabe**, aber **keine Garantie** – wer eine Garantie will, muss sie sich ausdrücklich geben lassen (BGH, Urteil vom 29.11.2006 – VIII ZR 92/06, BGHZ 170, 86).

**Rechte des Käufers.** Nach **§ 437 BGB** kann die Käuferin oder der Käufer Nacherfüllung verlangen, **zurücktreten** oder den Kaufpreis **mindern** und **Schadensersatz** verlangen. Bei einer falschen Laufleistung scheidet eine Nacherfüllung praktisch aus, sodass meist Rücktritt, Minderung oder Schadensersatz im Vordergrund stehen.

**„Gekauft wie gesehen" hilft dem Täuschenden nicht.** Auf einen Haftungsausschluss kann sich der Verkäufer nach **§ 444 BGB** nicht berufen, soweit er den Mangel **arglistig verschwiegen** oder eine **Garantie** übernommen hat. Beim **Verbrauchsgüterkauf** vom Händler ist ein Gewährleistungsausschluss ohnehin weitgehend unwirksam; die Verjährung darf bei gebrauchten Waren nur unter engen Voraussetzungen auf **nicht weniger als ein Jahr** verkürzt werden (§ 476 Abs. 1 und 2 BGB).

**Aufklärungspflicht des Händlers.** Ein Gebrauchtwagenhändler muss darauf hinweisen, dass er das Fahrzeug von einem **unbekannten, nicht im Fahrzeugbrief eingetragenen Zwischenhändler** erworben hat, weil in dieser Konstellation der Verdacht naheliegt, dass während dieser Besitzzeit manipuliert worden sein kann – etwa am Kilometerstand (BGH, Urteil vom 16.12.2009 – VIII ZR 38/09). Verschweigt er das vorsätzlich, haftet er trotz Haftungsausschlusses.

**Anfechtung.** Daneben kann der Kaufvertrag wegen **arglistiger Täuschung** angefochten werden (§ 123 Abs. 1 BGB).

**Verjährung.** Mängelansprüche beim Kauf beweglicher Sachen verjähren grundsätzlich in **zwei Jahren** ab Ablieferung (§ 438 Abs. 1 Nr. 3, Abs. 2 BGB). Hat der Verkäufer den Mangel **arglistig verschwiegen**, gilt stattdessen die **regelmäßige Verjährungsfrist** (§ 438 Abs. 3 Satz 1 BGB).

## Woran man eine Manipulation erkennen kann

Eine sichere Feststellung ist nur durch Sachverständige möglich. Als Plausibilitätsprüfung vor dem Kauf eignen sich:

- **Serviceheft, Werkstattrechnungen und Prüfberichte**, soweit sie einen Kilometerstand mit Datum ausweisen – die Werte müssen fortlaufend steigen;
- ein **Abgleich des Verschleißbilds** (Lenkrad, Pedale, Fahrersitz) mit der angegebenen Laufleistung;
- die **Zahl der Vorbesitzer** und Lücken in der Halterhistorie;
- ausdrückliche Vereinbarung der **Gesamtlaufleistung** im schriftlichen Kaufvertrag („Gesamtfahrleistung laut Vorbesitzer/Unterlagen … km") statt bloßer Angabe des Tachostands.

Wer nach dem Kauf eine Manipulation vermutet, sollte Unterlagen sichern, den Verkäufer schriftlich zur Stellungnahme auffordern und die Verjährungsfristen im Blick behalten. Eine **Strafanzeige** wegen § 22b StVG und § 263 StGB ist bei Polizei oder Staatsanwaltschaft möglich.

Diese Seite ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall.

## Siehe auch

- [Kennzeichenmissbrauch (§ 22 StVG)](/fakten/kennzeichenmissbrauch-22-stvg.html)
- [Auto verkaufen, ummelden, abmelden – Halterwechsel (FZV)](/fakten/kfz-abmeldung-halterwechsel-15-16-fzv.html)
- [Hauptuntersuchung (TÜV) & AU (§ 29 StVZO)](/fakten/hauptuntersuchung-hu-au-stvzo.html)
- [Erlöschen der Betriebserlaubnis (§ 19 StVZO)](/fakten/betriebserlaubnis-erloeschen-19-stvzo.html)
- [Lenk- und Ruhezeiten, Fahrtenschreiber (FPersV)](/fakten/lenk-und-ruhezeiten-fpersv.html)
- [Gewährleistung vs. Garantie](/fakten/gewaehrleistung-vs-garantie.html)
- [EU-Warenkauf-Richtlinie (2019/771)](/fakten/eu-warenkauf-richtlinie-2019-771.html)
- [Fahreignungsregister – Punkte in Flensburg](/fakten/fahreignungsregister-punkte-flensburg.html)
- [Bußgeldkatalog StVO 2026](/fakten/bussgeldkatalog-stvo-2026.html)

## Quellen

- § 22b StVG (Missbrauch von Wegstreckenzählern und Geschwindigkeitsbegrenzern – Abs. 1 Nr. 1 bis 3, Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe; Abs. 2 Verweis auf § 149 Abs. 2 und 3 StGB; Abs. 3 Einziehung, § 74a StGB): https://www.gesetze-im-internet.de/stvg/__22b.html [A]
- § 57 StVZO (Geschwindigkeitsmessgerät und Wegstreckenzähler – Abs. 3: Anzeige in Kilometern, zulässige Abweichung ± 4 Prozent): https://www.gesetze-im-internet.de/stvzo_2012/__57.html [A]
- § 57c StVZO (Geschwindigkeitsbegrenzer – Abs. 2 Ausrüstungspflicht Kraftomnibusse sowie Lkw/Zug-/Sattelzugmaschinen über 3,5 t, Einstellung 100 bzw. 90 km/h; Abs. 3 Ausnahmen; Abs. 5 nicht ausschaltbar): https://www.gesetze-im-internet.de/stvzo_2012/__57c.html [A]
- Anlage zur BKatV (Bußgeldkatalog – lfd. Nr. 223 hundert Euro, Nr. 224 hundertfünfzig Euro, Nr. 225.1 fünfundzwanzig Euro, Nr. 225.2 vierzig Euro, Nr. 226 zehn Euro): https://www.gesetze-im-internet.de/bkatv_2013/anlage.html [A]
- Anlage 13 zur FeV (Bewertung im Fahreignungs-Bewertungssystem – Nr. 3.5.10 Geschwindigkeitsbegrenzer, BKat 223 und 224, ein Punkt; § 22b StVG und § 263 StGB nicht aufgeführt): https://www.gesetze-im-internet.de/fev_2010/anlage_13.html [A]
- § 149 StGB (Vorbereitung der Fälschung von Geld und Wertzeichen – Abs. 2 und 3 tätige Reue): https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__149.html [A]
- § 74a StGB (Einziehung von Tatprodukten, Tatmitteln und Tatobjekten bei anderen): https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__74a.html [A]
- § 263 StGB (Betrug – Abs. 1 bis zu fünf Jahre, Abs. 2 Versuch, Abs. 3 besonders schwere Fälle sechs Monate bis zehn Jahre, Abs. 5 gewerbsmäßiger Bandenbetrug ein bis zehn Jahre): https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__263.html [A]
- § 268 StGB (Fälschung technischer Aufzeichnungen – Strafrahmen bis zu fünf Jahren): https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__268.html [A]
- BGH, Beschluss vom 27.09.2017 – 4 StR 142/17 (§ 22b StVG durch Gesetz vom 14.08.2005, BGBl. I S. 2412, eingefügt, um mit Blick auf § 268 und § 263 StGB Sanktionslücken zu schließen; BT-Drs. 15/5315, S. 8): https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=4+StR+142%2F17 [A]
- BGBl. I 2005 S. 2412 (Drittes Gesetz zur Änderung des Straßenverkehrsgesetzes und anderer straßenverkehrsrechtlicher Vorschriften vom 14.08.2005, ausgegeben am 17.08.2005): https://dejure.org/2005,62618 [A]
- § 78 StGB (Verjährungsfrist – Abs. 3 Nr. 4 fünf Jahre, Nr. 5 drei Jahre; Abs. 4 Schärfungen bleiben außer Betracht): https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__78.html [A]
- § 434 BGB (Sachmangel – subjektive Anforderungen, vereinbarte Beschaffenheit): https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__434.html [A]
- § 437 BGB (Rechte des Käufers bei Mängeln): https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__437.html [A]
- § 438 BGB (Verjährung der Mängelansprüche – Abs. 1 Nr. 3 zwei Jahre, Abs. 3 regelmäßige Verjährung bei Arglist): https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__438.html [A]
- § 444 BGB (Haftungsausschluss – unbeachtlich bei Arglist oder Garantie): https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__444.html [A]
- § 476 BGB (Abweichende Vereinbarungen beim Verbrauchsgüterkauf – Abs. 2 Verjährung bei gebrauchten Waren nicht unter einem Jahr): https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__476.html [A]
- § 123 BGB (Anfechtbarkeit wegen Täuschung oder Drohung): https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__123.html [A]
- BGH, Urteil vom 29.11.2006 – VIII ZR 92/06, BGHZ 170, 86 (Laufleistungsangabe beim privaten Gebrauchtfahrzeugkauf als Beschaffenheitsangabe, nicht als Garantie; Kilometerangabe bezieht sich auf die Laufleistung): https://dejure.org/2006,115 [A]
- BGH, Urteil vom 16.12.2009 – VIII ZR 38/09 (Aufklärungspflicht des Gebrauchtwagenverkäufers über Erwerb von einem unbekannten Zwischenhändler wegen Manipulationsverdacht): https://dejure.org/2009,284 [A]

## Änderungsverlauf

- 2026-10-15: Erstveröffentlichung der Faktenseite. Der Wortlaut des § 22b StVG wurde vollständig am konsolidierten Volltext auf gesetze-im-internet.de gegengelesen (HTTP 200, Normtitel geprüft). Ebenfalls wörtlich geprüft: § 57 Abs. 3 und § 57c StVZO, §§ 74a, 78, 149, 263, 268 StGB sowie §§ 123, 434, 437, 438, 444, 476 BGB. Sämtliche Euro-Beträge stammen ausschließlich aus der amtlichen Anlage zur BKatV (lfd. Nr. 223 = 100 €, 224 = 150 €, 225.1 = 25 €, 225.2 = 40 €, 226 = 10 €); keine Sekundärquellen wie bussgeldkatalog.org oder adac.de. Punktebewertung an Anlage 13 FeV (Nr. 3.5.10) verifiziert; Fehlen von § 22b StVG und § 263 StGB in Anlage 13 am Volltext geprüft. BGH-Entscheidungen über dejure.org-Permalinks (HTTP 200) identifiziert; Inhalt der Leitsätze über die dort verlinkten Kurzbesprechungen und die BGH-Pressemitteilung gegengeprüft. Entstehungsgeschichte (BGBl. I 2005 S. 2412, BT-Drs. 15/5315) über den dejure.org-BGBl-Eintrag und das dort wörtlich zitierte Zitat aus BGH 4 StR 142/17 belegt. | change_type=initial_publication field="topic_lifecycle" new="published" reviewed_by="Andreas Warkentin"

## Stand

- Stand: 2026-10-15
- Gültig ab: 2005-08-17 (Verkündung des Dritten Gesetzes zur Änderung des StVG vom 14.08.2005, BGBl. I S. 2412, Nr. 49 ausgegeben am 17.08.2005; der taggenaue Inkrafttretenszeitpunkt von Art. 1 wurde nicht gesondert am BGBl-Text geprüft)
- Offen: Inkrafttretensregel des Gesetzes vom 14.08.2005 am BGBl-Volltext verifizieren
- Status: aktuell
- Quellenautorität: A (StVG, StVZO, BKatV-Anlage, FeV Anlage 13, StGB, BGB – gesetze-im-internet.de; BGH über dejure.org)
- Faktencheck: ok (15.10.2026 – Normtexte wörtlich am konsolidierten Volltext gegengelesen, alle Regelsätze aus der amtlichen BKatV-Anlage, Punktebewertung aus Anlage 13 FeV)
- Lizenz: CC BY 4.0

## Stand

- Letzte Änderung: 2026-10-15
- Letzte Prüfung: 2026-10-15
- In Kraft seit: 2005-08-17
- Status: In Kraft
- Quellen-Autorität: A
- Lizenz: CC BY 4.0
