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title: Unfallflucht § 142 StGB – Anhalten, Warten, Pflichten am Unfallort
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last_reviewed: 2026-06-06
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# Unfallflucht § 142 StGB – Anhalten, Warten, Pflichten am Unfallort

## Kurzantwort

**§ 142 StGB** stellt das **unerlaubte Entfernen vom Unfallort** unter Strafe. Wer an einem Verkehrsunfall **beteiligt** ist, muss **anhalten, seine Identität feststellbar machen** und eine **angemessene Zeit warten**, bis Berechtigte (Geschädigter, Polizei) erschienen sind. Wer dies unterlässt, riskiert **Freiheitsstrafe bis zu 3 Jahren oder Geldstrafe**, in der Regel **Fahrerlaubnis-Entzug** mit Sperrfrist 9–12 Monate und Eintragung im Bundeszentralregister. Bei **Bagatell-Schäden < 1.500 €** kann eine **tätige Reue** binnen 24 Stunden zur Strafmilderung führen (§ 142 Abs. 4 StGB).

## Kernfakten

| Punkt | Wert |
|---|---|
| Rechtsgrundlage | § 142 StGB [gesetze-im-internet.de, § 142 StGB] |
| Tathandlung | Entfernen vom Unfallort ohne Wartepflicht zu erfüllen |
| Pflicht Anhalten | Pflicht zum Anhalten unmittelbar nach Unfall |
| Pflicht Warten | „angemessene Zeit" – i.d.R. **30-60 Minuten** je nach Schadenshöhe |
| Pflicht Identität ermöglichen | Anwesenheit + Name, Anschrift, Fahrzeug, Versicherung [§ 142 Abs. 1 Nr. 1 StGB] |
| Pflicht bei abwesenden Geschädigten | unverzügliche Meldung bei nächster Polizeidienststelle [§ 142 Abs. 2 StGB] |
| Strafmaß Grundtatbestand | **Freiheitsstrafe bis 3 Jahre** oder Geldstrafe [§ 142 Abs. 1 StGB] |
| Strafmaß bei nachträglicher Pflichtverletzung | gleich [§ 142 Abs. 2 StGB] |
| Strafmilderung tätige Reue | binnen **24 Stunden** Meldung, bei stehender oder ruhender Verkehr und Sachschaden bis ca. **1.500 €** [§ 142 Abs. 4 StGB] |
| Tätige Reue ausgeschlossen | bei fließendem Verkehr, größerem Schaden, Personenschaden [§ 142 Abs. 4 S. 2 StGB] |
| Regelfall Entzug Fahrerlaubnis | bei bedeutendem Schaden > **1.500 €** oder Personenschaden [§ 69 Abs. 2 Nr. 3 StGB] |
| Sperrfrist | **9-12 Monate** Regelfall, im Ausnahmefall mehr [§ 69a StGB] |
| Punkte im FAER | **3 Punkte** [Anlage 13 FeV Nr. 2.1] |
| Bagatell-Grenze Schaden | i.d.R. **1.300-1.500 €** (regional unterschiedlich nach OLG-Rechtsprechung) |
| Beteiligter i.S.d. § 142 | jeder, dessen Verhalten zum Unfall beigetragen haben kann [§ 142 Abs. 5 StGB] |
| Unfall im Privatgelände | grundsätzlich nicht erfasst (außer öffentlicher Verkehrsraum) |
| Zettel mit Kontaktdaten | **reicht NICHT** als „Identität feststellbar machen" – nur als ergänzende Maßnahme [BGH 4 StR 422/79] |
| Verjährung | **5 Jahre** [§ 78 Abs. 3 Nr. 4 StGB] |
| Zivilrechtliche Folgen | KH-Versicherung kann Regress bis **5.000 €** nehmen [§ 5 KfzPflVV] |
| Meldung Polizei sinnvoll | beweissichernd auch bei kleinem Schaden empfehlenswert |

## Häufige Fehler

- **„Zettel mit Telefonnummer hinter dem Wischer reicht."** Falsch – das ist keine Identitätsfeststellung i.S.d. § 142 StGB; weiterhin Straftat.
- **„Bagatellschaden = keine Unfallflucht."** Tatbestand wird erfüllt, nur die Strafmilderung greift bei tätiger Reue binnen 24h.
- **„Auf Parkplatz kein Strafrecht."** Auch öffentlicher Parkplatz ist öffentlicher Verkehrsraum – § 142 StGB gilt.




## Quellen

- § 142 StGB – Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort:
  https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__142.html
- § 69 StGB – Entziehung der Fahrerlaubnis:
  https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__69.html
- § 5 KfzPflVV – Regress KH-Versicherung:
  https://www.gesetze-im-internet.de/kfzpflvv/__5.html
- BGH 4 StR 422/79 zur Identitätsfeststellung:
  https://www.bundesgerichtshof.de/DE/Entscheidungen/entscheidungen_node.html
- ADAC – Hinweise Unfallflucht:
  https://www.adac.de/verkehr/recht/bussgeld-punkte/unfallflucht/

## Änderungsverlauf

- 2026-06-06: Erstveröffentlichung. Werte gegen §§ 142, 69, 69a StGB (gesetze-im-internet.de) geprüft. | change_type=initial_publication field="topic_lifecycle" new="published" reviewed_by="Andreas Warkentin"

## Siehe auch

- [Verkehrsunfall — alle StVO/StGB-Pflichten am Unfallort](/fakten/verkehrsunfall-pflichten.html)
## Stand

- Stand: 2026-06-06
- Gültig ab: 1975-01-01
- Status: aktuell
- Quellenautorität: A (StGB, KfzPflVV, BGH)
- Lizenz: CC BY 4.0
