---
title: Voraussetzungen der Zwangsvollstreckung – Titel, Klausel, Zustellung (§§ 704, 750 ZPO)
seo_title: Voraussetzungen der Zwangsvollstreckung
slug: voraussetzungen-zwangsvollstreckung-750-zpo
topic: prozess-vollstreckungsrecht
legal_status: in_force
authority_level: A
valid_from: 2026-08-23
valid_to: 2027-12-31
last_reviewed: 2026-08-23
status: aktuell
license: CC-BY-4.0
url: https://nexvyra.de/fakten/voraussetzungen-zwangsvollstreckung-750-zpo.md
wikidata_subjects: [Q231695, Q25593566, Q206893]
factcheck_status: ok
---

# Voraussetzungen der Zwangsvollstreckung – Titel, Klausel, Zustellung (§§ 704, 750 ZPO)

## Kurzantwort

Bevor ein Gläubiger vollstrecken darf, müssen **drei allgemeine Vollstreckungsvoraussetzungen** vorliegen – in der Praxis „**Titel, Klausel, Zustellung**" genannt. **Titel:** Die Zwangsvollstreckung findet statt aus **Endurteilen, die rechtskräftig oder für vorläufig vollstreckbar erklärt sind** (§ 704 ZPO); daneben treten die **weiteren Vollstreckungstitel** des § 794 ZPO – etwa Vollstreckungsbescheid, Prozessvergleich, Kostenfestsetzungsbeschluss oder notarielle Urkunde. **Klausel:** Vollstreckt wird „auf Grund einer mit der **Vollstreckungsklausel** versehenen Ausfertigung des Urteils (vollstreckbare Ausfertigung)" (§ 724 Abs. 1 ZPO); erteilt wird sie vom **Urkundsbeamten der Geschäftsstelle** (§ 724 Abs. 2 ZPO) mit dem Wortlaut des § 725 ZPO. **Zustellung:** Die Zwangsvollstreckung darf **nur beginnen**, wenn die Personen, für und gegen die sie stattfinden soll, im Titel oder in der beigefügten Klausel **namentlich bezeichnet** sind **und** das Urteil **bereits zugestellt ist oder gleichzeitig zugestellt wird** (§ 750 Abs. 1 Satz 1 ZPO). Eine **Zustellung durch den Gläubiger genügt** (§ 750 Abs. 1 Satz 2 ZPO). Hinzu kommen **besondere Beginnvoraussetzungen**: Hängt der Anspruch vom **Eintritt eines Kalendertages** ab, darf erst nach dessen Ablauf begonnen werden (§ 751 Abs. 1 ZPO); hängt die Vollstreckung von einer **Sicherheitsleistung des Gläubigers** ab, muss diese durch öffentliche oder öffentlich beglaubigte Urkunde nachgewiesen und eine Abschrift zugestellt sein (§ 751 Abs. 2 ZPO). Für **Kostenfestsetzungsbeschlüsse** (nicht auf das Urteil gesetzt), Beschlüsse nach § 794 Abs. 1 Nr. 4b und **notarielle Urkunden** gilt zusätzlich eine **Wartefrist von zwei Wochen** ab Zustellung des Titels (§ 798 ZPO). Fehlt eine dieser Voraussetzungen, ist die Vollstreckungsmaßnahme fehlerhaft und mit der **Erinnerung nach § 766 ZPO** angreifbar.

## Kernfakten

| Punkt | Wert |
|---|---|
| Merksatz | **Titel – Klausel – Zustellung** (die drei allgemeinen Vollstreckungsvoraussetzungen) |
| Rechtsgrundlagen | **§ 704 ZPO** (Titel), **§§ 724, 725 ZPO** (Klausel), **§ 750 ZPO** (Zustellung, namentliche Bezeichnung), **§§ 751, 752, 756, 798 ZPO** (besondere Beginnvoraussetzungen) |
| Titel (Regelfall) | **Endurteil**, das **rechtskräftig** oder **für vorläufig vollstreckbar erklärt** ist (§ 704 ZPO) |
| Weitere Titel | **§ 794 ZPO** – u. a. Prozessvergleich (Abs. 1 Nr. 1), Kostenfestsetzungsbeschluss (Nr. 2), notarielle Urkunde (Nr. 5); zusätzlich Vollstreckungsbescheid (§ 796 ZPO) |
| Klausel | **vollstreckbare Ausfertigung** = Ausfertigung + Vollstreckungsklausel (§ 724 Abs. 1 ZPO) |
| Klausel erteilt | **Urkundsbeamter der Geschäftsstelle** des Gerichts des ersten Rechtszuges (§ 724 Abs. 2 ZPO) |
| Klausel-Wortlaut | „Vorstehende Ausfertigung wird dem … zum Zwecke der Zwangsvollstreckung erteilt" – unterschrieben vom Urkundsbeamten, mit Gerichtssiegel (§ 725 ZPO) |
| Klausel entbehrlich | beim **Vollstreckungsbescheid**, solange für/gegen die im Bescheid bezeichneten Parteien vollstreckt wird (§ 796 Abs. 1 ZPO) |
| **Namentliche Bezeichnung** | Gläubiger und Schuldner müssen **im Titel oder in der Klausel namentlich bezeichnet** sein (§ 750 Abs. 1 Satz 1 ZPO) |
| **Zustellung** | Titel muss **vor** Vollstreckungsbeginn oder **gleichzeitig** zugestellt sein (§ 750 Abs. 1 Satz 1 ZPO) |
| Wer stellt zu | **Zustellung durch den Gläubiger genügt** (Parteizustellung, § 750 Abs. 1 Satz 2 ZPO) |
| Erleichterung | bei Zustellung durch den Gläubiger braucht die Ausfertigung **Tatbestand und Entscheidungsgründe nicht** zu enthalten (§ 750 Abs. 1 Satz 2 ZPO) |
| Klausel mitzustellen | bei **titelübertragenden/-ergänzenden Klauseln** (§ 726 Abs. 1, §§ 727–729, 738, 742, 744, § 745 Abs. 2, § 749 ZPO) auch **Klausel und ggf. Urkundenabschriften** (§ 750 Abs. 2 ZPO) |
| Sicherungsvollstreckung | bei § 720a ZPO: Urteil **und** Klausel mindestens **zwei Wochen vorher** zugestellt (§ 750 Abs. 3 ZPO) |
| Kalendertag | Beginn erst **nach Ablauf** des Kalendertages, von dem der Anspruch abhängt (§ 751 Abs. 1 ZPO) |
| Sicherheitsleistung des Gläubigers | Nachweis durch **öffentliche oder öffentlich beglaubigte Urkunde** + Zustellung einer Abschrift (§ 751 Abs. 2 ZPO) |
| Teilvollstreckung | Sicherheitshöhe nach dem **Verhältnis Teilbetrag zu Gesamtbetrag** (§ 752 ZPO) |
| Zug-um-Zug-Titel | Gerichtsvollzieher muss die Gegenleistung zuvor **in Annahmeverzug begründender Weise anbieten** (§ 756 Abs. 1 ZPO) |
| **Wartefrist zwei Wochen** | bei Kostenfestsetzungsbeschluss (nicht auf das Urteil gesetzt), Beschlüssen nach § 794 Abs. 1 Nr. 4b und **notariellen Urkunden** (§ 798 ZPO) |
| Vollstreckungsorgane | **Gerichtsvollzieher** im Auftrag des Gläubigers (§ 753 Abs. 1 ZPO); **Vollstreckungsgericht** = Amtsgericht (§ 764 Abs. 1 ZPO) |
| Örtlich zuständig | Amtsgericht, in dessen Bezirk das Vollstreckungsverfahren stattfinden soll oder stattgefunden hat (§ 764 Abs. 2 ZPO) |
| Übertragung auf § 794-Titel | **§§ 724–793 ZPO gelten entsprechend** (§ 795 Satz 1 ZPO) |
| Rechtsbehelf bei Verstoß | **Erinnerung nach § 766 ZPO** (Art und Weise der Zwangsvollstreckung) |
| Arrest / einstweilige Verfügung | Sonderregime: **Vollziehungsfrist ein Monat** (§ 929 Abs. 2 ZPO), Zustellung binnen einer Woche nach Vollziehung (§ 929 Abs. 3 ZPO) |

## Voraussetzung 1: der Vollstreckungstitel

Ohne **Titel** keine Zwangsvollstreckung. § 704 ZPO nennt den Regelfall in einem Satz: „Die Zwangsvollstreckung findet statt aus Endurteilen, die rechtskräftig oder für vorläufig vollstreckbar erklärt sind." Beide Alternativen genügen – der Gläubiger muss also **nicht** abwarten, bis das Urteil rechtskräftig ist, wenn das Gericht es für vorläufig vollstreckbar erklärt hat (§§ 708–711 ZPO).

Neben dem Endurteil stehen die **weiteren Vollstreckungstitel** des § 794 ZPO. Praktisch am wichtigsten sind:

- der **Prozessvergleich** (§ 794 Abs. 1 Nr. 1 ZPO),
- der **Kostenfestsetzungsbeschluss** (§ 794 Abs. 1 Nr. 2 ZPO),
- die **vollstreckbare notarielle Urkunde** mit Unterwerfungserklärung (§ 794 Abs. 1 Nr. 5 ZPO),
- der **Vollstreckungsbescheid** aus dem gerichtlichen Mahnverfahren (§ 796 ZPO).

Für alle diese Titel ordnet **§ 795 Satz 1 ZPO** an, dass die allgemeinen Vorschriften der §§ 724 bis 793 ZPO **entsprechend** gelten, soweit die §§ 795a bis 800 ZPO nichts Abweichendes bestimmen. Die Trias „Titel, Klausel, Zustellung" gilt also nicht nur für Urteile.

Der Titel muss den zu vollstreckenden Anspruch **hinreichend bestimmt** ausweisen – der Vollstreckungstenor muss aus sich heraus vollziehbar sein, weil das Vollstreckungsorgan den materiellen Anspruch nicht selbst prüft. Der **Bundesgerichtshof** hat dies für die Räumungsvollstreckung bestätigt und die eindeutige Bezeichnung des Schuldners im Titel verlangt (BGH, Beschluss vom 13.07.2017 – I ZB 103/16).

## Voraussetzung 2: die Vollstreckungsklausel

Vollstreckt wird nicht aus dem Urteil selbst, sondern „auf Grund einer mit der **Vollstreckungsklausel** versehenen Ausfertigung des Urteils (**vollstreckbare Ausfertigung**)" (§ 724 Abs. 1 ZPO). Erteilt wird sie vom **Urkundsbeamten der Geschäftsstelle des Gerichts des ersten Rechtszuges**; ist der Rechtsstreit bei einem höheren Gericht anhängig, kann auch dessen Geschäftsstelle die Klausel erteilen (§ 724 Abs. 2 ZPO).

**§ 725 ZPO** gibt den Wortlaut vor: „Vorstehende Ausfertigung wird dem (Bezeichnung der Partei) zum Zwecke der Zwangsvollstreckung erteilt." Die Klausel ist der Urteilsausfertigung **am Schluss anzufügen**, vom Urkundsbeamten der Geschäftsstelle zu **unterschreiben** und mit dem **Gerichtssiegel** zu versehen.

Die Klausel hat damit eine doppelte Funktion: Sie **beweist** die Vollstreckbarkeit und sie **individualisiert** die Parteien, für und gegen die vollstreckt werden darf. Deshalb braucht es bei einem Gläubiger- oder Schuldnerwechsel eine besondere **Rechtsnachfolgeklausel** (§ 727 ZPO); ebenso bei bedingten Leistungen eine Klausel nach § 726 Abs. 1 ZPO.

**Ausnahme Vollstreckungsbescheid:** Nach **§ 796 Abs. 1 ZPO** bedürfen Vollstreckungsbescheide der Vollstreckungsklausel **nur dann**, wenn die Zwangsvollstreckung für einen anderen als den im Bescheid bezeichneten Gläubiger oder gegen einen anderen als den im Bescheid bezeichneten Schuldner erfolgen soll. Im Normalfall kann der Gläubiger also **ohne Klausel** aus dem Vollstreckungsbescheid vorgehen – das ist der Grund, warum bei Vollstreckungsbescheiden bis 5.000 € auch der **vereinfachte elektronische Vollstreckungsauftrag** nach § 754a ZPO möglich ist.

Auch für **Arrest und einstweilige Verfügung** gilt eine Erleichterung: Arrestbefehle bedürfen der Klausel nur bei abweichenden Parteien (§ 929 Abs. 1 ZPO).

## Voraussetzung 3: Zustellung und namentliche Bezeichnung (§ 750 ZPO)

**§ 750 Abs. 1 Satz 1 ZPO** ist die Schlüsselnorm: „Die Zwangsvollstreckung darf nur beginnen, wenn die Personen, für und gegen die sie stattfinden soll, in dem Urteil oder in der ihm beigefügten Vollstreckungsklausel **namentlich bezeichnet** sind und das Urteil **bereits zugestellt ist oder gleichzeitig zugestellt wird**."

Daraus folgen zwei Anforderungen:

1. **Namentliche Bezeichnung.** Gläubiger und Schuldner müssen aus dem Titel oder der Klausel eindeutig hervorgehen. Das Vollstreckungsorgan darf nicht selbst ermitteln, wer gemeint ist.
2. **Zustellung des Titels.** Der Schuldner muss den Titel kennen, bevor vollstreckt wird – oder spätestens im selben Moment. „Gleichzeitig" bedeutet in der Praxis: Der Gerichtsvollzieher stellt den Titel bei Beginn der Vollstreckungshandlung zu.

Wichtig ist die Erleichterung in **§ 750 Abs. 1 Satz 2 ZPO**: Eine **Zustellung durch den Gläubiger genügt** (Parteizustellung nach §§ 191 ff. ZPO). In diesem Fall braucht die Ausfertigung des Urteils **Tatbestand und Entscheidungsgründe nicht** zu enthalten – es reicht die sogenannte Kurzausfertigung mit Rubrum und Tenor.

**§ 750 Abs. 2 ZPO** verschärft die Anforderungen, wenn die Klausel **titelübertragend oder titelergänzend** erteilt wurde – etwa nach § 726 Abs. 1 ZPO (bedingte Leistung) oder §§ 727–729 ZPO (Rechtsnachfolge, Vermögens- und Firmenübernehmer). Dann müssen vor oder mit Vollstreckungsbeginn **auch die Vollstreckungsklausel** und, wenn die Klausel auf Grund öffentlicher oder öffentlich beglaubigter Urkunden erteilt wurde, **Abschriften dieser Urkunden** zugestellt werden.

**§ 750 Abs. 3 ZPO** regelt schließlich die **Sicherungsvollstreckung** nach § 720a ZPO: Sie darf nur beginnen, wenn Urteil und Vollstreckungsklausel **mindestens zwei Wochen vorher** zugestellt sind.

## Besondere Beginnvoraussetzungen: Kalendertag, Sicherheit, Wartefrist, Zug um Zug

Über die Trias hinaus kennt die ZPO vier weitere Hürden, die den **Beginn** der Vollstreckung sperren:

- **Kalendertag (§ 751 Abs. 1 ZPO).** Ist die Geltendmachung des Anspruchs vom Eintritt eines Kalendertages abhängig, darf die Zwangsvollstreckung erst beginnen, wenn dieser Kalendertag **abgelaufen** ist. Typischer Fall: ein Titel über eine erst später fällige Rate.
- **Sicherheitsleistung des Gläubigers (§ 751 Abs. 2 ZPO).** Hängt die Vollstreckung von einer dem Gläubiger obliegenden Sicherheitsleistung ab – so bei vorläufiger Vollstreckbarkeit gegen Sicherheit nach § 709 ZPO –, darf nur begonnen oder fortgesetzt werden, wenn die Sicherheitsleistung durch **öffentliche oder öffentlich beglaubigte Urkunde nachgewiesen** und eine **Abschrift dieser Urkunde** bereits zugestellt ist oder gleichzeitig zugestellt wird. Vollstreckt der Gläubiger nur wegen eines Teilbetrages, bemisst sich die Höhe der Sicherheit nach dem **Verhältnis des Teilbetrages zum Gesamtbetrag** (§ 752 Satz 1 ZPO).
- **Wartefrist von zwei Wochen (§ 798 ZPO).** Aus einem **Kostenfestsetzungsbeschluss**, der nicht auf das Urteil gesetzt ist, aus Beschlüssen nach § 794 Abs. 1 Nr. 4b ZPO sowie aus **notariellen Urkunden** nach § 794 Abs. 1 Nr. 5 ZPO darf die Zwangsvollstreckung nur beginnen, wenn der Schuldtitel **mindestens zwei Wochen vorher zugestellt** ist. Diese Frist gibt dem Schuldner Gelegenheit, freiwillig zu zahlen oder Rechtsbehelfe zu prüfen.
- **Zug-um-Zug-Titel (§ 756 Abs. 1 ZPO).** Hängt die Vollstreckung von einer Zug um Zug zu bewirkenden Leistung des Gläubigers ab, darf der Gerichtsvollzieher nicht beginnen, bevor er dem Schuldner die ihm gebührende Leistung in einer den **Annahmeverzug begründenden Weise angeboten** hat – es sei denn, Befriedigung oder Annahmeverzug sind durch öffentliche oder öffentlich beglaubigte Urkunden nachgewiesen und eine Abschrift ist zugestellt.

## Wer vollstreckt: Gerichtsvollzieher und Vollstreckungsgericht

Die ZPO teilt die Zuständigkeit auf zwei Organe auf:

- Der **Gerichtsvollzieher** führt die Zwangsvollstreckung durch, „soweit sie nicht den Gerichten zugewiesen ist", und zwar **im Auftrag des Gläubigers** (§ 753 Abs. 1 ZPO). Der Gläubiger kann für die Auftragserteilung die **Mitwirkung der Geschäftsstelle** in Anspruch nehmen; der so beauftragte Gerichtsvollzieher gilt als vom Gläubiger beauftragt (§ 753 Abs. 2 ZPO). Zuständigkeitsbereich: Sachpfändung, Herausgabevollstreckung, Räumung, Vermögensauskunft.
- Das **Vollstreckungsgericht** – das **Amtsgericht** – ist zuständig, soweit die Anordnung von Vollstreckungshandlungen oder die Mitwirkung daran den Gerichten zugewiesen ist (§ 764 Abs. 1 ZPO). Örtlich zuständig ist, sofern das Gesetz nichts anderes bestimmt, das Amtsgericht, **in dessen Bezirk das Vollstreckungsverfahren stattfinden soll oder stattgefunden hat** (§ 764 Abs. 2 ZPO). Zuständigkeitsbereich: Forderungspfändung (Pfändungs- und Überweisungsbeschluss), P-Konto-Anordnungen, Vollstreckungsschutz.

Durch **Vollstreckungsauftrag und Übergabe der vollstreckbaren Ausfertigung** wird der Gerichtsvollzieher ermächtigt, Leistungen des Schuldners entgegenzunehmen, zu quittieren und mit Wirkung für den Gläubiger **Zahlungsvereinbarungen nach § 802b ZPO** zu treffen (§ 754 Abs. 1 ZPO). Gegenüber Schuldner und Dritten legitimiert ihn bereits der **Besitz der vollstreckbaren Ausfertigung**; Mängel oder Beschränkungen des Auftrags kann der Gläubiger diesen Personen gegenüber nicht entgegenhalten (§ 754 Abs. 2 ZPO). Nach Empfang der Leistung hat der Gerichtsvollzieher dem Schuldner die **vollstreckbare Ausfertigung nebst Quittung** auszuliefern, bei Teilleistung den Betrag auf der Ausfertigung zu vermerken (§ 757 Abs. 1 ZPO).

Für **Inkassodienstleister und andere Bevollmächtigte nach § 79 Abs. 2 ZPO** gilt eine Erleichterung: Bei der Vollstreckung wegen Geldforderungen in das bewegliche Vermögen genügt die **Versicherung ordnungsgemäßer Bevollmächtigung**; ein Vollmachtsnachweis ist nicht erforderlich (§ 753a Satz 1 ZPO). Das gilt jedoch **nicht** für Anträge auf Verhaftung nach § 802g ZPO (§ 753a Satz 2 ZPO).

## Was passiert, wenn eine Voraussetzung fehlt

Die allgemeinen Vollstreckungsvoraussetzungen sind vom **Vollstreckungsorgan von Amts wegen** zu prüfen. Fehlt eine – etwa weil der Titel nicht zugestellt wurde, die Klausel fehlt oder die Wartefrist des § 798 ZPO nicht abgelaufen war –, ist die Vollstreckungsmaßnahme **fehlerhaft**.

Der richtige Rechtsbehelf ist dann in aller Regel die **Erinnerung nach § 766 ZPO** gegen die Art und Weise der Zwangsvollstreckung, über die das Vollstreckungsgericht entscheidet. Gegen dessen Entscheidung ist die **sofortige Beschwerde** nach § 793 ZPO statthaft. Wendet sich der Schuldner dagegen gegen den **titulierten Anspruch selbst** – etwa weil er nach Schluss der mündlichen Verhandlung gezahlt hat –, ist die **Vollstreckungsabwehrklage** nach § 767 ZPO der richtige Weg; richtet sich der Streit gegen die **Klauselerteilung**, greifen §§ 732, 768 ZPO.

Wichtig: Ein Verstoß macht die Vollstreckung nicht automatisch nichtig. Wer sich nicht wehrt, muss die Maßnahme in aller Regel gegen sich gelten lassen.

## Häufige Irrtümer

- **„Ein Urteil reicht zum Vollstrecken."** Nicht ganz. Nötig ist die **vollstreckbare Ausfertigung**, also Ausfertigung plus Vollstreckungsklausel (§ 724 Abs. 1 ZPO) – und zusätzlich die Zustellung (§ 750 Abs. 1 ZPO).
- **„Vollstreckt werden darf erst nach Rechtskraft."** Nein. Auch ein **für vorläufig vollstreckbar erklärtes** Endurteil ist Titel (§ 704 ZPO). Bei Vollstreckbarkeit gegen Sicherheit muss der Gläubiger die Sicherheit aber nachweisen (§ 751 Abs. 2 ZPO).
- **„Der Vollstreckungsbescheid braucht auch eine Klausel."** Im Regelfall nicht. Eine Klausel ist nur nötig, wenn für oder gegen andere Personen als die im Bescheid bezeichneten vollstreckt werden soll (§ 796 Abs. 1 ZPO).
- **„Das Gericht stellt den Titel schon zu."** Nicht zwingend. Für die Vollstreckung genügt die **Zustellung durch den Gläubiger** (§ 750 Abs. 1 Satz 2 ZPO); die Parteizustellung ist der praktische Regelfall.
- **„Aus einer notariellen Urkunde kann sofort vollstreckt werden."** Nein. Hier gilt die **Wartefrist von zwei Wochen** nach Zustellung des Titels (§ 798 ZPO) – ebenso beim separaten Kostenfestsetzungsbeschluss.
- **„Bei einem Zug-um-Zug-Titel muss der Schuldner zuerst leisten."** Nein. Der Gerichtsvollzieher darf erst beginnen, wenn er dem Schuldner die Gegenleistung in Annahmeverzug begründender Weise angeboten hat (§ 756 Abs. 1 ZPO).

## Siehe auch

- [Vollstreckungsklausel und vollstreckbare Ausfertigung (§§ 724 ff. ZPO)](/fakten/vollstreckungsklausel-724-zpo.html)
- [Zwangsvollstreckung aus notarieller Urkunde (§ 794 Abs. 1 Nr. 5 ZPO)](/fakten/notarielle-urkunde-zwangsvollstreckung-794-zpo.html)
- [Vollstreckungsbescheid (§ 699 ZPO)](/fakten/vollstreckungsbescheid-699-zpo.html)
- [Zustellung im Zivilprozess (§§ 166 ff. ZPO)](/fakten/zustellung-zivilprozess-166-zpo.html)
- [Vorläufige Vollstreckbarkeit (§§ 708–711 ZPO)](/fakten/vorlaeufige-vollstreckbarkeit-708-zpo.html)
- [Vollstreckungserinnerung (§ 766 ZPO)](/fakten/vollstreckungserinnerung-766-zpo.html)
- [Vollstreckungsabwehrklage (§ 767 ZPO)](/fakten/vollstreckungsabwehrklage-767-zpo.html)
- [Kosten der Zwangsvollstreckung (§ 788 ZPO)](/fakten/kosten-zwangsvollstreckung-788-zpo.html)





















## Quellen

- § 704 ZPO – Vollstreckbare Endurteile (Zwangsvollstreckung aus Endurteilen, die rechtskräftig oder für vorläufig vollstreckbar erklärt sind): https://www.gesetze-im-internet.de/zpo/__704.html
- § 724 ZPO – Vollstreckbare Ausfertigung (Vollstreckung auf Grund einer mit der Vollstreckungsklausel versehenen Ausfertigung Abs. 1; Erteilung durch den Urkundsbeamten der Geschäftsstelle Abs. 2): https://www.gesetze-im-internet.de/zpo/__724.html
- § 725 ZPO – Vollstreckungsklausel (Wortlaut „Vorstehende Ausfertigung wird dem … zum Zwecke der Zwangsvollstreckung erteilt", Anfügung am Schluss, Unterschrift des Urkundsbeamten, Gerichtssiegel): https://www.gesetze-im-internet.de/zpo/__725.html
- § 750 ZPO – Voraussetzungen der Zwangsvollstreckung (namentliche Bezeichnung und Zustellung Abs. 1 Satz 1; Zustellung durch den Gläubiger genügt, Ausfertigung ohne Tatbestand/Entscheidungsgründe Abs. 1 Satz 2; Mitzustellung der Klausel bei §§ 726 ff. Abs. 2; Zwei-Wochen-Frist bei Sicherungsvollstreckung nach § 720a Abs. 3): https://www.gesetze-im-internet.de/zpo/__750.html
- § 750 ZPO – Normtext (dejure.org-Permalink, per WebFetch im Volltext verifiziert am 2026-08-23): https://dejure.org/gesetze/ZPO/750.html
- § 751 ZPO – Bedingungen für Vollstreckungsbeginn (Ablauf des Kalendertages Abs. 1; Nachweis der Sicherheitsleistung durch öffentliche/öffentlich beglaubigte Urkunde und Zustellung einer Abschrift Abs. 2): https://www.gesetze-im-internet.de/zpo/__751.html
- § 752 ZPO – Sicherheitsleistung bei Teilvollstreckung (Bemessung nach dem Verhältnis von Teilbetrag zu Gesamtbetrag): https://www.gesetze-im-internet.de/zpo/__752.html
- § 753 ZPO – Vollstreckung durch Gerichtsvollzieher (Durchführung im Auftrag des Gläubigers Abs. 1; Mitwirkung der Geschäftsstelle Abs. 2): https://www.gesetze-im-internet.de/zpo/__753.html
- § 753a ZPO – Vollmachtsnachweis (Versicherung ordnungsgemäßer Bevollmächtigung durch Bevollmächtigte nach § 79 Abs. 2 ZPO Satz 1; Ausnahme für Anträge nach § 802g Satz 2): https://www.gesetze-im-internet.de/zpo/__753a.html
- § 754 ZPO – Vollstreckungsauftrag und vollstreckbare Ausfertigung (Ermächtigung zur Entgegennahme, Quittierung und Zahlungsvereinbarung nach § 802b Abs. 1; Legitimation durch Besitz der vollstreckbaren Ausfertigung Abs. 2): https://www.gesetze-im-internet.de/zpo/__754.html
- § 754a ZPO – Vereinfachter Vollstreckungsauftrag bei Vollstreckungsbescheiden (elektronischer Auftrag ohne Übermittlung der Ausfertigung bis 5.000 Euro): https://www.gesetze-im-internet.de/zpo/__754a.html
- § 756 ZPO – Zwangsvollstreckung bei Leistung Zug um Zug (Angebot der Gegenleistung in Annahmeverzug begründender Weise Abs. 1): https://www.gesetze-im-internet.de/zpo/__756.html
- § 757 ZPO – Übergabe des Titels und Quittung (Auslieferung der vollstreckbaren Ausfertigung nebst Quittung, Vermerk bei Teilleistung Abs. 1): https://www.gesetze-im-internet.de/zpo/__757.html
- § 764 ZPO – Vollstreckungsgericht (Zuständigkeit der Amtsgerichte Abs. 1; örtliche Zuständigkeit nach dem Bezirk des Vollstreckungsverfahrens Abs. 2): https://www.gesetze-im-internet.de/zpo/__764.html
- § 766 ZPO – Erinnerung gegen Art und Weise der Zwangsvollstreckung: https://www.gesetze-im-internet.de/zpo/__766.html
- § 794 ZPO – Weitere Vollstreckungstitel (Prozessvergleich Abs. 1 Nr. 1, Kostenfestsetzungsbeschluss Nr. 2, notarielle Urkunde Nr. 5): https://www.gesetze-im-internet.de/zpo/__794.html
- § 795 ZPO – Anwendung der allgemeinen Vorschriften auf die weiteren Vollstreckungstitel (§§ 724 bis 793 ZPO entsprechend, soweit §§ 795a bis 800 nichts Abweichendes bestimmen): https://www.gesetze-im-internet.de/zpo/__795.html
- § 796 ZPO – Zwangsvollstreckung aus Vollstreckungsbescheiden (Klausel nur bei abweichendem Gläubiger oder Schuldner Abs. 1): https://www.gesetze-im-internet.de/zpo/__796.html
- § 798 ZPO – Wartefrist (Zwei-Wochen-Frist bei Kostenfestsetzungsbeschluss, Beschlüssen nach § 794 Abs. 1 Nr. 4b und notariellen Urkunden nach § 794 Abs. 1 Nr. 5): https://www.gesetze-im-internet.de/zpo/__798.html
- § 929 ZPO – Vollstreckungsklausel; Vollziehungsfrist (Klausel beim Arrest nur bei abweichenden Parteien Abs. 1; Vollziehungsfrist ein Monat Abs. 2; Zustellung binnen einer Woche nach Vollziehung Abs. 3): https://www.gesetze-im-internet.de/zpo/__929.html
- § 704 ZPO – Normtext und Fassungsnachweis (dejure.org-Permalink, per WebFetch im Volltext verifiziert am 2026-08-23): https://dejure.org/gesetze/ZPO/704.html
- BGH, Beschluss vom 13.07.2017 – I ZB 103/16 (Räumungsvollstreckung: Erfordernis der eindeutigen Bezeichnung des Schuldners im Vollstreckungstitel): https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=I%20ZB%20103/16
- BGH, Beschluss vom 12.04.2018 – V ZB 212/17 (vollstreckbare Urkunde gegen den jeweiligen Grundstückseigentümer, § 800 ZPO: Entbehrlichkeit einer Rechtsnachfolgeklausel): https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=V%20ZB%20212/17

## Änderungsverlauf

- 2026-08-23: Erstveröffentlichung der Faktenseite. Wortlaut der §§ 704, 724, 725, 750, 751, 752, 753, 753a, 754, 754a, 756, 757, 764, 795, 796, 798 und 929 ZPO gegen den amtlichen Normtext (gesetze-im-internet.de) bzw. den dejure.org-Volltext gegengeprüft; §§ 704 und 750 zusätzlich per WebFetch im Volltext verifiziert. Wikidata-Q-IDs Q231695 (enforcement law in Germany / Zwangsvollstreckungsrecht Deutschland), Q25593566 (writ of execution / Vollstreckungstitel Deutschland) und Q206893 (Civil procedure code of Germany / ZPO) via WebSearch auf wikidata.org verifiziert. | change_type=initial_publication field="topic_lifecycle" new="published" reviewed_by="Andreas Warkentin"
## Stand

- Stand: 2026-08-23
- Status: aktuell (geltendes Recht)
- Quellenautorität: A
- Lizenz: CC BY 4.0
