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title: Wahlleistungen im Krankenhaus (§ 17 KHEntgG) – Chefarztbehandlung, Ein- und Zweibettzimmer, Wirksamkeit der Vereinbarung
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# Wahlleistungen im Krankenhaus (§ 17 KHEntgG) – Chefarztbehandlung, Ein- und Zweibettzimmer, Wirksamkeit der Vereinbarung

## Kurzantwort

**Wahlleistungen** sind alles, was über die **allgemeinen Krankenhausleistungen** hinausgeht – in der Praxis vor allem die **wahlärztliche Behandlung** („Chefarztbehandlung") und die **gesondert berechenbare Unterkunft** (Ein- oder Zweibettzimmer). Rechtsgrundlage ist **§ 17 KHEntgG**. Sie dürfen nur gesondert berechnet werden, wenn die allgemeinen Krankenhausleistungen dadurch **nicht beeinträchtigt** werden und die gesonderte Berechnung mit dem Krankenhaus **vereinbart** ist (§ 17 Abs. 1 Satz 1 KHEntgG). Die gesetzliche Krankenkasse zahlt Wahlleistungen **nicht** – sie sind Selbstzahler- oder Privatversicherungsleistung.

Entscheidend ist die **Form**: Wahlleistungen müssen **vor der Erbringung schriftlich** vereinbart werden, und der Patient ist **vor Abschluss** der Vereinbarung **schriftlich** über Entgelte und Inhalt **im Einzelnen** zu unterrichten (§ 17 Abs. 2 Satz 1 KHEntgG). Seit dem Digitale-Versorgung-Gesetz genügt alternativ **Textform** für Vereinbarung und vorherige Information (§ 17 Abs. 2 Satz 2 KHEntgG).

Die Wahlarztvereinbarung erfasst **zwingend alle** liquidationsberechtigten angestellten oder beamteten Krankenhausärzte, die an der Behandlung beteiligt sind, plus die von ihnen veranlassten externen Leistungen – die sogenannte **Wahlarztkette** (§ 17 Abs. 3 Satz 1 KHEntgG). Der Kreis ist **abschließend**; eine davon abweichende Vereinbarung – etwa mit einem **Honorararzt** – ist nach **§ 134 BGB nichtig** (BGH, Urteil vom 10.01.2019 – III ZR 325/17).

Der Wahlarzt muss die **seine Disziplin prägende Kernleistung grundsätzlich persönlich und eigenhändig** erbringen. Eine **Stellvertretervereinbarung** ist nur wirksam, wenn sie auf Fälle beschränkt ist, in denen die **Verhinderung bei Vertragsschluss noch nicht feststand**, und wenn als Vertreter der **namentlich benannte ständige ärztliche Vertreter** bestimmt ist (BGH, Urteil vom 13.03.2025 – III ZR 40/24). Eine **bedingungslose** Vertreterklausel ist unwirksam – dann kann das Wahlarzthonorar **nicht** gesondert berechnet werden und bereits gezahltes Honorar ist **zurückzufordern**.

## Kernfakten

| Punkt | Wert |
|---|---|
| Rechtsgrundlage Wahlleistungen | § 17 KHEntgG [gesetze-im-internet.de] |
| Zulässigkeit | Allgemeine Krankenhausleistungen dürfen nicht beeinträchtigt werden und gesonderte Berechnung muss vereinbart sein [§ 17 Abs. 1 Satz 1 KHEntgG] |
| Diagnostische/therapeutische Wahlleistungen | Nur gesondert berechenbar, wenn von einem Arzt bzw. bei psychotherapeutischen Leistungen von einer Psychotherapeutin/einem Psychotherapeuten erbracht [§ 17 Abs. 1 Satz 2 KHEntgG] |
| Entgelthöhe | Darf in keinem unangemessenen Verhältnis zu den Leistungen stehen [§ 17 Abs. 1 Satz 3 KHEntgG] |
| Empfehlungen zu nichtärztlichen Wahlleistungen | Deutsche Krankenhausgesellschaft und PKV-Verband können Empfehlungen abgeben [§ 17 Abs. 1 Satz 4 KHEntgG] |
| Überhöhtes Entgelt für nichtärztliche Wahlleistungen | PKV-Verband kann Herabsetzung verlangen; gegen Ablehnung ist der Zivilrechtsweg gegeben [§ 17 Abs. 1 Satz 5 KHEntgG] |
| Form der Vereinbarung | Vor der Erbringung schriftlich [§ 17 Abs. 2 Satz 1 KHEntgG] |
| Vorherige Unterrichtung | Schriftlich über Entgelte und Inhalt im Einzelnen, vor Abschluss der Vereinbarung [§ 17 Abs. 2 Satz 1 KHEntgG] |
| Textform-Alternative | Vereinbarung und vorherige Information in Textform zulässig [§ 17 Abs. 2 Satz 2 KHEntgG] |
| Mitteilung an Landesbehörde | Art der Wahlleistungen mit dem Genehmigungsantrag nach § 14 KHEntgG mitzuteilen [§ 17 Abs. 2 Satz 3 KHEntgG] |
| Wahlarztkette (intern) | Alle an der Behandlung beteiligten angestellten oder beamteten Krankenhausärzte mit gesondertem Berechnungsrecht [§ 17 Abs. 3 Satz 1 KHEntgG] |
| Wahlarztkette (extern) | Von diesen Ärzten veranlasste Leistungen von Ärzten und ärztlich geleiteten Einrichtungen außerhalb des Krankenhauses [§ 17 Abs. 3 Satz 1 KHEntgG] |
| Erfasste Behandlungsformen | Vollstationär, stationsäquivalent, tagesstationär, teilstationär sowie vor- und nachstationär (§ 115a SGB V) [§ 17 Abs. 3 Satz 1 KHEntgG] |
| Hinweispflicht auf die Kette | In der Vereinbarung ist auf die Erstreckung hinzuweisen [§ 17 Abs. 3 Satz 1 KHEntgG] |
| Abrechnung wahlärztlicher Leistungen | Vorschriften der GOÄ bzw. GOZ finden entsprechende Anwendung [§ 17 Abs. 3 Satz 7 KHEntgG] |
| Datenübermittlung an externe Abrechnungsstelle | Nur mit Einwilligung der betroffenen Person [§ 17 Abs. 3 Satz 6 KHEntgG] |
| Koppelungsverbot Unterkunft | Vereinbarung über gesondert berechenbare Unterkunft darf nicht von einer Vereinbarung über sonstige Wahlleistungen abhängig gemacht werden [§ 17 Abs. 4 KHEntgG] |
| Gebührenminderung stationär | 25 vom Hundert auf Gebühren einschließlich Zuschläge [§ 6a Abs. 1 Satz 1 GOÄ] |
| Gebührenminderung Belegärzte / niedergelassene andere Ärzte | 15 vom Hundert [§ 6a Abs. 1 Satz 2 GOÄ] |
| Ausnahme von der Minderungspflicht | Zuschlag nach Buchstabe J in Abschnitt B V des Gebührenverzeichnisses [§ 6a Abs. 1 GOÄ] |
| Regelhöchstsatz persönliche ärztliche Leistungen | 2,3-fach; darüber nur mit schriftlicher Begründung [§ 5 Abs. 2 GOÄ] |
| Schwellenwert Abschnitte A, E und O des Gebührenverzeichnisses | 1,8-fach (Rahmen 1- bis 2,5-fach) [§ 5 Abs. 3 GOÄ] |
| Schwellenwert Abschnitt M und Nummer 437 | 1,15-fach (Rahmen 1- bis 1,3-fach) [§ 5 Abs. 4 GOÄ] |
| Gebührenrahmen-Höchstsatz | 3,5-fach; darüber nur mit Honorarvereinbarung nach § 2 GOÄ [§ 5 Abs. 1 GOÄ] |
| Honorarvereinbarung nach § 2 GOÄ | Nach persönlicher Absprache im Einzelfall, vor Erbringung der Leistung, schriftlich [§ 2 Abs. 2 GOÄ] |
| Kernleistungspflicht des Wahlarztes | Die seine Disziplin prägende Kernleistung ist grundsätzlich persönlich und eigenhändig zu erbringen [BGH, 13.03.2025 – III ZR 40/24] |
| Wirksame Stellvertreterklausel | Nur bei einer bei Vertragsschluss noch nicht feststehenden Verhinderung und namentlich benanntem ständigen ärztlichen Vertreter [BGH, 13.03.2025 – III ZR 40/24] |
| Honorararzt als Wahlarzt | Wahlleistungsvereinbarung nichtig nach § 134 BGB [BGH, 10.01.2019 – III ZR 325/17] |
| Rechtsfolge unwirksamer Wahlleistungsvereinbarung | Leistungen gelten als solche des Krankenhausaufnahmevertrags und sind nicht gesondert berechenbar [BGH, 13.03.2025 – III ZR 40/24] |
| Leistungspflicht der GKV | Keine – § 39 SGB V umfasst nur die allgemeinen Krankenhausleistungen [§ 39 SGB V, § 2 KHEntgG] |
| GOÄ-Fassung 2026 | GOÄ von 1982 (Neufassung 1996, seither punktuell geändert) weiterhin in Kraft; novellierte GOÄ nicht in Kraft, Entwurf im Verordnungsverfahren [bundesaerztekammer.de] |
| Honorarvereinbarung – Pflichtinhalte | Nummer und Bezeichnung der Leistung, Steigerungssatz, Betrag sowie Hinweis auf möglicherweise unvollständige Erstattung durch den Kostenträger [§ 2 Abs. 2 GOÄ] |

## Geltungsbereich

§ 17 KHEntgG gilt für Krankenhäuser, die nach dem **Krankenhausentgeltgesetz** abrechnen (§ 1 KHEntgG) – also für die DRG-Krankenhäuser. Für psychiatrische und psychosomatische Einrichtungen gilt die **Bundespflegesatzverordnung (BPflV)** mit einer inhaltlich entsprechenden Regelung; § 17 Abs. 5 KHEntgG stellt für diese Häuser zusätzlich eine Mindestdeckungsanforderung an die Wahlleistungsentgelte auf.

Die Vorschrift betrifft **alle Patientinnen und Patienten** – gesetzlich Versicherte, Privatversicherte und Selbstzahler. Der Unterschied liegt nicht im Anspruch auf den Abschluss, sondern in der **Erstattung**: Gesetzlich Versicherte erhalten von ihrer Krankenkasse nach § 39 SGB V nur die **allgemeinen Krankenhausleistungen**. Wahlleistungen zahlen sie selbst oder über eine private **Krankenhauszusatzversicherung**. Privatversicherte und Beihilfeberechtigte erhalten Wahlleistungen nur, soweit ihr Tarif bzw. die Beihilfevorschriften sie einschließen – das ist tarif- und länderabhängig und **nicht** durch § 17 KHEntgG geregelt.

## Die zwei praktisch relevanten Wahlleistungsarten

**1. Wahlärztliche Leistungen („Chefarztbehandlung").** Gegenstand ist, dass dem Patienten – gegen Zahlung eines zusätzlichen Honorars – die Behandlung durch **bestimmte leitende oder besonders qualifizierte Ärzte** in jedem Fall zuteil wird, und zwar **ohne Rücksicht darauf, ob dies im Einzelfall aus medizinischen Gründen notwendig oder zweckmäßig ist** (BGH, Urteil vom 16.10.2014 – III ZR 85/14, BGHZ 202, 365 Rn. 16). Der Patient kauft sich damit über den ohnehin geschuldeten **Facharztstandard** hinaus die Leistung hochqualifizierter Spezialisten „hinzu" – der Facharztstandard selbst ist bereits Teil der allgemeinen Krankenhausleistungen und **nicht** Gegenstand der Wahlleistung.

**2. Gesondert berechenbare Unterkunft.** Ein- oder Zweibettzimmer, teils mit Zusatzausstattung. Die Entgelte sind **nicht gesetzlich festgelegt**, sondern werden vom einzelnen Krankenhaus kalkuliert; sie unterliegen lediglich der Angemessenheitsschranke des § 17 Abs. 1 Satz 3 KHEntgG. Deutsche Krankenhausgesellschaft und PKV-Verband können nach § 17 Abs. 1 Satz 4 KHEntgG **Empfehlungen** zur Bemessung abgeben; bei unangemessen hohen Entgelten kann der PKV-Verband nach Satz 5 die **Herabsetzung** verlangen und notfalls den **Zivilrechtsweg** beschreiten.

Daneben kommen sonstige nichtärztliche Wahlleistungen in Betracht (etwa Telefon, Fernsehen, besondere Verpflegung, Begleitperson) – rechtlich unterliegen sie denselben Anforderungen.

## Formanforderungen nach § 17 Abs. 2 KHEntgG

Zwei Pflichten, die nacheinander zu erfüllen sind:

1. **Unterrichtung vor Abschluss** – schriftlich, über die **Entgelte** der Wahlleistungen **und deren Inhalt im Einzelnen**. Eine pauschale Angabe („Chefarztbehandlung nach GOÄ") genügt dem „im Einzelnen" nicht.
2. **Vereinbarung vor der Erbringung** – schriftlich.

Seit dem **Digitale-Versorgung-Gesetz** (in Kraft 19.12.2019) lässt § 17 Abs. 2 Satz 2 KHEntgG abweichend davon **Textform** zu: Wahlleistungen können vor der Erbringung auch in Textform vereinbart werden, **wenn** der Patient zuvor **in geeigneter Weise in Textform** über die Entgelte und den Inhalt im Einzelnen informiert wird. Die vorherige Information bleibt also auch im Textform-Weg zwingende Wirksamkeitsvoraussetzung.

**Zeitlicher Knackpunkt: „vor der Erbringung".** Eine erst nach Behandlungsbeginn unterschriebene Wahlleistungsvereinbarung trägt die gesonderte Berechnung für bereits erbrachte Leistungen nicht. In der Notaufnahme-Situation ist eine wirksame Vereinbarung praktisch kaum zu erreichen.

## Die Wahlarztkette (§ 17 Abs. 3 KHEntgG)

Eine Vereinbarung über wahlärztliche Leistungen erstreckt sich **kraft Gesetzes** auf:

- **interne Kette**: alle an der Behandlung beteiligten **angestellten oder beamteten** Ärzte des Krankenhauses, soweit sie zur gesonderten Berechnung berechtigt sind – bei vollstationärer, stationsäquivalenter, tagesstationärer, teilstationärer sowie vor- und nachstationärer Behandlung (§ 115a SGB V);
- **externe Kette**: die von diesen Ärzten **veranlassten** Leistungen von Ärzten und ärztlich geleiteten Einrichtungen **außerhalb** des Krankenhauses (z. B. externer Radiologe, externes Labor).

Auf diese Erstreckung ist **in der Vereinbarung hinzuweisen**. Praktische Folge: Wer „Chefarztbehandlung" wählt, kann sie nicht auf einen einzelnen Arzt begrenzen – er erhält Rechnungen aller liquidationsberechtigten Ärzte der Kette.

**Der Kreis ist abschließend.** § 17 Abs. 3 Satz 1 KHEntgG bestimmt zugleich, **welche** Ärzte als Wahlarzt benannt werden können. Der BGH hat die Norm als **zwingende preisrechtliche Schutzvorschrift zugunsten des Patienten** eingeordnet. Eine Wahlleistungsvereinbarung mit einem **Honorararzt** – also einem weder angestellten noch beamteten Arzt – fällt nicht darunter und ist nach **§ 134 BGB nichtig** (BGH, Urteil vom 10.01.2019 – III ZR 325/17, NJW 2019, 1519). Dass die GOÄ als Rechtsverordnung ein anderes Ergebnis nahelegen könnte, ändert daran nichts: Das KHEntgG hat als **formelles Gesetz** in der Normenhierarchie **Vorrang** vor der Gebührenordnung (BGH, 13.03.2025 – III ZR 40/24, Rn. 25 ff.).

## Abrechnung: GOÄ mit stationärer Minderung

Für die Berechnung wahlärztlicher Leistungen gelten nach § 17 Abs. 3 Satz 7 KHEntgG die Vorschriften der **GOÄ** (bzw. GOZ) entsprechend. Drei Rechengrößen bestimmen die Rechnung:

**1. Minderung nach § 6a GOÄ.** Bei vollstationären, stationsäquivalenten, tagesstationären, teilstationären sowie vor- und nachstationären privatärztlichen Leistungen sind die berechneten Gebühren einschließlich Zuschläge um **25 vom Hundert** zu mindern. Für Leistungen und Zuschläge von **Belegärzten oder niedergelassenen anderen Ärzten** beträgt die Minderung **15 vom Hundert**. Ausgenommen ist der Zuschlag nach Buchstabe **J** in Abschnitt **B V** des Gebührenverzeichnisses.

**2. Steigerungssatz nach § 5 GOÄ.** Der Gebührenrahmen reicht nach § 5 Abs. 1 Satz 1 GOÄ vom **Einfachen bis zum 3,5-fachen** des Gebührensatzes. Das Gesetz knüpft die Schwellenwerte an die **Abschnitte des Gebührenverzeichnisses**, nicht an eine allgemeine Leistungsart: **2,3-fach** als Regelspanne (§ 5 Abs. 2 Satz 4 GOÄ), **1,8-fach** bei einem Rahmen von 1 bis 2,5 für die Abschnitte **A, E und O** (§ 5 Abs. 3 GOÄ) und **1,15-fach** bei einem Rahmen von 1 bis 1,3 für Abschnitt **M** und Nummer **437** (§ 5 Abs. 4 GOÄ). Die verbreiteten Kurzformeln „persönliche", „technisch-medizinische" und „Laborleistungen" sind untechnisch. Ein Überschreiten des Schwellenwerts ist nur zulässig, wenn **Besonderheiten des Einzelfalls** es rechtfertigen; die Begründung ist auf der Rechnung anzugeben und muss erkennen lassen, dass die Leistung erheblich vom typischen Durchschnittsfall abweicht.

**3. Honorarvereinbarung nach § 2 GOÄ.** Oberhalb des 3,5-fachen Satzes ist eine gesonderte Honorarvereinbarung erforderlich. Sie ist **nach persönlicher Absprache im Einzelfall** zwischen Arzt und Zahlungspflichtigem **vor** Erbringung der Leistung **schriftlich** zu treffen und in einem eigenen Schriftstück festzuhalten; neben Nummer, Bezeichnung der Leistung, Steigerungssatz und Betrag muss sie die Feststellung enthalten, dass eine **Erstattung durch den Kostenträger möglicherweise nicht in vollem Umfang** gewährleistet ist. Im stationären Bereich sind Honorarvereinbarungen nur für **höchstpersönliche** Leistungen des Wahlarztes möglich – pauschale Formulare, die alle „ärztlichen Leistungen" einschließen, sind unzulässig.

**Stand der GOÄ 2026:** Es gilt weiterhin die GOÄ von **1982** – neu gefasst 1996 und seither mehrfach punktuell geändert, zuletzt unter anderem § 6a mit Wirkung 2023. Eine **novellierte GOÄ ist nicht in Kraft**. Bundesärztekammer und PKV-Verband haben dem Bundesgesundheitsministerium im Juli 2026 eine aktualisierte Fassung ihres gemeinsamen Novellierungsentwurfs übermittelt; das Verordnungsverfahren läuft. Als frühestmöglicher Inkrafttretenszeitpunkt wird derzeit der **01.01.2028** genannt. Bis dahin bleiben § 5 und § 6a GOÄ in der geltenden Fassung maßgeblich.

## Vertretung des Wahlarztes – BGH-Rechtsprechung 2025

Der Patient schließt die Wahlleistungsvereinbarung **im Vertrauen auf die herausgehobene medizinische Kompetenz** des Wahlarztes und will sich neben besonderer Qualifikation auch dessen **persönliche Zuwendung und Erfahrung** sichern. Daraus folgt: Die **seine Disziplin prägende Kernleistung** – etwa die Operation beim Chirurgen – muss der Wahlarzt **grundsätzlich persönlich und eigenhändig** erbringen.

Klauseln in einer **formularmäßigen** Wahlleistungsvereinbarung, nach denen ein Vertreter die Leistung erbringen darf, sind nur wirksam, wenn **beide** Bedingungen erfüllt sind:

1. Sie sind auf Fälle **beschränkt**, in denen die Verhinderung **im Zeitpunkt des Abschlusses** der Wahlleistungsvereinbarung **noch nicht feststand**, und
2. als Vertreter ist der **namentlich benannte ständige ärztliche Vertreter** bestimmt.

Mit Urteil vom **13.03.2025 – III ZR 40/24** hat der BGH klargestellt, dass es auf die Einordnung als Formular- oder Individualabrede nicht entscheidend ankommt: Wird eine als „Patientenerklärung zur Vertretung des Wahlarztes" bezeichnete Vertreterregelung **auf Initiative des Krankenhausträgers oder des Wahlarztes** getroffen und sieht sie die Ausführung der wahlärztlichen Leistung durch einen anderen Arzt **ohne besondere Bedingungen** vor – also ohne Anknüpfung an eine tatsächliche, unvorhergesehene Verhinderung –, verstößt sie gegen **§ 17 Abs. 3 Satz 1 KHEntgG** und ist nach **§ 134 BGB nichtig**. Im entschiedenen Fall hatte ein Oberarzt eine **elektive** Operation durchgeführt, obwohl Chefarztbehandlung vereinbart war.

**Rechtsfolge.** Die Nichtigkeit lässt den Krankenhausaufnahmevertrag unberührt. Sie bewirkt, dass die erbrachten ärztlichen Leistungen **nur als Leistungen im Rahmen des – wirksamen – Krankenhausaufnahmevertrags** anzusehen sind und **deshalb nicht gesondert berechnet** werden können. Bereits gezahltes Wahlarzthonorar ist zurückzufordern.

Parallel entschieden: **BGH, 13.03.2025 – III ZR 426/23** zum „totalen Krankenhausaufnahmevertrag" – bei Abrechnung wahlärztlicher Leistungen durch den Krankenhausträger gelten die Grenzen entsprechend.

## Koppelungsverbot bei der Unterkunft (§ 17 Abs. 4 KHEntgG)

Eine Vereinbarung über **gesondert berechenbare Unterkunft** darf **nicht** von einer Vereinbarung über **sonstige Wahlleistungen** abhängig gemacht werden. Das Einzelzimmer darf also nicht an die Bedingung geknüpft werden, zusätzlich die Chefarztbehandlung zu buchen. Umgekehrt kann der Patient Chefarztbehandlung ohne Einzelzimmer wählen.

## Prüfschritte bei einer Wahlleistungsrechnung

1. **Lag eine Vereinbarung vor der Erbringung vor?** Datum der Unterschrift mit dem Behandlungs- bzw. Aufnahmedatum abgleichen.
2. **Wurde vorher schriftlich oder in Textform über Entgelte und Inhalt im Einzelnen unterrichtet?** Pauschale Hinweise genügen nicht.
3. **Ist der abrechnende Arzt Teil der gesetzlichen Wahlarztkette?** Honorarärzte und nicht fest angestellte Ärzte sind es nicht.
4. **Hat der benannte Wahlarzt die Kernleistung selbst erbracht?** Wenn nein: Operations- bzw. Behandlungsbericht anfordern und die Vertreterregelung an den beiden BGH-Kriterien messen.
5. **Ist die 25-%-Minderung nach § 6a GOÄ abgezogen?** Bei Belegärzten und niedergelassenen anderen Ärzten 15 %.
6. **Ist jeder Steigerungssatz über dem Schwellenwert einzelfallbezogen begründet?** Textbausteine ohne Bezug zum konkreten Fall tragen die Überschreitung nicht.
7. **Bei Sätzen über dem 3,5-fachen: Gibt es eine wirksame Honorarvereinbarung nach § 2 GOÄ?**

## Häufige Fehler

- **„Die Krankenkasse übernimmt einen Teil der Wahlleistungen."** Falsch – § 39 SGB V erfasst nur die allgemeinen Krankenhausleistungen. Wahlleistungen sind vollständig privat zu tragen, soweit keine Zusatzversicherung oder Beihilfe eintritt.
- **„Ohne Chefarztvereinbarung bekomme ich schlechtere Medizin."** Falsch – der **Facharztstandard** ist Bestandteil der allgemeinen Krankenhausleistungen und unabhängig von jeder Wahlleistung geschuldet. Die Wahlleistung sichert die Person des Behandlers, nicht das medizinische Niveau.
- **„Der Chefarzt darf sich immer vertreten lassen, das steht ja im Formular."** Falsch seit BGH III ZR 40/24 – eine bedingungslose Vertreterklausel ist nichtig; wirksam nur bei nicht vorhersehbarer Verhinderung und namentlich benanntem ständigen ärztlichen Vertreter.
- **„Ich habe nur mit dem Chefarzt einen Vertrag, andere Ärzte dürfen nicht abrechnen."** Falsch – § 17 Abs. 3 Satz 1 KHEntgG erstreckt die Vereinbarung zwingend auf die gesamte interne und externe Wahlarztkette.
- **„Ein Honorararzt kann als Wahlarzt vereinbart werden, wenn beide es wollen."** Falsch – der Kreis ist abschließend; die Vereinbarung ist nach § 134 BGB nichtig (BGH III ZR 325/17).
- **„Das Einzelzimmer gibt es nur zusammen mit der Chefarztbehandlung."** Unzulässig – § 17 Abs. 4 KHEntgG verbietet diese Koppelung ausdrücklich.
- **„Eine mündliche Zusage im Aufnahmegespräch reicht."** Falsch – § 17 Abs. 2 KHEntgG verlangt Schriftform oder Textform, jeweils **vor** der Erbringung.
- **„Bei nichtiger Wahlleistungsvereinbarung ist der ganze Krankenhausvertrag unwirksam."** Falsch – der Aufnahmevertrag bleibt wirksam; nur die **gesonderte** Berechnung entfällt.

## Verwandte Themen

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## Quellen

- § 17 KHEntgG – Wahlleistungen: https://www.gesetze-im-internet.de/khentgg/__17.html
- KHEntgG – Gesamtfassung: https://www.gesetze-im-internet.de/khentgg/BJNR142200002.html
- § 14 KHEntgG – Genehmigung: https://www.gesetze-im-internet.de/khentgg/__14.html
- § 19 KHEntgG – Kostenerstattung durch Ärzte: https://www.gesetze-im-internet.de/khentgg/__19.html
- § 6a GOÄ – Gebühren bei stationärer Behandlung: https://www.gesetze-im-internet.de/go__1982/__6a.html
- § 5 GOÄ – Bemessung der Gebühren: https://www.gesetze-im-internet.de/go__1982/__5.html
- § 2 GOÄ – Abweichende Vereinbarung: https://www.gesetze-im-internet.de/go__1982/__2.html
- GOÄ – Gesamtfassung: https://www.gesetze-im-internet.de/go__1982/BJNR015220982.html
- § 39 SGB V – Krankenhausbehandlung: https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__39.html
- § 115a SGB V – Vor- und nachstationäre Behandlung: https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__115a.html
- § 134 BGB – Gesetzliches Verbot: https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__134.html
- BGH, Urteil vom 13.03.2025 – III ZR 40/24 (Stellvertretung des Wahlarztes), NJW 2025, 1407: https://dejure.org/2025,6324
- BGH, Urteil vom 10.01.2019 – III ZR 325/17 (Honorararzt), NJW 2019, 1519: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=10.01.2019&Aktenzeichen=III+ZR+325%2F17
- BGH, Urteil vom 16.10.2014 – III ZR 85/14, BGHZ 202, 365: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=16.10.2014&Aktenzeichen=III+ZR+85/14
- BGH, Urteil vom 20.12.2007 – III ZR 144/07, BGHZ 175, 76 (Vertretung bei Chefarztbehandlung): https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=20.12.2007&Aktenzeichen=III+ZR+144/07
- BGH, Urteil vom 13.03.2025 – III ZR 426/23 (totaler Krankenhausaufnahmevertrag): https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=13.03.2025&Aktenzeichen=III+ZR+426/23
- Bundesärztekammer – GOÄ-Ratgeber § 6a (Honorarminderung): https://www.bundesaerztekammer.de/themen/aerzte/honorar/goae/goae-ratgeber/6a-gebuehren-bei-stationaerer-behandlung
- Bundesärztekammer – GOÄ-Ratgeber § 2 (Abweichende Honorarvereinbarung): https://www.bundesaerztekammer.de/themen/aerzte/honorar/goae/goae-ratgeber/2-abweichende-vereinbarung/abweichende-honorarvereinbarung
- Bundesärztekammer – GOÄ-Novellierung: https://www.bundesaerztekammer.de/themen/aerzte/honorar/goae-novellierung

## Änderungsverlauf

- 2026-08-24: Erstveröffentlichung. Normtext § 17 KHEntgG (Fassung 2026) sowie §§ 2, 5, 6a GOÄ aufgenommen; BGH-Rechtsprechung zur Stellvertretung des Wahlarztes (III ZR 40/24 vom 13.03.2025), zum Honorararzt (III ZR 325/17) und zur Reichweite der Wahlleistung (III ZR 85/14, III ZR 144/07) eingearbeitet; Stand der GOÄ-Novellierung ergänzt. Nach unabhängigem Zweitcheck präzisiert: Schwellenwerte des § 5 GOÄ nach Abschnitten des Gebührenverzeichnisses statt nach Leistungsart, Einordnung der Vertreterabrede in III ZR 40/24, Änderungsstand der GOÄ. | change_type=initial_publication field="topic_lifecycle" new="published" reviewed_by="Andreas Warkentin"

## Stand

- Stand: 2026-08-24
- Gültig ab: 2019-12-19 (Textform-Alternative in § 17 Abs. 2 Satz 2 KHEntgG durch das Digitale-Versorgung-Gesetz); § 17 KHEntgG im Übrigen seit 2002 in Kraft, zuletzt geändert durch Gesetz vom 24.07.2026 (BGBl. 2026 I Nr. 228)
- Status: aktuell
- Quellenautorität: A (KHEntgG, GOÄ, SGB V, BGB; BGH-Rechtsprechung über dejure.org-Permalinks)
- factcheck_status: review_needed – der Normtext des § 17 KHEntgG sowie der §§ 2, 5, 6a GOÄ konnte in diesem Lauf **nicht direkt** über gesetze-im-internet.de abgerufen werden (Einzelnorm- und Gesamtfassungsseiten lieferten einen leeren Antwortkörper). Der wiedergegebene Wortlaut wurde stattdessen gegen Normtext-Spiegelungen (LX Gesetze, LexMea) sowie gegen die wörtlichen Normzitate in BGH, 13.03.2025 – III ZR 40/24 abgeglichen und in einem zweiten, unabhängigen Prüflauf bestätigt. Dabei bestätigt: Absatzzuordnung der Schwellenwerte in § 5 GOÄ (Abs. 1 Rahmen, Abs. 2 2,3-fach, Abs. 3 1,8-fach für Abschnitte A/E/O, Abs. 4 1,15-fach für Abschnitt M und Nr. 437), Inkrafttreten der Textform-Alternative am 19.12.2019 (Digitale-Versorgung-Gesetz), Fundstellen NJW 2025, 1407 und NJW 2019, 1519 sowie die letzte KHEntgG-Änderung durch Art. 3 GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz vom 24.07.2026 (BGBl. 2026 I Nr. 228). Offen bleibt allein die Verifikation am amtlichen Volltext auf gesetze-im-internet.de; bis dahin `review_needed`.
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