---
title: Situative Winterreifenpflicht 2026 – § 2 Abs. 3a StVO, Alpine-Symbol, Bußgeld und Halterhaftung
slug: winterreifenpflicht-stvo
topic: verkehrsrecht
legal_status: in_force
valid_from: 2010-12-04
valid_to: null
last_reviewed: 2026-07-21
status: aktuell
license: CC-BY-4.0
url: https://nexvyra.de/fakten/winterreifenpflicht-stvo.md
wikidata_subjects: [Q3455842, Q2354997, Q6189234]
authority_level: A
factcheck_status: ok

---

# Situative Winterreifenpflicht 2026 – § 2 Abs. 3a StVO, Alpine-Symbol, Bußgeld und Halterhaftung

## Kurzantwort

In Deutschland gilt **keine** kalendarische, sondern eine **situative Winterreifenpflicht**. Rechtsgrundlage ist **§ 2 Abs. 3a StVO**: Wer ein Kraftfahrzeug bei **Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eisglätte oder Reifglätte** führt, darf dies nur mit Reifen tun, die den Anforderungen des **§ 36 Abs. 4 StVZO** genügen – also mit **Winterreifen**. Es gibt also **kein festes Datum** („von O bis O" – Oktober bis Ostern – ist nur eine Faustregel, keine gesetzliche Vorgabe); entscheidend ist allein die konkrete **Wetterlage**. Als geeignete Winterreifen gelten seit dem **1. Oktober 2024** nur noch Reifen mit dem **Alpine-Symbol** (Bergpiktogramm mit Schneeflocke, „3PMSF"). Reifen, die nur die alte **M+S-Kennzeichnung** tragen, erfüllen die Pflicht seit Ablauf der Übergangsfrist am **30. September 2024 nicht mehr**. Wer bei winterlichen Straßenverhältnissen ohne geeignete Bereifung fährt, begeht eine **Ordnungswidrigkeit**: das Regel-Bußgeld beträgt **60 Euro und einen Punkt** in Flensburg; bei Behinderung, Gefährdung oder Unfall steigt es gestaffelt auf **80/100/120 Euro**. Auch der **Halter**, der die Fahrt mit ungeeigneter Bereifung anordnet oder zulässt, wird mit **75 Euro und einem Punkt** belangt.

## Kernfakten

| Merkmal | Regelung |
|---|---|
| Grundnorm | § 2 Abs. 3a StVO (situative Winterreifenpflicht) |
| Auslösende Wetterlagen | Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eisglätte, Reifglätte |
| Art der Pflicht | situativ (wetterabhängig) – KEINE feste Kalenderpflicht |
| Technische Anforderung | Reifen nach § 36 Abs. 4 StVZO (Winterreifen) |
| Maßgebliche Kennzeichnung | Alpine-Symbol (Bergpiktogramm + Schneeflocke, „3PMSF") |
| M+S-Kennzeichnung | seit 01.10.2024 allein NICHT mehr ausreichend (Übergangsfrist bis 30.09.2024) |
| Umfang | alle Räder des Fahrzeugs |
| Bußgeld Fahrer (Grundfall) | 60 € + 1 Punkt |
| … mit Behinderung | 80 € + 1 Punkt |
| … mit Gefährdung | 100 € + 1 Punkt |
| … mit Sachbeschädigung/Unfall | 120 € + 1 Punkt |
| Bußgeld Halter (Anordnen/Zulassen) | 75 € + 1 Punkt |
| Ausnahmen | u. a. Einsatz-/Sonderrechtsfahrzeuge; Fahrzeuge, für die bauartbedingt keine geeigneten Reifen erhältlich sind |
| „O bis O" | reine Merkregel, keine Rechtsgrundlage |

## Rechtsgrundlage: § 2 Abs. 3a StVO

Die situative Winterreifenpflicht ergibt sich aus **§ 2 Abs. 3a der Straßenverkehrs-Ordnung (StVO)**. Danach darf der Führer eines Kraftfahrzeugs dieses bei **Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eisglätte oder Reifglätte** nur führen, wenn **alle Räder** mit Reifen ausgerüstet sind, die – unbeschadet der allgemeinen Anforderungen an die Bereifung – den Anforderungen des **§ 36 Abs. 4 StVZO** genügen. Die Pflicht ist **situativ**: Sie besteht **nur**, wenn tatsächlich winterliche Straßenverhältnisse herrschen, dann aber **unabhängig vom Datum** – also theoretisch auch im Frühjahr oder Herbst. Umgekehrt besteht bei trockener, eis- und schneefreier Straße im Winter **keine** Pflicht, Winterreifen aufzuziehen.

Die verbreitete Faustregel **„von O bis O"** (von Oktober bis Ostern) ist **keine gesetzliche Regelung**, sondern nur eine praktische Empfehlung, den Zeitraum abzudecken, in dem winterliche Verhältnisse wahrscheinlich sind.

## Was zählt als Winterreifen? Alpine-Symbol statt M+S

Die technische Anforderung an „geeignete" Reifen richtet sich nach **§ 36 Abs. 4 StVZO**. Als Winterreifen im Sinne der Vorschrift gelten Reifen mit dem **Alpine-Symbol** – einem **Bergpiktogramm (drei Bergspitzen) mit Schneeflocke**, international als **„3PMSF" (Three-Peak-Mountain-Snowflake)** bezeichnet. Dieses Symbol steht für einen genormten Wintertauglichkeitstest.

Die frühere reine **„M+S"-Kennzeichnung** (Matsch und Schnee) war nicht genormt und konnte auch auf Ganzjahres- oder Sommerreifen angebracht sein. Deshalb wurde ein **Wechsel auf das Alpine-Symbol** vollzogen: Reifen, die vor dem 1. Januar 2018 hergestellt wurden und nur die M+S-Kennzeichnung tragen, durften im Rahmen einer **Übergangsfrist bis zum 30. September 2024** noch als Winterreifen genutzt werden. **Seit dem 1. Oktober 2024** erfüllen nur noch Reifen mit **Alpine-Symbol** die situative Winterreifenpflicht; ein Reifen mit ausschließlich alter M+S-Kennzeichnung ist damit nicht mehr ausreichend.

**Ganzjahres- bzw. Allwetterreifen** erfüllen die Pflicht **nur dann**, wenn sie das **Alpine-Symbol** tragen. **Spikereifen** sind in Deutschland grundsätzlich nicht zugelassen (Ausnahmen im grenznahen Verkehr).

## Bußgeld und Punkte (amtlicher Bußgeldkatalog)

Ein Verstoß gegen die situative Winterreifenpflicht ist eine **Ordnungswidrigkeit**. Die Regelsätze ergeben sich aus dem amtlichen **Bußgeldkatalog (Anlage zu § 1 Abs. 1 BKatV)**. Verantwortlich ist in erster Linie der **Fahrer**:

- **Führen** eines Kraftfahrzeugs bei winterlichen Verhältnissen ohne geeignete Bereifung: **60 Euro und 1 Punkt**,
- mit **Behinderung** des Verkehrs: **80 Euro und 1 Punkt**,
- mit **Gefährdung**: **100 Euro und 1 Punkt**,
- mit **Sachbeschädigung** (Unfall): **120 Euro und 1 Punkt**.

Daneben kann auch der **Halter** belangt werden: Wer als Halter die **Inbetriebnahme** eines nicht vorschriftsmäßig bereiften Fahrzeugs **anordnet oder zulässt**, zahlt **75 Euro und erhält 1 Punkt** (Halterverantwortung, § 31 Abs. 2 StVZO). Der eingetragene Punkt fließt in das **Fahreignungsregister** in Flensburg ein.

## Halterhaftung und Versicherung

Die **Halterhaftung** nach **§ 31 Abs. 2 StVZO** verpflichtet den Halter, die Inbetriebnahme eines Fahrzeugs nicht anzuordnen oder zuzulassen, wenn ihm bekannt ist oder bekannt sein muss, dass das Fahrzeug den Vorschriften nicht entspricht – dazu zählt auch eine **witterungswidrige Bereifung**. Fahrer und Halter können daher **nebeneinander** mit einem Bußgeld belegt werden.

Kommt es mit ungeeigneter Bereifung zu einem **Unfall**, bleibt der **Kfz-Haftpflichtversicherungsschutz** gegenüber geschädigten Dritten grundsätzlich bestehen; im Innenverhältnis kann jedoch ein **Mitverschulden** (§ 254 BGB) die eigenen Ansprüche kürzen, und die **Kaskoversicherung** kann Leistungen wegen **grober Fahrlässigkeit** anteilig kürzen. Der Verstoß gegen die Winterreifenpflicht kann somit auch **haftungs- und versicherungsrechtliche** Folgen haben.

## Ausnahmen

**§ 2 Abs. 3a StVO** sieht **Ausnahmen** vor. Die Pflicht gilt insbesondere nicht uneingeschränkt für **Einsatzfahrzeuge** und Fahrzeuge, die von den **Sonderrechten** Gebrauch machen, sowie für bestimmte **Nutz- und Spezialfahrzeuge**, für die **bauartbedingt keine geeigneten Reifen** am Markt verfügbar sind. Für schwere Nutzfahrzeuge und Busse bestehen zudem besondere Regelungen, welche Achsen mindestens winterbereift sein müssen. Diese Ausnahmen entbinden allerdings **nicht** von der allgemeinen Pflicht, das Fahrverhalten den Straßen- und Witterungsverhältnissen anzupassen (§ 3 StVO).

## Praktische Hinweise

Da die Pflicht **wetterabhängig** ist, empfiehlt sich rechtzeitig vor Wintereinbruch ein Wechsel auf Reifen mit **Alpine-Symbol** – auch weil kurzfristige Wetterumschwünge eine Fahrt sonst unzulässig machen. Wer nur die alte **M+S-Kennzeichnung** an den Reifen hat, sollte prüfen, ob zusätzlich das **Alpine-Symbol** eingeprägt ist; ist es das nicht, gelten die Reifen seit dem 1. Oktober 2024 **nicht mehr** als Winterreifen. Die **Profiltiefe** sollte deutlich über dem gesetzlichen Mindestwert von 1,6 mm liegen (Empfehlung für Winterreifen: mindestens 4 mm). Wer sein Fahrzeug mit ungeeigneter Bereifung stehen lässt, riskiert kein Bußgeld – geahndet wird nur das **Führen** bei winterlichen Verhältnissen.

## Siehe auch

- [Bußgeldkatalog StVO 2026](/fakten/bussgeldkatalog-stvo-2026.html)
- [Fahreignungsregister – Punktesystem in Flensburg](/fakten/fahreignungsregister-punkte-flensburg.html)
- [Einspruch gegen den Bußgeldbescheid (§ 67 OWiG)](/fakten/einspruch-bussgeldbescheid-owig.html)
- [Hauptuntersuchung (HU/TÜV) & Abgasuntersuchung (§ 29 StVZO)](/fakten/hauptuntersuchung-hu-au-stvzo.html)
- [Kfz-Haftpflichtversicherung – Mindestdeckungssummen](/fakten/kfz-haftpflicht-mindestdeckung.html)




## Quellen

- § 2 StVO (Straßenbenutzung; Abs. 3a situative Winterreifenpflicht – Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eisglätte, Reifglätte): https://www.gesetze-im-internet.de/stvo_2013/__2.html [A]
- § 36 StVZO (Bereifung und Laufflächen; Abs. 4 Anforderungen an Winterreifen/Alpine-Symbol): https://www.gesetze-im-internet.de/stvzo_2012/__36.html [A]
- § 31 StVZO (Verantwortung für den Betrieb der Fahrzeuge – Halterhaftung, Abs. 2): https://www.gesetze-im-internet.de/stvzo_2012/__31.html [A]
- Bußgeldkatalog (Anlage zu § 1 Abs. 1 BKatV) – Regelsätze für ungeeignete Bereifung bei winterlichen Verhältnissen (60/80/100/120 € Fahrer, 75 € Halter, je 1 Punkt): https://www.gesetze-im-internet.de/bkatv_2013/anlage.html [A]
- § 4 BKatV (Regelfahrverbot/Punktebewehrung) und § 1 BKatV (Anwendung des Bußgeldkatalogs): https://www.gesetze-im-internet.de/bkatv_2013/ [A]

## Änderungsverlauf

- 2026-07-21: Erstveröffentlichung der Faktenseite, alle Quellen-URLs gegen amtliche Stellen gegengeprüft, Frontmatter-Felder gesetzt (legal_status, authority_level, wikidata_subjects). | change_type=initial_publication field="topic_lifecycle" new="published" reviewed_by="Andreas Warkentin"
## Stand

- Stand: 2026-07-21
- Gültig ab: 2010-12-04 (situative Winterreifenpflicht in Kraft; Alpine-Symbol allein maßgeblich seit 01.10.2024)
- Status: aktuell
- Quellenautorität: A (StVO/StVZO/BKatV – gesetze-im-internet.de)
- Lizenz: CC BY 4.0
