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title: Wohnflächenabweichung als Mietmangel (§ 536 BGB, WoFlV) – 10-Prozent-Grenze, Mieterhöhung und Betriebskostenumlage
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# Wohnflächenabweichung als Mietmangel (§ 536 BGB, WoFlV) – 10-Prozent-Grenze, Mieterhöhung und Betriebskostenumlage

## Kurzantwort

Liegt die tatsächliche Wohnfläche einer Mietwohnung **mehr als 10 Prozent** unter der im Mietvertrag angegebenen Fläche, ist das nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs **grundsätzlich ein Mangel der Mietsache im Sinne des § 536 Absatz 1 Satz 1 BGB**, der zur Mietminderung berechtigt – ohne dass der Mieter zusätzlich darlegen muss, dass die Wohnung dadurch weniger tauglich ist (**BGH, Urteil vom 24.03.2004 – VIII ZR 295/03**). Die 10-Prozent-Grenze gilt **nur** für diese Erheblichkeitsprüfung des § 536 Absatz 1 Satz 3 BGB; eine zusätzliche Maßtoleranz gibt es nicht, auch nicht bei einer „ca."-Angabe im Vertrag (**BGH, Urteil vom 24.03.2004 – VIII ZR 133/03**; **BGH, Urteil vom 10.03.2010 – VIII ZR 144/09**). Für die **Mieterhöhung bis zur ortsüblichen Vergleichsmiete** nach § 558 BGB und für die **Umlage von Betriebs- und Heizkosten** nach Wohnflächenanteilen ist die 10-Prozent-Toleranz dagegen **ausdrücklich aufgegeben** – dort zählt allein die **tatsächliche** Wohnfläche (**BGH, Urteil vom 18.11.2015 – VIII ZR 266/14**; **BGH, Urteil vom 30.05.2018 – VIII ZR 220/17**). Wie die Fläche zu berechnen ist, regelt die **Wohnflächenverordnung (WoFlV)** unmittelbar nur für den Bereich des Wohnraumförderungsgesetzes (§ 1 Absatz 1 WoFlV).

## Kernfakten

| Punkt | Wert |
|---|---|
| Rechtsgrundlage Minderung | § 536 Absatz 1 Satz 1 BGB: Miete ist „angemessen herabgesetzt", wenn die Tauglichkeit zum vertragsgemäßen Gebrauch gemindert ist [gesetze-im-internet.de, § 536 BGB] |
| Erheblichkeitsschwelle | § 536 Absatz 1 Satz 3 BGB: „Eine unerhebliche Minderung der Tauglichkeit bleibt außer Betracht." [gesetze-im-internet.de, § 536 BGB] |
| 10-Prozent-Grenze (Minderung) | Abweichung **von mehr als 10 %** nach unten = Mangel; „Einer zusätzlichen Darlegung des Mieters, daß infolge der Flächendifferenz die Tauglichkeit der Wohnung zum vertragsgemäßen Gebrauch gemindert ist, bedarf es nicht." [BGH 24.03.2004 – VIII ZR 295/03, amtlicher Leitsatz] |
| Keine zusätzliche Maßtoleranz | „Eine darüber hinausgehende Maßtoleranz ist … im Interesse der Rechtssicherheit nicht anzuerkennen." [BGH 24.03.2004 – VIII ZR 133/03, Entscheidungsgründe II] |
| „ca."-Angabe im Mietvertrag | ändert nichts: Mangel liegt vor, „wenn die tatsächliche Fläche mehr als 10 % unter der vereinbarten Quadratmeterzahl liegt. Bei der Beurteilung der Erheblichkeit des Mangels ist nicht eine zusätzliche Toleranzspanne anzusetzen" [BGH 10.03.2010 – VIII ZR 144/09, amtlicher Leitsatz 1] |
| Höhe der Minderung | maßgebend ist „die prozentuale Unterschreitung der vereinbarten Quadratmeterzahl … und nicht eine um eine Toleranzspanne verringerte Flächenabweichung" [BGH 10.03.2010 – VIII ZR 144/09, amtlicher Leitsatz 2] |
| Wohnflächenangabe = Beschaffenheitsvereinbarung | Die Flächenangabe im Wohnraummietvertrag enthält „im Allgemeinen zugleich eine dahin gehende vertragliche Beschaffenheitsvereinbarung" [BGH 30.05.2018 – VIII ZR 220/17, Rn. 16] |
| Ausnahme von der Beschaffenheitsvereinbarung | keine Beschaffenheitsvereinbarung, wenn die Angabe „mit der Einschränkung versehen ist, dass sie nicht zur Festlegung des Mietgegenstandes diene" [BGH 10.11.2010 – VIII ZR 306/09, amtlicher Leitsatz] |
| Mieterhöhung § 558 BGB | „Maßgeblich für den … Abgleich der begehrten Mieterhöhung mit der ortsüblichen Vergleichsmiete ist allein die tatsächliche Größe der vermieteten Wohnung." [BGH 18.11.2015 – VIII ZR 266/14, amtlicher Leitsatz 1] |
| 10-Prozent-Grenze bei Mieterhöhung | **aufgegeben** – ausdrückliche Aufgabe der früheren Senatsrechtsprechung, zuletzt BGH 08.07.2009 – VIII ZR 205/08 [BGH 18.11.2015 – VIII ZR 266/14, Leitsatz 1] |
| Kappungsgrenze bleibt | auch bei nachträglich festgestellter größerer Fläche gilt § 558 Absatz 3 BGB; Ausgangsmiete zu Beginn des Vergleichszeitraums ist der ortsüblichen Vergleichsmiete gegenüberzustellen [BGH 18.11.2015 – VIII ZR 266/14, Leitsatz 2] |
| Betriebskosten / Heizkosten | maßgebend ist „der jeweilige Anteil der tatsächlichen Wohnfläche der betroffenen Wohnung an der in der Wirtschaftseinheit tatsächlich vorhandenen Gesamtwohnfläche" [BGH 30.05.2018 – VIII ZR 220/17, amtlicher Leitsatz zu § 556a Absatz 1 BGB, § 7 Absatz 1 HeizkostenV] |
| 10-Prozent-Grenze bei Betriebskosten | **aufgegeben** – „insoweit Aufgabe von BGH, Urteil vom 31. Oktober 2007, VIII ZR 261/06" [BGH 30.05.2018 – VIII ZR 220/17, amtlicher Leitsatz] |
| Flächenberechnung | Wohnflächenverordnung (WoFlV) vom 25.11.2003; unmittelbarer Anwendungsbefehl nur „nach dem Wohnraumförderungsgesetz" (§ 1 Absatz 1 WoFlV) [gesetze-im-internet.de, WoFlV] |
| Nicht zur Wohnfläche | Zubehörräume (u. a. Keller, Abstellräume außerhalb der Wohnung, Waschküchen, Bodenräume, Trockenräume, Heizungsräume, Garagen), Räume, die dem Bauordnungsrecht der Länder nicht genügen, Geschäftsräume (§ 2 Absatz 3 WoFlV) |
| Anrechnung nach Raumhöhe | ab 2 m lichte Höhe **voll**, ab 1 m bis unter 2 m **zur Hälfte** (§ 4 Nummer 1 und 2 WoFlV) |
| Anrechnung Balkon/Terrasse | Balkone, Loggien, Dachgärten und Terrassen „in der Regel zu einem Viertel, höchstens jedoch zur Hälfte" (§ 4 Nummer 4 WoFlV) |
| Rückforderung überzahlter Miete | über § 812 Absatz 1 Satz 1 BGB (ungerechtfertigte Bereicherung) [BGH 24.03.2004 – VIII ZR 133/03, Entscheidungsgründe III] |

## Geltungsbereich

Die 10-Prozent-Rechtsprechung betrifft **Wohnraummietverhältnisse**, in denen der Mietvertrag eine **Wohnflächenangabe** enthält. Nach ständiger Senatsrechtsprechung enthält eine solche Angabe „im Allgemeinen zugleich eine dahin gehende vertragliche Beschaffenheitsvereinbarung" (BGH VIII ZR 220/17, Rn. 16, mit Verweis auf VIII ZR 266/14, VIII ZR 144/09 und VIII ZR 295/03). Weicht die tatsächliche Fläche davon ab, ist die Ist-Beschaffenheit schlechter als die Soll-Beschaffenheit – der Anwendungsbereich des § 536 Absatz 1 Satz 1 BGB ist eröffnet.

Die Grenze von 10 Prozent ist dabei **keine Toleranz für den Vermieter**, sondern die von der Rechtsprechung gezogene Linie zwischen erheblicher und unerheblicher Tauglichkeitsminderung im Sinne des § 536 Absatz 1 Satz 3 BGB. Der BGH begründet das mit Praktikabilität und Rechtssicherheit: „Mit der Festlegung der Wesentlichkeitsgrenze auf 10 % steht einerseits fest, daß geringere Abweichungen eine unerhebliche Minderung der Tauglichkeit darstellen. Andererseits ergibt sich daraus, daß größere Differenzen in jedem Fall als erheblich anzusehen sind." (BGH VIII ZR 133/03, Entscheidungsgründe II).

Bei Wohnraum ist eine zum Nachteil des Mieters abweichende Vereinbarung über die Minderung nach **§ 536 Absatz 4 BGB unwirksam**. Ein vertraglicher Ausschluss des Minderungsrechts für Flächenabweichungen greift daher im Wohnraummietrecht nicht.

**Wichtig zur Reichweite:** Seit 2015 und 2018 gilt die 10-Prozent-Grenze **nur noch** für die Minderung nach § 536 BGB. Für die Mieterhöhung nach § 558 BGB und für die Umlage flächenabhängiger Betriebskosten hat der BGH sie ausdrücklich aufgegeben. Dort zählt in beide Richtungen die tatsächliche Fläche.

## Die drei Konstellationen im Überblick

| Rechtsfrage | Maßstab | Leitentscheidung |
|---|---|---|
| Mietminderung wegen zu kleiner Wohnung (§ 536 BGB) | vereinbarte Fläche; Mangel erst bei Abweichung **über 10 %** nach unten | BGH 24.03.2004 – VIII ZR 295/03 |
| Mieterhöhung bis zur ortsüblichen Vergleichsmiete (§ 558 BGB) | **allein die tatsächliche Fläche**, keine Toleranz | BGH 18.11.2015 – VIII ZR 266/14 |
| Umlage von Betriebs- und Heizkosten nach Fläche (§ 556a Absatz 1 BGB, § 7 Absatz 1 HeizkostenV) | **allein die tatsächliche Fläche**, keine Toleranz | BGH 30.05.2018 – VIII ZR 220/17 |

Der BGH erklärt den Unterschied damit, dass bei der Minderung die **subjektive** Vereinbarung der Parteien den Vertragsinhalt bestimmt, während bei Mieterhöhung und Betriebskostenumlage **objektive** Maßstäbe gelten müssen. Zur Mieterhöhung heißt es, dass „bei der Frage der Berechtigung einer Mieterhöhung bis zur ortsüblichen Vergleichsmiete subjektive Elemente, zu denen auch Parteivereinbarungen zu bestimmten Wohnwertmerkmalen wie etwa der Wohnungsgröße gehören, keine Rolle spielen" dürfen (BGH VIII ZR 220/17, Rn. 18, unter Verweis auf VIII ZR 266/14). Zur Betriebskostenumlage verlangt der Senat, „dass objektiv entstandene und für eine geschlossene Wirtschaftseinheit … einheitlich erfasste Betriebskosten … nach einem objektiven Abrechnungsmaßstab umgelegt werden, der gleichermaßen für alle zur Wirtschaftseinheit zählenden Nutzer gilt" (BGH VIII ZR 220/17, Rn. 22).

## Wie die Wohnfläche berechnet wird (WoFlV)

Die **Wohnflächenverordnung** ordnet ihre Anwendung selbst nur für einen begrenzten Bereich an: „Wird nach dem Wohnraumförderungsgesetz die Wohnfläche berechnet, sind die Vorschriften dieser Verordnung anzuwenden" (§ 1 Absatz 1 WoFlV). Für den frei finanzierten Wohnraum enthält das BGB **keinen** gesetzlichen Verweis auf die WoFlV; die Parteien können den Berechnungsmaßstab vereinbaren. Die WoFlV ist damit der amtliche Referenzmaßstab, aber nicht kraft Gesetzes für jeden Wohnraummietvertrag verbindlich.

Die wichtigsten Regeln der Verordnung:

- **Was zählt (§ 2 Absatz 1 und 2 WoFlV):** die Grundflächen der Räume, die ausschließlich zu der Wohnung gehören; außerdem Wintergärten, Schwimmbäder und ähnliche nach allen Seiten geschlossene Räume sowie Balkone, Loggien, Dachgärten und Terrassen, wenn sie ausschließlich zur Wohnung gehören.
- **Was nicht zählt (§ 2 Absatz 3 WoFlV):** Zubehörräume, ausdrücklich genannt Kellerräume, Abstellräume und Kellerersatzräume außerhalb der Wohnung, Waschküchen, Bodenräume, Trockenräume, Heizungsräume und Garagen; ferner Räume, „die nicht den an ihre Nutzung zu stellenden Anforderungen des Bauordnungsrechts der Länder genügen", sowie Geschäftsräume.
- **Wie gemessen wird (§ 3 Absatz 1 und 4 WoFlV):** nach den lichten Maßen zwischen den Bauteilen, ab Vorderkante der Bekleidung; ermittelt wird durch Ausmessung im fertiggestellten Wohnraum oder anhand einer geeigneten Bauzeichnung. Wurde abweichend von der Bauzeichnung gebaut, ist neu zu ermitteln.
- **Wie angerechnet wird (§ 4 WoFlV):** Räume und Raumteile ab **2 m** lichter Höhe voll, ab **1 m bis unter 2 m** zur Hälfte, unbeheizbare Wintergärten und ähnliche Räume zur Hälfte, Balkone, Loggien, Dachgärten und Terrassen „in der Regel zu einem Viertel, höchstens jedoch zur Hälfte".
- **Altfälle (§ 5 WoFlV):** Wurde die Wohnfläche bis zum 31.12.2003 nach der Zweiten Berechnungsverordnung berechnet, bleibt es bei dieser Berechnung, solange keine baulichen Änderungen eine Neuberechnung erforderlich machen.

Der Punkt hat praktische Sprengkraft: Ob ein niedriger Dachraum, ein Balkon zu einem Viertel oder zur Hälfte und ein Hobbykeller in die Fläche einfließen, entscheidet häufig darüber, ob die 10-Prozent-Schwelle überhaupt erreicht wird.

## Ausnahmen

- **Keine Beschaffenheitsvereinbarung, kein Mangel.** Enthält der Mietvertrag zwar eine Flächenangabe, ist diese aber „mit der Einschränkung versehen …, dass sie nicht zur Festlegung des Mietgegenstandes diene", liegt keine Beschaffenheitsvereinbarung vor (BGH 10.11.2010 – VIII ZR 306/09, amtlicher Leitsatz). Dann fehlt der Bezugspunkt für den Soll-Ist-Vergleich.
- **Abweichung von 10 Prozent oder weniger.** Sie bleibt für die Minderung nach § 536 Absatz 1 Satz 3 BGB außer Betracht. Eine anteilige Minderung „ab dem ersten Quadratmeter" sieht die Rechtsprechung nicht vor.
- **Tatsächliche Fläche größer als vereinbart.** Ein Mangel im Sinne des § 536 BGB scheidet aus – die Wohnung ist nicht schlechter als vereinbart. Für die Mieterhöhung darf der Vermieter dann die tatsächliche, größere Fläche zugrunde legen, muss aber die **Kappungsgrenze des § 558 Absatz 3 BGB** einhalten (BGH 18.11.2015 – VIII ZR 266/14, Leitsatz 2).
- **Kein Wohnraum.** § 536 Absatz 4 BGB (Unabdingbarkeit zulasten des Mieters) gilt nur für Wohnraummietverhältnisse. Die zitierten Leitsätze sind ausdrücklich zur **Wohnraummiete** ergangen.
- **WoFlV nicht automatisch maßgeblich.** Ihr eigener Anwendungsbefehl beschränkt sich auf Berechnungen nach dem Wohnraumförderungsgesetz (§ 1 Absatz 1 WoFlV).

## Häufige Fehler

- **„Unter 10 Prozent darf der Vermieter immer abweichen."** Falsch für Mieterhöhung und Betriebskosten. Seit BGH VIII ZR 266/14 (2015) und BGH VIII ZR 220/17 (2018) gilt dort keine Toleranz mehr; die vertraglich vereinbarte Fläche ist für beide Rechenwerke „ohne rechtliche Bedeutung" bzw. scheidet „als tauglicher Abrechnungsmaßstab" aus.
- **„Bei einer ‚ca.'-Angabe kommt zu den 10 Prozent noch ein Puffer dazu."** Ausdrücklich verneint: Bei der Erheblichkeit „ist nicht eine zusätzliche Toleranzspanne anzusetzen" (BGH VIII ZR 144/09, Leitsatz 1); die Vorinstanz im Fall VIII ZR 133/03 hatte 10,51 Prozent noch für gedeckt gehalten – der BGH hat das aufgehoben.
- **„Von der Minderungsquote wird die 10-Prozent-Toleranz abgezogen."** Nein: Maßgebend ist „die prozentuale Unterschreitung der vereinbarten Quadratmeterzahl … und nicht eine um eine Toleranzspanne verringerte Flächenabweichung" (BGH VIII ZR 144/09, Leitsatz 2).
- **„Der Mieter muss beweisen, dass er die fehlenden Quadratmeter konkret vermisst."** Nein – gerade das verlangt der BGH nicht (VIII ZR 295/03, amtlicher Leitsatz).
- **„Der Keller zählt zur Wohnfläche."** Nach § 2 Absatz 3 Nummer 1 WoFlV gehören Kellerräume, Abstellräume außerhalb der Wohnung, Waschküchen, Bodenräume, Trockenräume, Heizungsräume und Garagen ausdrücklich **nicht** zur Wohnfläche.
- **„Balkone zählen voll."** Nach § 4 Nummer 4 WoFlV sind sie „in der Regel zu einem Viertel, höchstens jedoch zur Hälfte" anzurechnen.
- **„Eine zu große Wohnung erlaubt eine Mieterhöhung in gleicher Höhe."** Im Fall VIII ZR 266/14 lag die tatsächliche Fläche 33,95 Prozent über der vereinbarten; die darauf gestützte Anpassung scheiterte an der Kappungsgrenze.

## Beispiel

**Fall 1 – Minderung (nach BGH VIII ZR 133/03).** Im Mietvertrag steht „Wohnfläche ca. 96 m²", tatsächlich sind es 85,91 m². Die Abweichung beträgt 10,09 m², also **10,51 Prozent** – mehr als 10 Prozent, damit ein Mangel nach § 536 Absatz 1 Satz 1 BGB. Der BGH hat die Minderung nach der vollen prozentualen Unterschreitung bemessen: Bei einer gezahlten Miete von 4,17 €/m² ergab sich aus der Differenz von 10,09 m² eine **monatliche Überzahlung von 42,08 €**; für den Zeitraum Juni 1998 bis Mai 2002 sprach der Senat den Mietern **2.019,84 €** nach § 812 Absatz 1 Satz 1 BGB zu.

**Fall 2 – Betriebskosten (nach BGH VIII ZR 220/17).** Im Mietvertrag ist die Wohnfläche mit 74,59 m² vereinbart, die tatsächliche beheizte Fläche beträgt 78,22 m². Die Abweichung liegt unter 10 Prozent – nach altem Recht wäre sie für die Heizkostenabrechnung unbeachtlich gewesen. Der BGH hat entschieden, dass gleichwohl die **tatsächliche** Fläche abzurechnen ist; die auf die kleinere Vertragsfläche gestützten Mieteinbehalte der Mieter von 26,55 € (2013) und 15,91 € (2014) waren unberechtigt.

**Fall 3 – Mieterhöhung (nach BGH VIII ZR 266/14).** Vereinbart waren 156,95 m², das Aufmaß ergab 210,43 m² (+ 33,95 %). Die Vermieterin durfte die tatsächliche Fläche zugrunde legen, blieb aber an die Kappungsgrenze des § 558 Absatz 3 BGB gebunden; der Mieter musste nur der Erhöhung um 94,46 € monatlich zustimmen, die weitergehende Klage blieb erfolglos.

*Die Beispiele geben die Rechenwege der zitierten Entscheidungen wieder und sind keine Rechtsberatung.*

## Quellen

- gesetze-im-internet.de – § 536 BGB (Mietminderung bei Sach- und Rechtsmängeln; Absatz 1 Satz 3 Erheblichkeitsschwelle, Absatz 4 Unabdingbarkeit bei Wohnraum): https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__536.html
- gesetze-im-internet.de – § 535 BGB (Inhalt und Hauptpflichten des Mietvertrags): https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__535.html
- gesetze-im-internet.de – § 556a BGB (Abrechnungsmaßstab für Betriebskosten; Absatz 1: Umlage nach Anteil der Wohnfläche): https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__556a.html
- gesetze-im-internet.de – § 558 BGB (Mieterhöhung bis zur ortsüblichen Vergleichsmiete; Absatz 3 Kappungsgrenze): https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__558.html
- gesetze-im-internet.de – § 812 BGB (Herausgabeanspruch bei ungerechtfertigter Bereicherung): https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__812.html
- gesetze-im-internet.de – § 7 HeizkostenV (Verteilung der Kosten der Versorgung mit Wärme; Absatz 1 Wohn- oder Nutzfläche): https://www.gesetze-im-internet.de/heizkostenv/__7.html
- gesetze-im-internet.de – Wohnflächenverordnung (WoFlV), § 1 Anwendungsbereich: https://www.gesetze-im-internet.de/woflv/__1.html
- gesetze-im-internet.de – WoFlV § 2 (zur Wohnfläche gehörende Grundflächen; Absatz 3 Ausschluss von Zubehörräumen und Geschäftsräumen): https://www.gesetze-im-internet.de/woflv/__2.html
- gesetze-im-internet.de – WoFlV § 3 (Ermittlung der Grundfläche, lichte Maße, Ausmessung oder Bauzeichnung): https://www.gesetze-im-internet.de/woflv/__3.html
- gesetze-im-internet.de – WoFlV § 4 (Anrechnung der Grundflächen: 2 m / 1 m Raumhöhe, Balkone zu einem Viertel bis zur Hälfte): https://www.gesetze-im-internet.de/woflv/__4.html
- gesetze-im-internet.de – WoFlV § 5 (Überleitungsvorschrift für Berechnungen bis 31.12.2003 nach der Zweiten Berechnungsverordnung): https://www.gesetze-im-internet.de/woflv/__5.html
- bundesgerichtshof.de – BGH, Urteil vom 24.03.2004 – VIII ZR 295/03 (amtlicher Volltext; Leitsatz zur 10-Prozent-Grenze bei § 536 Absatz 1 Satz 1 BGB): https://www.bundesgerichtshof.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/Zivilsenate/VIII_ZS/2003/VIII_ZR_295-03.pdf?__blob=publicationFile
- bundesgerichtshof.de – BGH, Urteil vom 24.03.2004 – VIII ZR 133/03 (amtlicher Volltext; keine zusätzliche Maßtoleranz, Berechnung der Überzahlung, „ca."-Angabe): https://www.bundesgerichtshof.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/Zivilsenate/VIII_ZS/2003/VIII_ZR_133-03.pdf?__blob=publicationFile
- rechtsprechung-im-internet.de (BMJ/BfJ) – BGH, Urteil vom 10.03.2010 – VIII ZR 144/09 (amtlicher Volltext; „ca."-Angabe und Berechnung der Minderung): https://www.rechtsprechung-im-internet.de/jportal/?quelle=jlink&docid=KORE307682010&psml=bsjrsprod.psml&max=true
- rechtsprechung-im-internet.de (BMJ/BfJ) – BGH, Urteil vom 10.11.2010 – VIII ZR 306/09 (amtlicher Volltext; Wohnflächenangabe als Beschaffenheitsvereinbarung und deren Ausschluss): https://www.rechtsprechung-im-internet.de/jportal/?quelle=jlink&docid=KORE314572010&psml=bsjrsprod.psml&max=true
- rechtsprechung-im-internet.de (BMJ/BfJ) – BGH, Urteil vom 18.11.2015 – VIII ZR 266/14 (amtlicher Volltext; Aufgabe der 10-Prozent-Rechtsprechung für § 558 BGB, Kappungsgrenze): https://www.rechtsprechung-im-internet.de/jportal/?quelle=jlink&docid=KORE309352015&psml=bsjrsprod.psml&max=true
- rechtsprechung-im-internet.de (BMJ/BfJ) – BGH, Urteil vom 30.05.2018 – VIII ZR 220/17, ECLI:DE:BGH:2018:300518UVIIIZR220.17.0 (amtlicher Volltext; Betriebs- und Heizkostenumlage nach tatsächlicher Wohnfläche): https://www.rechtsprechung-im-internet.de/jportal/?quelle=jlink&docid=KORE301092018&psml=bsjrsprod.psml&max=true

## Änderungsverlauf

- 2026-08-21: Erstveröffentlichung. § 536 BGB, § 556a BGB, § 558 BGB, § 812 BGB, § 7 HeizkostenV und die §§ 1–5 WoFlV im Wortlaut gegen gesetze-im-internet.de geprüft (alle URLs curl HTTP 200). BGH VIII ZR 295/03 und VIII ZR 133/03 über die amtlichen Urteils-PDFs auf bundesgerichtshof.de ausgewertet, BGH VIII ZR 144/09, VIII ZR 306/09, VIII ZR 266/14 und VIII ZR 220/17 über die amtlichen XML-Volltexte auf rechtsprechung-im-internet.de (BMJ/BfJ); Leitsätze und Zitate im amtlichen Wortlaut übernommen. Wikidata-Subjects Q1689121 (Wohnfläche), Q29380591 (Mietminderung), Q1724606 (Wohnflächenverordnung), Q58081925 (Mietrecht), Q165728 (BGB), Q687323 (BGH) via wbsearchentities/wbgetentities verifiziert. | change_type=initial_publication reviewed_by="Andreas Warkentin" field="topic_lifecycle" new="published"

## Siehe auch

- [Mietminderung § 536 BGB](/fakten/mietminderung-536-bgb.html)
- [Mieterhöhung bis zur ortsüblichen Vergleichsmiete](/fakten/mieterhoehung-vergleichsmiete.html)
- [Kappungsgrenze bei der Mieterhöhung](/fakten/kappungsgrenze-mieterhoehung.html)
- [Nebenkostenabrechnung § 556 Absatz 3 BGB](/fakten/nebenkostenabrechnung-556-3-bgb.html)
- [Umlagefähige Betriebskosten](/fakten/betriebskosten-umlagefaehig.html)
- [Heizkostenverordnung](/fakten/heizkostenverordnung.html)

## Stand

- Stand: 2026-08-21
- Gültig ab: 2004-03-24 – Datum der beiden Grundsatzurteile BGH VIII ZR 295/03 und VIII ZR 133/03 zur 10-Prozent-Grenze; § 536 BGB in der Fassung des Mietrechtsreformgesetzes vom 19.06.2001 (in Kraft seit 01.09.2001), WoFlV vom 25.11.2003 (in Kraft seit 01.01.2004). Für Mieterhöhung und Betriebskostenumlage ist die Rechtslage seit BGH VIII ZR 266/14 (18.11.2015) bzw. BGH VIII ZR 220/17 (30.05.2018) geändert.
- Status: aktuell
- Quellenautorität: A (gesetze-im-internet.de, bundesgerichtshof.de, rechtsprechung-im-internet.de)
- Lizenz: CC BY 4.0
