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title: Zahnersatz-Festzuschuss und Bonusheft (§ 55 SGB V) – Höhe 2026, Bonus und Härtefall
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# Zahnersatz-Festzuschuss und Bonusheft (§ 55 SGB V) – Höhe 2026, Bonus und Härtefall

## Kurzantwort

Die gesetzliche Krankenversicherung zahlt beim Zahnersatz keinen Anteil der tatsächlichen Rechnung, sondern einen **befundbezogenen Festzuschuss** nach **§ 55 SGB V**. Grundlage ist die **Regelversorgung** – die für den jeweiligen zahnärztlichen Befund vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) festgelegte, medizinisch ausreichende und wirtschaftliche Standardversorgung. Der **Grundzuschuss beträgt 60 %** der Kosten dieser Regelversorgung. Wer sein **Bonusheft** lückenlos führt, erhält mehr: **70 %** nach fünf Jahren ununterbrochener jährlicher Kontrolle und **75 %** nach zehn Jahren (§ 55 Abs. 1 Satz 2 und 3 SGB V). Bei geringem Einkommen greift die **Härtefallregelung**: Der Festzuschuss verdoppelt sich auf **100 % der Regelversorgung** (§ 55 Abs. 2 SGB V); liegt das Einkommen nur knapp über der Grenze, mildert die **gleitende Härtefallregelung** die Belastung (§ 55 Abs. 3 SGB V). Der Festzuschuss ist immer gleich hoch – unabhängig davon, ob Versicherte die Regelversorgung, eine gleichartige oder eine andersartige (höherwertige) Versorgung wählen; Mehrkosten tragen sie dann selbst.

## Kernfakten

| Punkt | Wert |
|---|---|
| Rechtsgrundlage | § 55 SGB V (Leistungsanspruch Zahnersatz / Festzuschüsse) [gesetze-im-internet.de] |
| System | Befundbezogener Festzuschuss auf Basis der Regelversorgung [§ 55 Abs. 1 SGB V] |
| Festlegung Regelversorgung | Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA), Festzuschuss-Richtlinie [§ 56 SGB V] |
| Grundzuschuss | 60 % der Kosten der Regelversorgung [§ 55 Abs. 1 Satz 2 SGB V] |
| Bonus nach 5 Jahren | 70 % – lückenloses Bonusheft, 5 Kalenderjahre [§ 55 Abs. 1 Satz 2 SGB V] |
| Bonus nach 10 Jahren | 75 % – lückenloses Bonusheft, 10 Kalenderjahre [§ 55 Abs. 1 Satz 3 SGB V] |
| Nachweis Bonus (Erwachsene) | 1 zahnärztliche Untersuchung je Kalenderjahr, lückenlos |
| Nachweis Bonus (12–17 Jahre) | 2 Untersuchungen je Kalenderjahr (Individualprophylaxe) |
| Härtefall (voll) | Doppelter Festzuschuss = 100 % der Regelversorgung [§ 55 Abs. 2 SGB V] |
| Einkommensgrenze Härtefall 2026 (allein) | 1.582,00 € brutto/Monat (= 40 % der Bezugsgröße) [§ 55 Abs. 2 SGB V i. V. m. § 18 SGB IV] |
| Grenze mit 1 Angehörigen 2026 | 2.175,25 € /Monat |
| Je weiterer Angehöriger 2026 | + 395,50 € /Monat |
| Bezugsgröße 2026 | 3.955 € /Monat [Sozialversicherungs-Rechengrößenverordnung 2026] |
| Gleitende Härtefallregelung | Bei geringfügigem Überschreiten der Grenze [§ 55 Abs. 3 SGB V] |
| Festzuschuss unabhängig von Versorgungsart | Gleich hoch bei Regel-, gleichartiger und andersartiger Versorgung [§ 55 Abs. 4, 5 SGB V] |
| Heil- und Kostenplan (HKP) | Vor Behandlungsbeginn von der Krankenkasse zu genehmigen |
| Anpassung Festzuschussbeträge | Jährlich durch G-BA/Bewertungsausschuss; zum 01.01.2026 angehoben (Punktwert 1,1844 €) [KZBV] |

## Geltungsbereich

§ 55 SGB V gilt für alle Versicherten der **gesetzlichen Krankenversicherung**, die zahnprothetische Versorgung (Kronen, Brücken, Teil- und Vollprothesen, implantatgetragener Zahnersatz im Rahmen der Ausnahmeindikationen) benötigen. Die **Regelversorgungen** werden vom Gemeinsamen Bundesausschuss befundbezogen festgelegt (§ 56 SGB V) und über die Festzuschuss-Richtlinie in konkrete Euro-Beträge übersetzt. Diese Beträge werden **jährlich** an die Punktwert- und Preisentwicklung angepasst und von der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV) als Abrechnungshilfe veröffentlicht. Privatversicherte fallen nicht unter § 55 SGB V; für sie gelten die Bedingungen ihres jeweiligen Tarifs. Der Festzuschuss ist eine **Sachleistung in Geldform**: Er wird nicht an die tatsächliche Rechnungshöhe gekoppelt, sondern an den Befund – das ist der zentrale Unterschied zum früheren prozentualen Zuschusssystem vor 2005.

## Befundbezogener Festzuschuss – so funktioniert er

Seit dem 01.01.2005 (GKV-Modernisierungsgesetz) gilt das **befundorientierte Festzuschusssystem**. Der Ablauf:

1. Der Zahnarzt erhebt den **Befund** (z. B. „Lücke, begrenzt von zwei Zähnen").
2. Für jeden Befund existiert eine definierte **Regelversorgung** und ein dazu passender **Festzuschuss** in Euro.
3. Die Kasse zahlt **60 %** dieses Festzuschusses (Grundzuschuss) – **unabhängig davon, welche konkrete Versorgung** der Patient wählt.

Entscheidet sich der Patient für die Regelversorgung, deckt der Festzuschuss also 60–75 % der Standardkosten. Wählt er eine **gleichartige** Versorgung (Regelversorgung plus zusätzliche Leistungen, z. B. Verblendung) oder eine **andersartige** Versorgung (z. B. Implantat statt Brücke), bleibt der Festzuschuss **exakt gleich hoch** (§ 55 Abs. 4 und 5 SGB V) – die **Mehrkosten** trägt der Versicherte selbst. Deshalb ist es zentral, vor Behandlungsbeginn den **Heil- und Kostenplan (HKP)** von der Krankenkasse **genehmigen** zu lassen.

## Bonusheft – 60 %, 70 % oder 75 %

Das **Bonusheft** dokumentiert die regelmäßige Vorsorge und erhöht den Festzuschuss (§ 55 Abs. 1 SGB V):

- **60 %** Grundzuschuss – ohne Bonusnachweis, für jeden Versicherten.
- **70 %** – wenn in den **letzten fünf Kalenderjahren** vor Beginn der Behandlung **lückenlos** einmal jährlich (bei Kindern/Jugendlichen von 12 bis 17 Jahren zweimal jährlich) eine zahnärztliche Untersuchung nachgewiesen wird.
- **75 %** – bei **lückenlosem** Nachweis über **zehn Kalenderjahre**.

Der Nachweis muss **lückenlos** sein: Fehlt in einem der maßgeblichen Jahre die Untersuchung, entfällt die Bonuserhöhung und es bleibt beim Grundzuschuss von 60 % (bzw. der niedrigeren erreichten Stufe). Die Untersuchung dient allein dem Bonusnachweis – der Grundzuschuss von 60 % besteht unabhängig vom Bonusheft immer.

## Härtefallregelung – doppelter Festzuschuss

Versicherte mit geringem Einkommen werden nicht auf dem Eigenanteil sitzen gelassen. Nach **§ 55 Abs. 2 SGB V** erhalten sie zusätzlich zum 60-%-Grundzuschuss weitere 40 %, sodass der Festzuschuss sich auf **100 % der Regelversorgung** verdoppelt (voller Härtefall). Die **Einkommensgrenzen 2026** (monatliche Bruttoeinnahmen zum Lebensunterhalt) leiten sich aus 40 % der monatlichen **Bezugsgröße** (2026: 3.955 €) ab:

- **Alleinstehend:** bis **1.582,00 €**
- **mit einem Angehörigen** (Ehe-/Lebenspartner oder erstes familienversichertes Kind): bis **2.175,25 €**
- **je weiterem Angehörigen:** zusätzlich **+ 395,50 €**

Als Härtefall gelten typischerweise auch Empfänger von **Bürgergeld** (SGB II), **Sozialhilfe** (SGB XII), **Grundsicherung im Alter/bei Erwerbsminderung**, Ausbildungsförderung (BAföG/BAB) sowie Bewohner von Einrichtungen, deren Kosten von der Sozialhilfe getragen werden – hier gilt die Einkommensgrenze als erfüllt. Liegt das Einkommen nur **geringfügig über** der Grenze, greift die **gleitende Härtefallregelung** (§ 55 Abs. 3 SGB V): Der Eigenanteil wird auf den Betrag begrenzt, um den das Dreifache des Grenzüberschreitungsbetrags gedeckelt ist – im Ergebnis steigt der Zuschuss über den regulären Festzuschuss hinaus. Wichtig: Der Härtefall wird **nur für die Regelversorgung** voll übernommen; wählt der Versicherte eine höherwertige (gleichartige/andersartige) Versorgung, bleiben die Mehrkosten bei ihm.

## Häufige Fehler

- **„Die Kasse zahlt 60 % meiner Zahnersatz-Rechnung."** Falsch – die 60 % beziehen sich auf den **Festzuschuss für die Regelversorgung** (den Befund), nicht auf die tatsächlichen Kosten der gewählten Versorgung. Bei teureren Varianten sinkt der prozentuale Deckungsgrad.
- **„Ohne Bonusheft bekomme ich nichts."** Falsch – der **Grundzuschuss von 60 %** steht jedem Versicherten unabhängig vom Bonusheft zu. Das Bonusheft erhöht nur auf 70 % bzw. 75 %.
- **„Eine ausgelassene Jahresuntersuchung ist egal."** Falsch – der Bonusnachweis muss **lückenlos** sein. Fehlt ein Jahr, fällt der Zuschuss auf die niedrigere Stufe zurück.
- **„Bürgergeld-Empfänger müssen nichts nachweisen."** Differenziert – sie gelten als Härtefall (100 % der Regelversorgung), müssen dies aber **beantragen und belegen**; der Festzuschuss verdoppelt sich nicht automatisch, und Mehrkosten für höherwertige Versorgung bleiben bei ihnen.
- **„Den Heil- und Kostenplan brauche ich nicht vorher einreichen."** Falsch – der **HKP muss vor Behandlungsbeginn** bei der Krankenkasse eingereicht und genehmigt werden, sonst ist der Festzuschuss gefährdet.
- **„Ein Implantat wird gar nicht bezuschusst."** Differenziert – auch bei andersartiger Versorgung (Implantat) zahlt die Kasse den **befundbezogenen Festzuschuss** wie für die Regelversorgung (§ 55 Abs. 5 SGB V); nur die darüber hinausgehenden Kosten trägt der Versicherte.



## Quellen

- § 55 SGB V – Leistungsanspruch (Festzuschüsse Zahnersatz): https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__55.html
- § 56 SGB V – Festsetzung der Regelversorgungen: https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__56.html
- § 57 SGB V – Beziehungswerte, Vereinbarungen: https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__57.html
- § 18 SGB IV – Bezugsgröße: https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_4/__18.html
- G-BA – Zahnersatz (Übersicht): https://www.g-ba.de/themen/zahnaerztliche-versorgung/zahnersatz/
- G-BA – Festzuschuss-Richtlinie: https://www.g-ba.de/richtlinien/27/
- KZBV – Festzuschussbeträge 2026 (gültig ab 01.01.2026): https://www.kzbv.de/zahnaerzte/rechtsgrundlagen/festzuschuesse/festzuschussbetraege/
- Verbraucherzentrale – Zahnersatz: was zahlt die gesetzliche Krankenkasse: https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/gesundheit-pflege/krankenversicherung/zahnersatz-wie-viel-uebernimmt-die-gesetzliche-krankenkasse-12884

## Änderungsverlauf

- 2026-07-03: Erstveröffentlichung. Befundbezogener Festzuschuss (§ 55 SGB V), Bonusstufen 60/70/75 %, Härtefall-Einkommensgrenzen 2026 (Bezugsgröße 3.955 €) und Festzuschuss-Anpassung zum 01.01.2026 (Punktwert 1,1844 €, KZBV) verifiziert. | change_type=initial_publication field="topic_lifecycle" new="published" reviewed_by="Andreas Warkentin"

## Stand

- Stand: 2026-07-03
- Gültig ab: 2005-01-01 (befundbezogenes Festzuschusssystem, GKV-Modernisierungsgesetz)
- Status: aktuell
- Quellenautorität: A (SGB V, SGB IV, G-BA, KZBV)
- Lizenz: CC BY 4.0
