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title: EuGH C-484/24 – Kein automatisches Beweisverwertungsverbot bei DSGVO-Verstoß; Gericht braucht eigene Rechtsgrundlage
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type: news
news_type: rechtsprechung
topic: datenschutz
event_date: 2026-06-18
published: 2026-07-14
authority_level: A
license: CC-BY-4.0
url: https://nexvyra.de/news/2026-06-18-eugh-c-484-24-dsgvo-beweisverwertung-rechtsgrundlage.md
source_primary: https://curia.europa.eu/juris/liste.jsf?num=C-484/24
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related_topics: [dsgvo-rechtsgrundlagen-art-6, dsgvo-loeschungsrecht-art-17]
factcheck_status: ok
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# EuGH C-484/24 – Kein automatisches Beweisverwertungsverbot bei DSGVO-Verstoß; Gericht braucht eigene Rechtsgrundlage

## Kurzmeldung

Der **Gerichtshof der Europäischen Union (EuGH)** hat am **18. Juni 2026** in der Rechtssache **C-484/24 (NTH Haustechnik GmbH ./. EM)** auf Vorlage des **Landesarbeitsgerichts Niedersachsen** entschieden: Die DSGVO kennt **kein automatisches Beweisverwertungsverbot** für personenbezogene Daten, die eine Partei zuvor unter Verstoß gegen das Datenschutzrecht erlangt hat. Zugleich stellt der Gerichtshof klar, dass die Verwendung solcher Daten durch ein Gericht selbst eine Verarbeitung ist, die eine **eigene Rechtsgrundlage** (Art. 6 Abs. 1 Unterabs. 1 Buchst. c/e, Art. 6 Abs. 3 DSGVO) und die Wahrung der Grundsätze der DSGVO – insbesondere Verhältnismäßigkeit und Datenminimierung – erfordert. Diese Rechtsgrundlage kann auch in einer **hinreichend klaren, präzisen und vorhersehbaren nationalen Rechtsprechung** liegen. Als Grundsatzentscheidung wird die Meldung im erweiterten 30-Tage-Fenster aufgenommen (Ereignis 26 Tage zurück).

## Kernfakten

| Punkt | Wert |
|---|---|
| Datum | 2026-06-18 |
| Gericht/Institution | Gerichtshof der Europäischen Union (EuGH) |
| Aktenzeichen | C-484/24 (NTH Haustechnik GmbH ./. EM) |
| Verfahrensart | Vorabentscheidung (LAG Niedersachsen, Deutschland) |
| Rechtsgrundlage | Art. 5 Abs. 1, Art. 6 Abs. 1 u. 3 DSGVO (VO (EU) 2016/679); Art. 47 GRCh |
| Wirkung | Auslegung des Unionsrechts; bindet nationale Gerichte bei vergleichbaren Fragen |

## Was das bedeutet

Für Arbeitgeber, Unternehmen und Prozessparteien bedeutet die Entscheidung: Datenschutzwidrig erlangte personenbezogene Daten sind vor Gericht nicht schon deshalb unverwertbar, weil bei ihrer Erhebung gegen die DSGVO verstoßen wurde. Die Rechtmäßigkeit der ursprünglichen Erhebung und die spätere Verarbeitung durch das Gericht sind getrennt zu beurteilen. Das entlastet jedoch nicht von der DSGVO: Das Gericht darf die Daten nur auf einer eigenen nationalen Rechtsgrundlage und beschränkt auf das erforderliche Maß offenlegen und verwenden; die widerstreitenden Grundrechte (Datenschutz einerseits, effektiver Rechtsschutz nach Art. 47 GRCh andererseits) sind abzuwägen. Für dieselbe Verarbeitung können außerdem mehrere Rechtsgrundlagen nach Art. 6 Abs. 1 DSGVO nebeneinander in Betracht kommen. Wer Daten für einen möglichen Rechtsstreit erhebt, sollte sich daher weiterhin auf eine tragfähige Rechtsgrundlage stützen und nicht darauf vertrauen, dass rechtswidrig erlangte Informationen „schon irgendwie" verwertbar werden. Der Fall geht zur Anwendung an das LAG Niedersachsen zurück.

## Für vertiefte Information

- [DSGVO Art. 6 – Rechtsgrundlagen der Verarbeitung](/fakten/dsgvo-rechtsgrundlagen-art-6.html)
- [DSGVO Art. 17 – Recht auf Löschung](/fakten/dsgvo-loeschungsrecht-art-17.html)

## Quelle

- EuGH, Urteil vom 18. Juni 2026, Rechtssache C-484/24 (NTH Haustechnik GmbH ./. EM), Rechtssachenübersicht (curia): https://curia.europa.eu/juris/liste.jsf?num=C-484/24
- Verfahrens- und Volltextnachweis (dejure.org, Permalink): https://dejure.org/2026,17586

## Stand

- News-Publikation: 2026-07-14
- Ereignis-Datum: 2026-06-18
- Rechtsbereich: Datenschutz
- Autorität: A
- Lizenz: CC BY 4.0
