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title: EuGH C-474/24 – Online-Veröffentlichung von Doping-Sperren kann DSGVO-konform sein (NADA Austria)
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type: news
news_type: rechtsprechung
topic: datenschutz
event_date: 2026-07-14
published: 2026-07-14
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related_topics: [dsgvo-rechtsgrundlagen-art-6, dsgvo-loeschungsrecht-art-17]
factcheck_status: ok
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# EuGH C-474/24 – Online-Veröffentlichung von Doping-Sperren kann DSGVO-konform sein (NADA Austria)

## Kurzmeldung

Der Gerichtshof der Europäischen Union (EuGH) hat am **14. Juli 2026** in der Rechtssache **C-474/24 (NADA Austria u. a.)** entschieden: Mitgliedstaaten dürfen grundsätzlich vorsehen, dass **Namen von Profisportlern**, die gegen Anti-Doping-Vorschriften verstoßen haben, samt **Dauer und Gründen der Sperre** im Internet veröffentlicht werden – sofern die **DSGVO** gewahrt bleibt. Die veröffentlichende Stelle muss vor der Veröffentlichung eine **Interessenabwägung** vornehmen können, die Veröffentlichung muss **verhältnismäßig** sein, und Betroffene müssen präventiv Beschwerde bei der Datenschutzbehörde einlegen können. Hintergrund war ein Vorabentscheidungsersuchen des österreichischen Bundesverwaltungsgerichts.

## Kernfakten

| Punkt | Wert |
|---|---|
| Datum | 2026-07-14 |
| Gericht/Institution | Gerichtshof der Europäischen Union (EuGH) |
| Aktenzeichen | C-474/24 (NADA Austria u. a.) |
| Verfahrensart | Vorabentscheidung (Bundesverwaltungsgericht, Österreich) |
| Rechtsgrundlage | DSGVO (VO (EU) 2016/679), insb. Art. 9 (Gesundheitsdaten), Art. 10 (Verurteilungen/Straftaten), Grundsatz der Verhältnismäßigkeit |
| Wirkung | Auslegung des Unionsrechts; bindet nationale Gerichte bei vergleichbaren Fragen |

## Was das bedeutet

Für die Verarbeitung sensibler Daten liefert das Urteil zwei praxisrelevante Klarstellungen. Erstens fallen die veröffentlichten Angaben zur Sperre **grundsätzlich nicht unter „Gesundheitsdaten"** (Art. 9 DSGVO) – es sei denn, es wird der Name oder die Kategorie des verbotenen Wirkstoffs bzw. der Methode angegeben und daraus lässt sich – auch nur mittelbar – auf den Gesundheitszustand der Person schließen. Zweitens stellen Daten über Verstöße gegen Anti-Doping-Regeln und die verhängten Sanktionen **keine Daten über strafrechtliche Verurteilungen und Straftaten** (Art. 10 DSGVO) dar, weil sie – ähnlich Disziplinarstrafen – nur an eine bestimmte Gruppe (Sportler) gerichtet sind. Die DSGVO steht einer namentlichen Online-Veröffentlichung damit nicht per se entgegen; sie dient legitimen Gemeinwohlzielen (Abschreckung, Prävention, Wirksamkeit der Sanktionen) und informiert mittelbar Betroffene wie Arbeitgeber und Sponsoren. Grenze ist die **Verhältnismäßigkeit**: Eine namentliche Veröffentlichung über die Dauer der Sanktion hinaus wäre unzulässig. Über den Sportkontext hinaus zeigt das Urteil, wie sensibel die Einordnung von Daten in die besonderen Kategorien (Art. 9/10) zu prüfen ist, bevor öffentlich publiziert wird.

## Für vertiefte Information

- [DSGVO Art. 6 – Rechtsgrundlagen der Verarbeitung](/fakten/dsgvo-rechtsgrundlagen-art-6.html)
- [DSGVO Art. 17 – Recht auf Löschung](/fakten/dsgvo-loeschungsrecht-art-17.html)

## Quelle

- EuGH, Pressemitteilung Nr. 103/26 vom 14. Juli 2026 (Rechtssache C-474/24): https://curia.europa.eu/site/upload/docs/application/pdf/2026-07/cp260103de.pdf
- Rechtssachenübersicht C-474/24 (curia): https://curia.europa.eu/juris/liste.jsf?num=C-474/24

## Stand

- News-Publikation: 2026-07-14
- Ereignis-Datum: 2026-07-14
- Rechtsbereich: Datenschutz
- Autorität: A
- Lizenz: CC BY 4.0
