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title: EuGH C-188/25 – Staatlicher Wohnraumförderfonds ist "Gewerbetreibender": Klauselkontrolle nach RL 93/13 gilt (Štátny fond rozvoja bývania)
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type: news
news_type: rechtsprechung
topic: allgemein
event_date: 2026-07-09
published: 2026-07-22
authority_level: A
license: CC-BY-4.0
url: https://nexvyra.de/news/2026-07-22-eugh-c-188-25-staatsfonds-gewerbetreibender-klauselkontrolle.md
source_primary: https://curia.europa.eu/juris/liste.jsf?num=C-188/25
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related_topics: [agb-kontrolle-305-307-bgb, agb-klauselverbote-309-bgb]
factcheck_status: ok
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# EuGH C-188/25 – Staatlicher Wohnraumförderfonds ist "Gewerbetreibender": Klauselkontrolle nach RL 93/13 gilt (Štátny fond rozvoja bývania)

## Kurzmeldung

Der Gerichtshof der Europäischen Union (EuGH) hat am **9. Juli 2026** in der Rechtssache **C-188/25 (Štátny fond rozvoja bývania)** entschieden, dass ein **staatlicher Fonds zur Förderung des Wohnungsbaus**, der mit natürlichen Personen Darlehens- und Bürgschaftsverträge schließt, als **"Gewerbetreibender"** im Sinne von **Art. 2 Buchst. c der Richtlinie 93/13/EWG** (Missbräuchliche Klauseln in Verbraucherverträgen) einzustufen ist. Der Begriff ist **funktional und weit** zu verstehen: Erfasst wird jede natürliche oder juristische Person, die eine gewerbliche oder berufliche Tätigkeit ausübt – **auch im öffentlich-rechtlichen Rahmen und bei im Allgemeininteresse liegenden Aufgaben**, unabhängig von einer Gewinnerzielungsabsicht. Folge: Die betreffenden Verträge fallen in den Anwendungsbereich der Richtlinie und unterliegen der **Klauselkontrolle**. Das Verfahren beruht auf einem Vorabentscheidungsersuchen des Krajský súd v Prešove (Slowakei).

## Kernfakten

| Punkt | Wert |
|---|---|
| Datum | 2026-07-09 |
| Gericht/Institution | Gerichtshof der Europäischen Union (EuGH) |
| Aktenzeichen | C-188/25 (Štátny fond rozvoja bývania / GL, KL, SC) |
| Verfahrensart | Vorabentscheidung (Krajský súd v Prešove, Slowakei) |
| Rechtsgrundlage | Art. 2 Buchst. c RL 93/13/EWG (Missbräuchliche Klauseln in Verbraucherverträgen) |
| Wirkung | Auslegung des Unionsrechts; bindet nationale Gerichte bei vergleichbaren Fragen |

## Was das bedeutet

Der EuGH stärkt den Verbraucherschutz bei Verträgen mit staatlichen oder öffentlich-rechtlichen Stellen. Entscheidend ist nicht die Rechtsform oder ein öffentlicher Förderauftrag, sondern die **funktionale Betrachtung**: Wer natürlichen Personen als Darlehens- oder Bürgschaftspartner gegenübertritt, handelt als "Gewerbetreibender" – auch wenn er hoheitliche oder gemeinnützige Ziele verfolgt und keinen Gewinn anstrebt. Damit können sich Verbraucher, die mit einem solchen Fonds kontrahieren, auf den Schutz der Klausel-Richtlinie berufen; die Vertragsklauseln unterliegen der Missbrauchskontrolle. Der EuGH bekräftigt zudem den Grundsatz der unionsrechtskonformen Auslegung: Ein nationales Gericht muss eine für unvereinbar mit der Richtlinie befundene Auslegung – auch eine für es an sich bindende Beurteilung eines höheren Gerichts – unangewendet lassen, um der Richtlinie volle Wirksamkeit zu verschaffen. Für das deutsche Recht bestätigt die Linie, dass **staatliche und öffentlich-rechtliche Darlehensgeber** (z. B. Förderbanken/Förderfonds) gegenüber Verbrauchern regelmäßig als **Unternehmer (§ 14 BGB)** auftreten und ihre AGB der **Inhaltskontrolle nach §§ 305 ff. BGB** unterliegen.

## Für vertiefte Information

- [AGB-Kontrolle (§§ 305–307 BGB) – Einbeziehung, überraschende Klauseln, Inhaltskontrolle](/fakten/agb-kontrolle-305-307-bgb.html)
- [AGB-Klauselverbote § 309 BGB – Schwarze Liste unwirksamer Klauseln](/fakten/agb-klauselverbote-309-bgb.html)

## Quelle

- EuGH, Urteil vom 9. Juli 2026, Rechtssache C-188/25 (Štátny fond rozvoja bývania) – Rechtssachenübersicht (curia): https://curia.europa.eu/juris/liste.jsf?num=C-188/25
- Verfahrens- und Volltextnachweis (dejure.org-Permalink, mit Vorlagefragen und Urteilsgründen): https://dejure.org/2026,20151

## Stand

- News-Publikation: 2026-07-22
- Ereignis-Datum: 2026-07-09
- Rechtsbereich: Allgemein / Verbraucherschutz
- Autorität: A
- Lizenz: CC BY 4.0
