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title: BGH – keine wechselseitige Zurechnung von Arbeitnehmern eines Gemeinschaftsbetriebs beim DrittelbG-Schwellenwert (BGH II ZB 11/25, II ZB 12/25)
slug: 2026-08-06-bgh-ii-zb-11-25-mitbestimmung-gemeinschaftsbetrieb-drittelbg
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news_type: rechtsprechung
topic: arbeitsrecht
event_date: 2026-07-31
published: 2026-08-06
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# BGH – keine wechselseitige Zurechnung von Arbeitnehmern eines Gemeinschaftsbetriebs beim DrittelbG-Schwellenwert (BGH II ZB 11/25, II ZB 12/25)

## Kurzmeldung

Der für das Gesellschaftsrecht zuständige **II. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs** hat mit zwei am **31. Juli 2026** bekanntgegebenen **Beschlüssen vom 23. Juni 2026 (II ZB 11/25 und II ZB 12/25)** entschieden, dass für den Schwellenwert von in der Regel mehr als 500 Arbeitnehmern, der die Drittelbeteiligung der Arbeitnehmer im Aufsichtsrat einer Aktiengesellschaft auslöst, allein die Arbeitnehmer der jeweiligen Aktiengesellschaft zählen – **nicht** die Arbeitnehmer eines konzernweiten Gemeinschaftsbetriebs. Die Rechtsbeschwerden mehrerer Betriebsräte gegen mitbestimmungsfreie Aufsichtsräte zweier SE-Gesellschaften wurden zurückgewiesen.

## Kernfakten

| Punkt | Wert |
|---|---|
| Datum | 2026-07-31 (Bekanntgabe der Pressemitteilung Nr. 139/2026); Beschlüsse vom 23.06.2026 |
| Gericht/Institution | Bundesgerichtshof, II. Zivilsenat (Gesellschaftsrecht) |
| Aktenzeichen | II ZB 11/25 und II ZB 12/25 |
| Rechtsgrundlage | § 1 Abs. 1 Nr. 1, § 2 Abs. 2, § 3 Abs. 1 DrittelbG; § 1 Abs. 1 Satz 2, § 5 Abs. 1 BetrVG; § 291 Abs. 1 AktG; § 21 SEBG |
| Wirkung | Rechtsbeschwerden zurückgewiesen; Aufsichtsräte der betroffenen SE bleiben mitbestimmungsfrei; Vorinstanzen (LG Berlin II, Kammergericht) bestätigt |

## Was das bedeutet

Für Aktiengesellschaften und Konzerne schafft der Beschluss Rechtssicherheit bei der Zusammensetzung des Aufsichtsrats: Ob die 500-Arbeitnehmer-Schwelle des Drittelbeteiligungsgesetzes erreicht ist, richtet sich grundsätzlich nach der Beschäftigtenzahl der jeweiligen Gesellschaft selbst. Arbeitnehmer mehrerer Unternehmen werden nicht schon deshalb wechselseitig zugerechnet, weil sie in einem gemeinsamen Betrieb tätig sind. Eine Zurechnung von Konzern-Arbeitnehmern kommt nach § 2 Abs. 2 DrittelbG nur in den ausdrücklich geregelten Ausnahmefällen in Betracht – insbesondere bei bestehendem Beherrschungsvertrag oder Eingliederung. Die für die Errichtung eines Betriebsrats geltende Zurechnungsregel des § 1 Abs. 1 Satz 2 BetrVG lässt sich auf das DrittelbG gerade nicht übertragen. Unternehmen mit faktischen Konzern- oder Gemeinschaftsbetriebsstrukturen können damit die maßgebliche Schwelle klarer bestimmen; für Betriebsräte engt die Entscheidung die Möglichkeit ein, über die Bündelung von Belegschaften eine Aufsichtsrats-Mitbestimmung zu erreichen.

## Quelle

- Bundesgerichtshof, Pressemitteilung Nr. 139/2026 vom 31.07.2026, „Keine wechselseitige Zurechnung von Arbeitnehmern eines Gemeinschaftsbetriebs für den Schwellenwert des Drittelbeteiligungsgesetzes" (Beschlüsse vom 23. Juni 2026 – II ZB 11/25 und II ZB 12/25): https://www.bundesgerichtshof.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2026/2026139.html
- Vorinstanzen: Landgericht Berlin II, Beschlüsse vom 18.12.2024 – 102 O 23/24 und 102 O 50/24; Kammergericht, Beschlüsse vom 17.06.2025 – 14 W 2/25 und vom 24.06.2025 – 14 W 3/25

## Stand

- News-Publikation: 2026-08-06
- Ereignis-Datum: 2026-07-31
- Rechtsbereich: Arbeitsrecht
- Autorität: A
- Lizenz: CC BY 4.0
