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title: E-Evidence gilt – seit 18.08.2026 müssen Diensteanbieter Herausgabeanordnungen in 10 Tagen, Notfälle in 8 Stunden beantworten
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news_type: gesetzgebung
topic: datenschutz
event_date: 2026-08-18
published: 2026-08-25
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related_topics: [e-evidence-verordnung-2023-1543-ebewmg, dsa-verordnung-plattform-nutzerrechte, nis2-umsucg-kritis]
factcheck_status: ok
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# E-Evidence gilt – seit 18.08.2026 müssen Diensteanbieter Herausgabeanordnungen in 10 Tagen, Notfälle in 8 Stunden beantworten

## Kurzmeldung

Am **18. August 2026** sind die restlichen Vorschriften des **Elektronische-Beweismittel-Umsetzungs- und Durchführungsgesetzes (EBewMG)** in Kraft getreten. Damit ist das europäische E-Evidence-Paket in Deutschland vollständig anwendbar: Strafverfolgungsbehörden anderer EU-Mitgliedstaaten können sich mit Europäischen Herausgabe- und Sicherungsanordnungen für elektronische Beweismittel **direkt an Diensteanbieter** wenden – ohne den Umweg über ein klassisches Rechtshilfeersuchen. Das EBewMG war am **12. März 2026** im Bundesgesetzblatt verkündet worden (BGBl. 2026 I Nr. 64); die Vorschriften zur Umsetzung der Richtlinie (EU) 2023/1544 galten bereits seit dem Folgetag. Zentrale Behörde in Deutschland ist das **Bundesamt für Justiz (BfJ)**.

## Kernfakten

| Punkt | Wert |
|---|---|
| Datum | 2026-08-18 (Inkrafttreten der restlichen Vorschriften); Verkündung 12.03.2026, Ausfertigung 10.03.2026 |
| Gericht/Institution | Bundesamt für Justiz (BfJ) als Zentralbehörde für E-Evidence; Federführung Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz |
| Aktenzeichen | BGBl. 2026 I Nr. 64; ELI: https://www.recht.bund.de/eli/bund/bgbl-1/2026/64; GESTA C040; FNA neu 319-121, 900-17, 204-5 |
| Rechtsgrundlage | Verordnung (EU) 2023/1543 (Europäische Herausgabe- und Sicherungsanordnungen); Richtlinie (EU) 2023/1544; EBewMG |
| Wirkung | Anwendbar seit 18.08.2026; Umsetzungsvorschriften zur RL 2023/1544 bereits seit 13.03.2026 in Kraft |
| Anmeldefrist | Bereits in der EU tätige Diensteanbieter: bis 18.08.2026; danach neu hinzukommende Anbieter: sechs Monate ab Angebotsbeginn in der EU (BfJ, Anmeldeverfahren) |

Reaktionsfristen nach der Verordnung laut BfJ: **Sicherungsanordnung unverzüglich**, **Herausgabeanordnung binnen 10 Tagen**, **in Notfällen binnen 8 Stunden**.

## Was das bedeutet

Betroffen ist praktisch jeder auf dem EU-Markt tätige **Diensteanbieter**, der Nutzern Kommunikation ermöglicht oder Daten für sie speichert und verarbeitet. Diese Anbieter müssen einen **Empfangsbevollmächtigten – den sogenannten Adressaten** – einrichten, der Herausgabe- und Sicherungsanordnungen entgegennimmt und umsetzt. Wer diese Pflicht bislang nicht erfüllt hat, ist seit dem 18. August im Rückstand.

Für die Anmeldung nennt das BfJ eine **feste Frist**: „Bis zum 18. August 2026 müssen sich alle bereits in der EU tätigen Diensteanbieter angemeldet haben. Danach gilt für alle – auch neu hinzukommenden – Diensteanbieter eine **sechsmonatige Anmeldefrist** (beginnend nach dem Tag, ab dem Dienste in der EU angeboten werden)." Wer bereits vor dem 18. August 2026 auf dem EU-Markt tätig war und sich nicht angemeldet hat, befindet sich damit im Verzug; die Sechsmonatsfrist gilt nur für Anbieter, die den Markteintritt danach vollziehen.

Die Anmeldung läuft nicht formlos: Adressaten müssen auf der **Notification-Platform der EU** registriert werden, damit ihre Daten in die **Court Data Base** der EU übernommen werden. In Deutschland **validiert das BfJ** diese Anmeldungen. Anschließend veranlasst die bei dem **Ministerium der Justiz Nordrhein-Westfalen** angesiedelte **E-Justiz-Koordinierungsstelle Europa (EKE)**, dass die validierten Diensteanbieter Zugangsdaten erhalten. Über das dezentrale IT-System **e-CODEX** – per Webbrowser oder API – müssen Adressaten und Strafverfolgungsbehörden **seit dem 18. August 2026** kommunizieren.

Das BfJ überwacht als Zentralbehörde die Erfüllung dieser Pflichten. Verletzt ein Diensteanbieter die ihn aus der Verordnung treffenden Pflichten, sind Sanktionen vorgesehen: Nach Angaben des BfJ **kann die Höhe der zu verhängenden Geldbußen bis zu 500.000 Euro oder bis zu 2 Prozent des erzielten Jahresgesamtumsatzes betragen**. Das BfJ ist dabei ausdrücklich **nicht zur Vollstreckung im Einzelfall berufen**, schreitet aber ein, wenn ein Diensteanbieter sich **systematisch unkooperativ** zeigt. Kommt ein Anbieter einer konkreten Anordnung nicht nach, ist ein gesondertes Vollstreckungsverfahren vorgesehen, in dem er Einwände auf Basis eines Katalogs von Gründen erheben kann – neben formalen Aspekten wie unvollständigen Angaben und der Unzuständigkeit der Anordnungsbehörde auch Immunitäten, Vorrechte und die Pressefreiheit.

Praktisch heißt das für Compliance-Verantwortliche: Adressat benannt und bis zum 18.08.2026 auf der Notification-Platform angemeldet? Zugangsdaten für e-CODEX erhalten und die Erreichbarkeit getestet? Interner Prozess vorhanden, der eine 8-Stunden-Notfallfrist auch nachts und am Wochenende einhält? Rechtliche Prüfung der eingehenden Anordnungen so organisiert, dass die 10-Tage-Frist nicht allein durch Abstimmungsschleifen verstreicht?

## Für vertiefte Information

- [E-Evidence-Verordnung (EU) 2023/1543 und EBewMG – Adressatenpflicht, Fristen (10 Tage / 8 Stunden) und Bußgelder bis 500.000 Euro](/fakten/e-evidence-verordnung-2023-1543-ebewmg.html) — das Voll-Topic mit sämtlichen Paragraphenangaben des EBewMG
- [Digital Services Act (DSA, VO 2022/2065) – Plattform-Pflichten und Nutzerrechte 2026](/fakten/dsa-verordnung-plattform-nutzerrechte.html) — angrenzende EU-Pflichten desselben Adressatenkreises
- [NIS-2 UmsuCG – Cybersecurity-Pflichten für KRITIS und besonders wichtige Einrichtungen](/fakten/nis2-umsucg-kritis.html) — angrenzende Registrierungs- und Meldepflichten für digitale Diensteanbieter, nicht E-Evidence selbst

## Quelle

- Bundesamt für Justiz, Themenseite „E-Evidence" (Zentralbehörde, HTTP 200 verifiziert): https://www.bundesjustizamt.de/DE/Themen/InternationaleZusammenarbeit/Strafsachen/Evidence/Evidence_node.html
- Bundesgesetzblatt Teil I, „Gesetz zur Umsetzung der Richtlinie (EU) 2023/1544 und zur Durchführung der Verordnung (EU) 2023/1543 über die grenzüberschreitende Sicherung und Herausgabe elektronischer Beweismittel in Strafverfahren innerhalb der Europäischen Union", BGBl. 2026 I Nr. 64 vom 12.03.2026: https://www.recht.bund.de/bgbl/1/2026/64/VO.html
- ELI-Permalink: https://www.recht.bund.de/eli/bund/bgbl-1/2026/64
- Regelungstext (PDF, 356 KB, MD5 `ae277db18cc59252fd89fc6f9f451ae7`): https://www.recht.bund.de/bgbl/1/2026/64/regelungstext.pdf?__blob=publicationFile&v=1
- Verordnung (EU) 2023/1543 vom 12. Juli 2023, EUR-Lex (HTTP 200 verifiziert): https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2023/1543/oj/deu
- BfJ, „Anmeldeverfahren" (HTTP 200 verifiziert am 30.08.2026; Beleg für die Anmeldefrist 18.08.2026, die sechsmonatige Folgefrist, die Rolle der EKE beim Ministerium der Justiz NRW sowie e-CODEX als Kommunikationssystem): https://www.bundesjustizamt.de/DE/Themen/InternationaleZusammenarbeit/Strafsachen/Evidence/Anmeldeverfahren/Anmeldeverfahren_node.html
- BfJ, „Häufig gestellte Fragen" zum E-Evidence-Anmeldeverfahren (HTTP 200 verifiziert; Beleg für Bußgeldrahmen, Vollstreckungsverfahren und Aufsichtsrolle des BfJ): https://www.bundesjustizamt.de/DE/Themen/InternationaleZusammenarbeit/Strafsachen/Evidence/Anmeldeverfahren/Fragen/Fragen_node.html

## Stand

- News-Publikation: 2026-08-25
- Ereignis-Datum: 2026-08-18
- Rechtsbereich: Datenschutz
- Autorität: A
- Lizenz: CC BY 4.0
