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EU-Energieeffizienzrichtlinie (RL 2023/1791, EED) – Energieaudit ab 10 TJ, Managementsystem ab 85 TJ, Rechenzentren & deutsche Umsetzung (EnEfG-Novelle) Gesetzentwurf

Inhaltlich verantwortlich: Andreas Warkentin (warepoint-media GbR) · letzte Änderung: 2026-10-30 · letzte Prüfung: 2026-10-30 · Quellen-Autorität A Fehler melden ✉
Kurzantwort Die **Richtlinie (EU) 2023/1791** (Energy Efficiency Directive, **EED**, Neufassung) vom **13. September 2023** wurde am **20. September 2023** veröffentlicht und ist seit dem **10. Oktober 2023** in Kraft. Als **Richtlinie** gilt sie nicht unmittelbar gegenüber Unternehmen, sondern muss von Deutschland in nationales Recht umgesetzt werden. Die **Umsetzungsfrist endete im Oktober 2025** (laut Bundestag am 10.10.2025); Deutschland hat die Umsetzung **noch nicht abgeschlossen**: Der Regierungsentwurf „Gesetz zur Beschleunigung der Umsetzung der Energieeffizienzrichtlinie“ (**BT-Drs. 21/8027**) wurde am **24.09.2026** in erster Lesung beraten und an den Ausschuss für Wirtschaft und Energie überwiesen (Anhörung am 05.10.2026). Bis zur Verkündung gilt das bestehende **Energieeffizienzgesetz (EnEfG)** unverändert weiter. Der Entwurf will EnEfG-Pflichten zurückfahren, die über die EU-Vorgaben hinausgehen („Gold-Plating“). Für Unternehmen zentral: **Energieaudit** für Unternehmen mit mehr als **10 TJ** Jahresverbrauch (erstes Audit nach EU-Text bis **11.10.2026**, danach mindestens alle **4 Jahre**) und **zertifiziertes Energiemanagementsystem** ab mehr als **85 TJ** (≈ 23,6 GWh) bis **11.10.2027**.

Kernfakten

PunktWert
RechtsaktRichtlinie (EU) 2023/1791 zur Energieeffizienz (Neufassung), Änderung der VO (EU) 2023/955 [EUR-Lex, CELEX:32023L1791]
Erlass / Veröffentlichung13.09.2023 / 20.09.2023 [EUR-Lex ELI]
Inkrafttreten10.10.2023 [EUR-Lex ELI]
UmsetzungsfristOktober 2025 (Bundestag: „endete am 10. Oktober 2025“) [bundestag.de]
Energiemanagementsystem (Art. 11 Abs. 1)Unternehmen mit durchschnittlich > 85 TJ Gesamtenergieverbrauch in den letzten 3 Jahren; unabhängig zertifiziert; spätestens 11.10.2027 [Art. 11 EED]
Energieaudit (Art. 11 Abs. 2)Unternehmen mit > 10 TJ ohne EMS; erstes Audit bis 11.10.2026, dann mindestens alle 4 Jahre; Aktionsplan, Veröffentlichung im Jahresbericht (Geschäftsgeheimnisse ausgenommen) [Art. 11 EED]
Ausnahmen (Art. 11 Abs. 10–11)Energieleistungsverträge (Anhang XV) bzw. zertifiziertes Umweltmanagementsystem mit Audit nach Anhang VI [Art. 11 EED]
Rechenzentren (Art. 12)IT-Anschlussleistung ≥ 500 kW: jährliche Veröffentlichung der Anhang-VII-Daten, erstmals bis 15.05.2024; ab 1 MW Verhaltenskodex nur nahegelegt [Art. 12 EED]
Einsparverpflichtung (Art. 8)1,3 % p. a. (2024–2025), 1,5 % (2026–2027), 1,9 % (2028–2030) des Endenergieverbrauchs [Art. 8 EED]
Öffentlicher Sektor (Art. 5)Senkung um mind. 1,9 % jährlich ggü. 2021; bis 11.10.2027 nur indikativ [Art. 5 EED]
DE-Recht heute (EnEfG § 8)EMS-Pflicht ab > 7,5 GWh [§ 8 EnEfG]
DE-Entwurf (BT-Drs. 21/8027)EMS-Pflicht nur ab 23,6 GWh (= 85 TJ); Abwärme-Meldepflicht für die meisten Unternehmen entfällt; Rechenzentren: Frist 2 → 4 Jahre, 100 % Ökostrom erst ab 01.01.2030 (statt 2027) [bundestag.de]
Bußgeld (EnEfG § 19)bis 100.000 € (u. a. fehlendes EMS, Rechenzentrums-Vorgaben, Abwärmevermeidung), bis 50.000 € in übrigen Fällen; BAFA zuständig [§ 19 EnEfG]

Geltungsbereich

Detail: Energieaudit und Energiemanagementsystem

Nach Art. 11 Abs. 2 EED muss ein Unternehmen über 10 TJ ohne Managementsystem ein Energieaudit durch qualifizierte Experten oder unabhängige Behörden durchführen lassen und die Empfehlungen in einem Aktionsplan der Leitung vorlegen. Unternehmen über 85 TJ müssen stattdessen ein zertifiziertes Energiemanagementsystem betreiben. Die EU-Frist für das erste Audit (11.10.2026) ist abgelaufen; mangels deutscher Umsetzung bestehen Pflichten für Unternehmen derzeit nur nach dem bestehenden deutschen Recht (EDL-G, EnEfG), nicht unmittelbar aus der Richtlinie.

Detail: Deutschland – EnEfG heute und geplante Novelle

Das geltende EnEfG ist strenger als die EED: EMS/UMS ab 7,5 GWh (§ 8), Umsetzungspläne für Einsparmaßnahmen ab 2,5 GWh (§ 9), Abwärmevermeidung und -nutzung, soweit möglich und zumutbar (§ 16, Ausnahme bis 2,5 GWh), für Rechenzentren PUE-Vorgaben (§ 11) und 100 % Ökostrom ab 01.01.2027. Der Regierungsentwurf will die EMS-Schwelle auf 23,6 GWh anheben. Bis zur Verkündung der Novelle gelten die heutigen EnEfG-Schwellen weiter. Der Gesetzgebungsstand (nur erste Lesung) kann sich kurzfristig ändern.

Häufige Fehler

Änderungsverlauf

Stand

Quellen

Letzte Änderung:
2026-10-30
Letzte Prüfung:
2026-10-30
In Kraft seit:
2023-10-10
Status:
Gesetzentwurf
Quellen-Autorität:
A
Lizenz:
CC BY 4.0