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Hackerparagraf § 202a StGB – Ausspähen von Daten In Kraft

Inhaltlich verantwortlich: Andreas Warkentin (warepoint-media GbR) · letzte Änderung: 2026-09-05 · letzte Prüfung: 2026-09-05 · Quellen-Autorität A Fehler melden ✉
Kurzantwort **§ 202a StGB** stellt das **unbefugte Verschaffen** des Zugangs zu **besonders gesicherten Daten** unter Strafe (**Freiheitsstrafe bis 3 Jahre oder Geldstrafe**). Erfasst sind nur Daten, die **gegen unberechtigten Zugang besonders gesichert** sind (z. B. durch Passwort, Verschlüsselung) – reine Sichtbarkeit ohne Schutz reicht nicht. Daneben gelten **§ 202b StGB (Abfangen)**, **§ 202c StGB (Hackertools – Vorbereitung)** und **§ 303a/b StGB (Datenveränderung, Computersabotage)**. Eine **Reform des Hackerparagrafen** zur ausdrücklichen Privilegierung von **IT-Sicherheitsforschung** wurde vom BMJ 2024 als Referentenentwurf vorgelegt, ist aber **nicht Gesetz geworden**: Der Entwurf verfiel mit dem Ende der Ampelkoalition der Diskontinuität; ein neues Gesetzgebungsverfahren ist bis heute nicht eingeleitet (Stand 09/2026 – zuletzt forderten BSI-Präsidentin Plattner (11/2025) und die Gesellschaft für Informatik (Whitepaper 08/2026) die Entkriminalisierung gutgläubiger Sicherheitsforschung).

Kernfakten

PunktWert
Rechtsgrundlage§ 202a StGB [gesetze-im-internet.de, § 202a StGB]
Strafrahmen GrundtatbestandFreiheitsstrafe bis 3 Jahre oder Geldstrafe [§ 202a Abs. 1 StGB]
Tatbestandunbefugter Zugang zu Daten + Überwindung Sicherung [§ 202a Abs. 1 StGB]
Datenbegriffnicht unmittelbar wahrnehmbar gespeicherte/übermittelte Daten [§ 202a Abs. 2 StGB]
§ 202b StGB – Abfangenunbefugtes Abfangen Datenübermittlung; Strafrahmen bis 2 Jahre
§ 202c StGB – VorbereitungVerkauf/Verbreitung von Hackertools (Passwörter, Schadprogramme) zu Tatzwecken
§ 202d StGB – DatenhehlereiErlangen/Weitergabe gestohlener Daten; Strafrahmen bis 3 Jahre
§ 303a StGB – DatenveränderungLöschung/Veränderung/Sperrung von Daten
§ 303b StGB – ComputersabotageStörung wesentlicher IT-Anlagen, Strafrahmen bis 5 Jahre, schwerer Fall bis 10 Jahre
Antragsdelikt§§ 202a, 202b, 202d: relatives Antragsdelikt (Verfolgung von Amts wegen nur bei besonderem öffentlichen Interesse); § 202c ist kein Antragsdelikt [§ 205 Abs. 1 StGB]
Versuch strafbarnein bei § 202a/b/c (nur Vollendung)
Antragsfrist3 Monate ab Kenntnis [§ 77b Abs. 1 StGB]
Privilegierung IT-Sicherheitsforschung — Reformentwurf 2024Forschende sollten straffrei bleiben („in gutem Glauben", „verantwortungsvolle Offenlegung"); RefE des BMJ mit Ende der Ampelkoalition verfallen, nicht Gesetz geworden; kein neues Verfahren anhängig [Stand 09/2026]
Verbindung zu BSIG / NIS-2Pflichten unabhängig; bei Sicherheitsvorfällen Meldung an BSI; seit 06.12.2025 ist das BSI nationaler Koordinator für Coordinated Vulnerability Disclosure [§ 5 BSIG 2025]
Datenschutz-KollisionDSGVO-Verstöße parallel möglich (Art. 32, 33 DSGVO)
Verfolgbarkeit Auslandbei Auslandstat ggf. Anwendung deutsches Strafrecht über § 7 StGB
Cybercrime-KonventionDE Mitglied der Budapest-Konvention (2001)
Begriff „besonders gesichert"reicht aus: Passwortschutz, Verschlüsselung, IP-Beschränkung
Reines Browsing offen zugängliche SeiteKEIN § 202a (z.B. öffentlich verlinktes PDF)
URL-Manipulation („Permission-Bypass")meist KEIN „Überwinden Sicherung" — uneinheitliche Rspr. (LG Bonn 8 Ns 36/12)
Cyber-Versicherungabgedeckt zunehmend gemäß DDoS, Ransomware, Datenklau

Häufige Fehler

Änderungsverlauf

Stand

Quellen

Letzte Änderung:
2026-09-05
Letzte Prüfung:
2026-09-05
In Kraft seit:
2007-08-11
Status:
In Kraft
Quellen-Autorität:
A
Lizenz:
CC BY 4.0