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Sorgerecht und Umgangsrecht – §§ 1626 ff. BGB In Kraft

Inhaltlich verantwortlich: Andreas Warkentin (warepoint-media GbR) · letzte Änderung: 2026-09-05 · letzte Prüfung: 2026-09-05 · Quellen-Autorität A Fehler melden ✉
Kurzantwort Eltern haben **gemeinsam das Recht und die Pflicht** zur Personen- und Vermögenssorge für ihr minderjähriges Kind (§ 1626 BGB). **Verheiratete** haben automatisch die **gemeinsame Sorge**; **unverheiratete** Mütter haben zunächst die alleinige Sorge (§ 1626a Abs. 3 BGB), der Vater kann **Sorgeerklärung** abgeben oder gemeinsame Sorge gerichtlich beantragen. Bei **Trennung** bleibt die gemeinsame Sorge im Regelfall bestehen. Beide Eltern haben **Umgangsrecht** mit dem Kind (§ 1684 BGB) – auch das Kind hat ein **Recht auf Umgang** mit beiden Elternteilen. Bei Konflikten entscheidet das **Familiengericht** nach dem **Kindeswohl**.

Kernfakten

PunktWert
Rechtsgrundlage Sorge§ 1626 BGB [gesetze-im-internet.de, § 1626 BGB]
Rechtsgrundlage Umgang§ 1684 BGB [gesetze-im-internet.de, § 1684 BGB]
Sorge verheirateter Elterngemeinsam ab Geburt [§ 1626 Abs. 1 BGB]
Sorge unverheirateter Mütterallein [§ 1626a Abs. 3 BGB]
Gemeinsame Sorge unverheirateterdurch Sorgeerklärung (Jugendamt, Notar) oder Antrag § 1626a Abs. 2 BGB
Antragsteller Sorgeerklärungbeide Elternteile, formgebunden [§ 1626d BGB]
Übertragung alleinige Sorgebei Trennung möglich, nur wenn Kindeswohl es erfordert [§ 1671 BGB]
Maßstab gerichtl. EntscheidungKindeswohl [§ 1697a BGB]
Umgangsrecht — Anspruchsinhaberbeide Eltern, Kind selbst [§ 1684 Abs. 1 BGB]
Umgangsrecht — weitere PersonenGroßeltern, Geschwister, Bezugspersonen, wenn dem Kindeswohl dienlich [§ 1685 BGB]
Umgang Verweigerungnur bei konkreter Kindeswohlgefährdung [§ 1684 Abs. 4 BGB]
Wohlverhaltensklauselbeide müssen Umgangsbereitschaft fördern [§ 1684 Abs. 2 BGB]
Wechselmodellgleichwertige Betreuung; gerichtlich anordbar [BGH XII ZB 601/15]
Residenzmodellüberwiegende Betreuung bei einem Elternteil
Umgangsvereinbarungempfohlen: schriftlich, mit Jugendamt-Beratung
Gerichtliche Anordnung Umgang§ 156 FamFG – Eilanordnungen möglich
Begleiteter Umgangbei Konflikt-Situationen, durch Jugendhilfe [§ 1684 Abs. 4 BGB]
Auskunftspflichtbei alleiniger Sorge muss der andere informiert werden [§ 1686 BGB]
Rechtsmittel SorgeentscheidungBeschwerde binnen 1 Monat [§ 58 FamFG]
Sorgerecht Volljährigenkinderendet mit 18 [§ 1626 Abs. 1 BGB]
Vormund bei Eltern-Ausfallvom Familiengericht bestellt; Auswahl des am besten geeigneten Vormunds, u. a. nach Wille des Mündels, familiären Beziehungen und mutmaßlichem Elternwillen [§ 1778 BGB i. d. F. der Vormundschaftsrechtsreform 2023]
Internationale KindesentführungHaager Kindesentführungs-Übereinkommen (HKÜ) gilt
KindesanhörungGericht muss das Kind grundsätzlich unabhängig vom Alter persönlich anhören und sich einen persönlichen Eindruck verschaffen; Absehen nur in den Fällen des Abs. 2 [§ 159 FamFG, seit 01.07.2021]
Jugendamt-Mitwirkunggemäß §§ 17, 18 SGB VIII bei Trennungsberatung
Ausblick Umgangsverfahren ab 01.07.2027Betretungs-, Aufenthalts-, Annäherungs- und Kontaktverbote sowie elektronische Aufenthaltsüberwachung im Umgangsverfahren möglich [§ 1684 Abs. 5, 6 BGB n. F., Art. 2 des Gesetzes v. 02.07.2026, BGBl. 2026 I Nr. 198; anwendbar ab 01.07.2027]
Ausblick KiMoGKindschaftsrechtsmodernisierungsgesetz (u. a. Alltagsentscheidungsrecht getrenntlebender Eltern, Umgangsrecht von Großeltern/Geschwistern, Gewaltschutzkonzept) liegt als Entwurf vor (Stand 05/2026, Stellungnahmefrist 10.07.2026); Bundestagsbeschluss laut BMJV-Planung nicht vor 2027 – noch kein geltendes Recht

Häufige Fehler

Änderungsverlauf

Stand

Quellen

Letzte Änderung:
2026-09-05
Letzte Prüfung:
2026-09-05
In Kraft seit:
2013-05-19
Status:
In Kraft
Quellen-Autorität:
A
Lizenz:
CC BY 4.0