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Trennungsjahr und Scheidung § 1565 BGB – Voraussetzungen und Verfahren In Kraft

Inhaltlich verantwortlich: Andreas Warkentin (warepoint-media GbR) · letzte Änderung: 2026-09-05 · letzte Prüfung: 2026-09-05 · Quellen-Autorität A Fehler melden ✉
Kurzantwort Eine Ehe kann nur **geschieden** werden, wenn sie **gescheitert** ist (§ 1565 Abs. 1 BGB). Gesetzliche Vermutung: nach **einjährigem Getrenntleben** und Zustimmung beider, oder nach **dreijährigem Getrenntleben** auch ohne Zustimmung des anderen (§ 1566 BGB). „Getrennt leben" bedeutet **keine häusliche Gemeinschaft** mehr – auch innerhalb der ehelichen Wohnung möglich, wenn „Tisch und Bett" getrennt sind (§ 1567 BGB). Der **Scheidungsantrag** muss durch einen **Rechtsanwalt** beim **Familiengericht** gestellt werden (§ 114 FamFG). **Versorgungsausgleich** wird in der Regel **von Amts wegen** durchgeführt (§ 1587 BGB).

Kernfakten

PunktWert
Rechtsgrundlage§ 1565 BGB – Voraussetzungen der Scheidung [gesetze-im-internet.de, § 1565 BGB]
ScheiterungsprinzipEhe ist gescheitert, wenn Lebensgemeinschaft nicht wiederherstellbar [§ 1565 Abs. 1 S. 2 BGB]
Trennungsjahr Pflichtgrundsätzlich mind. 1 Jahr vor Scheidungsantrag [§ 1565 Abs. 2 BGB]
Vermutung Scheitern bei 1 Jahrbeide stellen oder stimmen zu [§ 1566 Abs. 1 BGB]
Vermutung Scheitern bei 3 Jahrenunwiderlegliche Vermutung, auch einseitig [§ 1566 Abs. 2 BGB]
Härtefall-Scheidungvor Ablauf 1 Jahr nur bei unzumutbarer Härte (Gewalt, schwere Pflichtverletzung) [§ 1565 Abs. 2 BGB]
Definition Getrenntlebenkeine häusliche Gemeinschaft, keine Versorgungsleistungen [§ 1567 Abs. 1 BGB]
Trennung innerhalb der Wohnungmöglich bei „Tisch und Bett"-Trennung [§ 1567 Abs. 1 S. 2 BGB]
VersöhnungsversuchZusammenleben „über kürzere Zeit" zur Versöhnung unterbricht die Fristen nicht [§ 1567 Abs. 2 BGB]; Rechtsprechungs-Faustregel: bis etwa 3 Monate
AnwaltspflichtAntragsteller braucht Rechtsanwalt; Antragsgegner kann zustimmen ohne Anwalt [§ 114 FamFG]
Zuständigkeit GerichtFamiliengericht am letzten gemeinsamen Wohnsitz oder Wohnsitz des Antragsgegners [§ 122 FamFG]
Verfahrenswerti.d.R. 3-Monats-Netto-Einkommen beider + ggf. Vermögen [§ 43 FamGKG]
Gerichtskosten Mindest-Verfahrenswertbei 3.000 € = 283 € Gerichtskosten (2,0 Gebühren, Stand seit 01.06.2025 nach dem KostRÄG 2025) + Anwalt
Anwaltskosten typischje nach Verfahrenswert 800-2.000 € pro Partei
Versorgungsausgleichvon Amts wegen, Aufteilung Rentenanrechte [§ 1587 BGB, § 1 VersAusglG]
Ausnahme VA-Verzichtehevertraglich oder bei Ehe < 3 Jahren [§ 3 VersAusglG]
Folgesachen VerbundUnterhalt, VA, Zugewinn, Hausrat, elterliche Sorge können verbunden werden [§ 137 FamFG]
Online-Scheidunggesetzliche Anwesenheit i.d.R. nicht zwingend; Vertretung durch Anwalt zulässig
Wartepflicht Antragsgegnerkeine Wartepflicht, der Antrag des einen genügt
Erbrecht im Trennungsjahrbleibt zunächst bestehen; ausgeschlossen schon vor Rechtskraft, sobald die Scheidungsvoraussetzungen vorlagen und der Erblasser die Scheidung beantragt oder ihr zugestimmt hatte [§ 1933 S. 1 BGB]
Steuerklassen-Wechselab dem 1. Januar des auf die Trennung folgenden Kalenderjahres gelten die Ehegatten als dauernd getrennt lebend – Wechsel in Steuerklasse I bzw. II [§ 38b EStG, § 26 Abs. 1 EStG]
Lebensversicherung Trennungkein automatischer Erlöschungsgrund
Zugewinnausgleichbei Endvermögen vs Anfangsvermögen [§ 1378 BGB]

Häufige Fehler

Änderungsverlauf

Stand

Quellen

Letzte Änderung:
2026-09-05
Letzte Prüfung:
2026-09-05
In Kraft seit:
1977-07-01
Status:
In Kraft
Quellen-Autorität:
A
Lizenz:
CC BY 4.0