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Sovereign Tech Agency und BSI empfehlen speichersichere Programmiersprachen – Positionspapier vom 3. September 2026

Veröffentlicht: 2026-09-08 · Ereignis: 2026-09-03 · behoerden

# Sovereign Tech Agency und BSI empfehlen speichersichere Programmiersprachen – Positionspapier vom 3. September 2026

Kurzmeldung

Die Sovereign Tech Agency (STA) hat am 3. September 2026 ein Positionspapier zur Speichersicherheit veröffentlicht und empfiehlt darin die Verwendung speichersicherer Programmiersprachen. Speicherbasierte Schwachstellen sollen damit bereits auf Designebene eliminiert werden. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat an den Empfehlungen mitgewirkt und die Veröffentlichung am selben Tag in seiner Meldungsreihe bekannt gemacht.

Kernfakten

| Punkt | Wert | |---|---| | Datum | 2026-09-03 (Veröffentlichung Positionspapier und BSI-Meldung) | | Gericht/Institution | Sovereign Tech Agency GmbH (Tochter der Bundesagentur für Sprunginnovationen SPRIND); BSI als mitwirkende Behörde | | Aktenzeichen | Positionspapier „Unterstützung einer europäischen Erklärung zur Speichersicherheit" vom 03.09.2026 | | Rechtsgrundlage | Keine unmittelbare Rechtsnorm; Bezug zum Grundsatz „Secure by Design" in EU-Gesetzgebung, u. a. Cyber Resilience Act (VO (EU) 2024/2847) | | Adressaten | Industrie, Normungsgremien, Politik (laut BSI explizit adressierte Stakeholder) | | Wirkung | Empfehlung ohne Rechtsverbindlichkeit; keine neue Pflicht, keine Frist |

Was das bedeutet

Speichersicherheit bezeichnet nach der BSI-Meldung die Fähigkeit, Schwachstellen zu verhindern, die durch unbeabsichtigt fehlerhafte Speicherverwaltung entstehen – etwa das Schreiben außerhalb des zugewiesenen Speicherbereichs. Das BSI beziffert den Anteil solcher speicherbasierten Schwachstellen auf 60 bis 70 Prozent der Schwachstellen in großen Codebasen, die in speicherunsicheren Sprachen wie C/C++ entwickelt wurden. Speichersichere Sprachen erkennen und verhindern entsprechende Programmierfehler bereits beim Kompilieren, sodass Sicherheitslücken nicht nachträglich behoben werden müssen.

Das Papier entstand nach Angaben des BSI in Zusammenarbeit mit Vertreterinnen und Vertretern aus Wirtschaft, Forschung und der Open-Source-Community. Es formuliert explizite Handlungsempfehlungen an Industrie, Normungsgremien und Politik. Genannte Maßnahmen sind unter anderem das Erstellen von Migrationsstrategien sowie die finanzielle Förderung von Fortbildungsprogrammen auf EU- und nationaler Ebene. Die realen Hürden einer Umstellung bestehender Codebasen sollen dabei ausdrücklich berücksichtigt werden.

Für Hersteller von Produkten mit digitalen Elementen ist die Einordnung relevant, die das BSI selbst vornimmt: Es unterstützt die Forderung, Software bereits durch ihr Design sicher zu machen („Secure by Design"), und verweist darauf, dass dieser Ansatz auch in aktuellen EU-Gesetzgebungen wie dem Cyber Resilience Act Anklang findet. Rechtlich handelt es sich um eine Empfehlung ohne Verbindlichkeit – aus dem Positionspapier folgt keine neue Pflicht und keine Frist. Praktisch ist die gemeinsame Positionierung von STA und BSI jedoch ein Signal für die Auslegung des Stands der Technik bei Anforderungen an eine sichere Produktentwicklung.

Die Sovereign Tech Agency GmbH ist eine selbstständige Tochtergesellschaft der Bundesagentur für Sprunginnovationen (SPRIND); sie verwaltet und vergibt Fördermittel zur Stärkung des Open-Source-Ökosystems.

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