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E-Rechnungspflicht § 14 UStG – XRechnung/ZUGFeRD ab 2025 In Kraft

Inhaltlich verantwortlich: Andreas Warkentin (warepoint-media GbR) · letzte Änderung: 2026-09-05 · letzte Prüfung: 2026-09-05 · Quellen-Autorität A Fehler melden ✉
Kurzantwort Seit dem **1. Januar 2025** sind **alle inländischen Unternehmer im B2B-Bereich** verpflichtet, **elektronische Rechnungen (E-Rechnungen) empfangen** zu können (§ 14 Abs. 1 UStG). Eine E-Rechnung ist nach **§ 14 Abs. 1 Satz 3 UStG** eine Rechnung, die in einem strukturierten elektronischen Format ausgestellt, übermittelt und empfangen wird und eine elektronische Verarbeitung ermöglicht; das Format muss nach **§ 14 Abs. 1 Satz 6 Nr. 1 UStG** der europäischen Norm **EN 16931** entsprechen (oder nach Nr. 2 als interoperables Format vereinbart sein) — typische Formate: **XRechnung** und **ZUGFeRD ab Version 2.0.1** (im Profil XRechnung oder höher). Für den **Versand** gelten gestaffelte Übergangsfristen bis spätestens **1. Januar 2028**.

Kernfakten

PunktWert
Rechtsgrundlage§ 14, § 14a UStG, § 27 UStG [gesetze-im-internet.de, § 14 UStG]
Gesetzliche VerankerungWachstumschancengesetz vom 27.03.2024
Empfangspflicht B2Bseit 1. Januar 2025 [§ 14 Abs. 1 UStG]
Versandpflicht ab 01.01.2027für Unternehmer mit Vorjahresumsatz > 800.000 € [§ 27 Abs. 38 UStG]
Versandpflicht ab 01.01.2028alle B2B-Unternehmer [§ 27 Abs. 38 UStG]
Übergang Papier/PDF bis 31.12.2026mit Zustimmung des Empfängers zulässig [§ 27 Abs. 38 UStG]
Übergang EDI bis 31.12.2027nicht EN-16931-konforme EDI-Formate mit Zustimmung weiter zulässig [§ 27 Abs. 38 S. 1 Nr. 3 UStG]; dauerhaft zulässig bleiben vereinbarte Formate mit korrekter Datenextraktion [§ 14 Abs. 1 S. 6 Nr. 2 UStG]
Definition E-Rechnungstrukturiertes elektronisches Format, elektronisch verarbeitbar [§ 14 Abs. 1 S. 3 UStG]; Norm CEN EN 16931 [§ 14 Abs. 1 S. 6 Nr. 1 UStG]
Zulässige FormateXRechnung, ZUGFeRD ≥ 2.0.1 (Profil XRECHNUNG/EN16931 oder höher), Peppol-BIS Billing 3.0
Nicht zulässigPDF-Rechnung ohne eingebettetes XML, JPG-Scan, einfache E-Mail
Ausnahmen PflichtKleinbetragsrechnungen bis 250 € brutto (§ 33 UStDV) und Fahrausweise (§ 34 UStDV) [§ 14 Abs. 2 S. 2 UStG]
Ausnahme Kleinunternehmer-VersandKleinunternehmer (§ 19 UStG) dürfen immer eine sonstige Rechnung ausstellen; Empfangspflicht bleibt [§ 34a S. 4 UStDV]
B2Cweiterhin Wahlfreiheit Papier/PDF/E-Rechnung [§ 14 Abs. 1 UStG]
Aufbewahrungsfrist8 Jahre, originalgetreu (strukturierte Form); seit 01.01.2025 verkürzt durch das Vierte Bürokratieentlastungsgesetz [§ 14b Abs. 1 S. 1 UStG, § 147 Abs. 3 AO]
VerifikationEmpfänger muss XML-Inhalt prüfen, nicht das PDF-Visualisierungsbild
AufsichtFinanzämter (im Rahmen der Umsatzsteuer-Sonderprüfung)
BMF-SchreibenBMF-Schreiben vom 15.10.2024 (Einführung) und Zweites BMF-Schreiben vom 15.10.2025 (III C 2 - S 7287-a/00019/007/243; u. a. Fehlerklassen und Validierungspflichten, Änderung UStAE)
Konsequenz PflichtverstoßVerlust des Vorsteuerabzugs beim Empfänger, ggf. Schätzung
Status zentrale Reporting-Plattformderzeit kein zentrales Reporting wie in Italien/Frankreich; Übermittlungsmeldung („Meldesystem") in Vorbereitung ab 2028 (geplant)

Geltungsbereich

Die Empfangspflicht trifft alle Unternehmer i.S.d. § 2 UStG mit Sitz, Geschäftsleitung oder Betriebsstätte im Inland. Inländische Auslandstöchter mit B2B-Geschäft sind ebenfalls erfasst. Die Pflicht gilt für alle Umsätze zwischen inländischen Unternehmern. Grenzüberschreitende B2B-Umsätze (innergemeinschaftliche Lieferung) fallen NICHT unter die deutsche E-Rechnungspflicht, weil sie unter die EU-Umsatzsteuer-Sonderregelungen fallen.

Häufige Fehler

Änderungsverlauf

Stand

Quellen

Letzte Änderung:
2026-09-05
Letzte Prüfung:
2026-09-05
In Kraft seit:
2025-01-01
Status:
In Kraft
Quellen-Autorität:
A
Lizenz:
CC BY 4.0