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Einkommensteuer-Grundfreibetrag 2026 (§ 32a EStG) – Höhe, Splitting, Berechnung In Kraft

Inhaltlich verantwortlich: Andreas Warkentin (warepoint-media GbR) · letzte Änderung: 2026-09-05 · letzte Prüfung: 2026-09-05 · Quellen-Autorität A Fehler melden ✉
Kurzantwort Der **Grundfreibetrag** ist der Teil des zu versteuernden Einkommens, auf den **keine** Einkommensteuer anfällt. Er entspricht dem **steuerlichen Existenzminimum** (Art. 1 Abs. 1 GG iVm Art. 20 Abs. 1 GG). Für **2026** beträgt der Grundfreibetrag **12.348 €** pro Person (§ 32a Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 EStG). Bei **zusammen veranlagten Ehegatten** verdoppelt er sich nach dem **Splittingverfahren** (§ 32a Abs. 5 EStG) auf **24.696 €**. Liegt das zu versteuernde Einkommen unter dem Grundfreibetrag, fällt **keine** Einkommensteuer an; Werbungskosten- und Sonderausgaben-Pauschalen sowie sonstige Freibeträge senken das zu versteuernde Einkommen entsprechend mit.

Kernfakten

PunktWert
Rechtsgrundlage§ 32a Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 EStG [gesetze-im-internet.de]
Grundfreibetrag 2026 (Single)12.348 € [§ 32a Abs. 1 EStG i. d. F. ab VZ 2026]
Grundfreibetrag 2026 (Splitting Ehegatten)24.696 € [§ 32a Abs. 5 EStG]
Grundfreibetrag 2025 (Vorjahr)12.096 € (Steuerfortentwicklungsgesetz vom Dezember 2024)
Grundfreibetrag 202411.784 €
Grundfreibetrag 202310.908 €
Steuersatz bis Grundfreibetrag0 %
Erste Tarifzone Beginnab 12.349 € (Einzelveranlagung 2026) [§ 32a Abs. 1 Nr. 2 EStG]
Eingangssteuersatz14 %
Spitzensteuersatz Schwelle69.879 € (Single 2026) [§ 32a Abs. 1 Nr. 4 EStG]
Reichensteuersatz Schwelle277.826 € (Single 2026) [§ 32a Abs. 1 Nr. 5 EStG]
Kinderfreibetrag 2026 (je Elternteil)3.414 € + 1.464 € BEA = 4.878 € (insgesamt 9.756 € je Kind) [BMF, steuerliche Änderungen 2026]
VerfassungsrangExistenzminimum verfassungsrechtlich geboten (BVerfG 1992, 2 BvL 5/91)
AnpassungsmechanismusExistenzminimum-Bericht der Bundesregierung alle 2 Jahre
Wirkung GrundfreibetragAuf zu versteuerndes Einkommen, nicht auf Brutto

Geltungsbereich

Der Grundfreibetrag nach § 32a EStG gilt für alle unbeschränkt einkommensteuerpflichtigen Personen (§ 1 Abs. 1 EStG) — also Personen mit Wohnsitz oder gewöhnlichem Aufenthalt in Deutschland. Er wird auf das zu versteuernde Einkommen angewendet, nicht auf das Bruttoeinkommen. Vorher werden abgezogen: Werbungskosten (mindestens Arbeitnehmer-Pauschbetrag 1.230 €), Sonderausgaben (mindestens Pauschbetrag 36 €/72 €), außergewöhnliche Belastungen, Kinderfreibetrag bei Familien. Bei beschränkt Steuerpflichtigen (§ 1 Abs. 4 EStG) gilt der Grundfreibetrag nicht automatisch — sie können auf Antrag fiktiv unbeschränkt behandelt werden (§ 1 Abs. 3 EStG), wenn 90 % ihres Einkommens in Deutschland zu versteuern sind.

Wie der Grundfreibetrag wirkt — Beispielrechnung

Beispiel Single, zu versteuerndes Einkommen 2026: 30.000 €

  1. Auf die ersten 12.348 € fällt 0 % Einkommensteuer (Grundfreibetrag)
  2. Die weiteren 17.652 € (30.000 − 12.348) werden in den progressiven Tarifzonen besteuert
  3. Resultierende Einkommensteuer 2026: 4.217 € (nach der Tarifformel des § 32a Abs. 1 EStG; ohne Soli, ohne Kirchensteuer)

Beispiel zusammen veranlagte Ehegatten, gemeinsames zvE 2026: 50.000 €

  1. Splittingverfahren: 50.000 € / 2 = 25.000 € pro Person
  2. Auf die ersten 12.348 € pro Person fällt 0 %
  3. Steuer auf 25.000 € (Einzeltarif) × 2 = Gesamtsteuer

Splitting-Vorteil: wirksamer Schutz bei Einkommensgefälle innerhalb der Ehe. Ehegattenverteilung 60.000 €/0 € versus 30.000 €/30.000 € führt im zweiten Fall zu höherer Steuer ohne Splitting — das Splittingverfahren behandelt beide gleich.

Häufige Fehler

Änderungsverlauf

Stand

Quellen

Letzte Änderung:
2026-09-05
Letzte Prüfung:
2026-09-05
In Kraft seit:
2026-01-01
Status:
In Kraft
Quellen-Autorität:
A
Lizenz:
CC BY 4.0