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Gewerbesteuer – Messzahl, Hebesatz und Freibetrag In Kraft

Inhaltlich verantwortlich: Andreas Warkentin (warepoint-media GbR) · letzte Änderung: 2026-09-04 · letzte Prüfung: 2026-09-04 · Quellen-Autorität A Fehler melden ✉
Kurzantwort Die **Gewerbesteuer** ist eine **Gemeindesteuer** auf den Gewerbeertrag (§ 1 GewStG). Sie berechnet sich aus **Gewerbeertrag × Steuermesszahl (3,5 %) × Hebesatz der Gemeinde**. Der **Hebesatz** beträgt **mindestens 200 %** (§ 16 Abs. 4 GewStG) und liegt im Bundesdurchschnitt 2026 bei ca. **400 %** – Großstädte deutlich höher (München 490 %, Frankfurt 460 %, Berlin 410 %). **Einzelunternehmer und Personengesellschaften** erhalten einen **Freibetrag von 24.500 €** (§ 11 Abs. 1 Nr. 1 GewStG). Bei Personengesellschaften wird die Gewerbesteuer auf die **Einkommensteuer angerechnet** (§ 35 EStG).

Kernfakten

PunktWert
RechtsgrundlageGewerbesteuergesetz (GewStG) [gesetze-im-internet.de, GewStG]
Steuermesszahl3,5 % [§ 11 Abs. 2 GewStG]
Mindesthebesatz200 % [§ 16 Abs. 4 GewStG]
Bundesdurchschnitt Hebesatz 2026ca. 400 %
Beispiel München Hebesatz490 %
Beispiel Frankfurt Hebesatz460 %
Beispiel Berlin Hebesatz410 %
Beispiel Hamburg Hebesatz470 %
Beispiel Köln Hebesatz475 %
Niedrige Hebesätze (Beispiel)Monheim am Rhein 250 %; Norderfriedrichskoog heute 200 % (bis 2003 0 %, seit 2004 gilt der Mindesthebesatz)
Freibetrag Einzelunternehmer24.500 € [§ 11 Abs. 1 Nr. 1 GewStG]
Freibetrag Vereine5.000 € [§ 11 Abs. 1 Nr. 2 GewStG]
Kapitalgesellschaftenkein Freibetrag
Steuerschuldnerder Gewerbetreibende [§ 5 Abs. 1 GewStG]
Effektivbelastung Beispiel Hebesatz 400 %3,5 % × 400 % = 14 % des Gewerbeertrags
Anrechnung ESt (Personengesellschaft)das 4,0-fache des Gewerbesteuermessbetrags pauschal anrechenbar [§ 35 Abs. 1 EStG]
Effekt § 35 EStGGewerbesteuer bis Hebesatz ~ 400 % weitgehend neutralisiert
Abzugsfähigkeit als Betriebsausgabeseit 2008 nicht mehr [§ 4 Abs. 5b EStG]
Hinzurechnungenu.a. 25 % Schuldzinsen, 5 % Mieten Immobilien, 20 % Mieten beweglich [§ 8 GewStG]
Kürzungenu.a. 1,2 % vom Einheitswert Grundbesitz [§ 9 Nr. 1 GewStG]
Steuererklärungjährlich, Frist 31.07. Folgejahr (mit Berater 28./29.02. übernächst. Jahr)
Vorauszahlungenquartalsweise 15.02., 15.05., 15.08., 15.11. [§ 19 GewStG]
Aufkommen 2025ca. 80 Mrd. € (kommunale Hauptsteuer)

Häufige Fehler

Änderungsverlauf

Stand

Quellen

Letzte Änderung:
2026-09-04
Letzte Prüfung:
2026-09-04
In Kraft seit:
2008-01-01
Status:
In Kraft
Quellen-Autorität:
A
Lizenz:
CC BY 4.0