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Heilmittelwerbegesetz (HWG) – Werbeverbote für Arzneimittel und Behandlungen In Kraft

Inhaltlich verantwortlich: Andreas Warkentin (warepoint-media GbR) · letzte Änderung: 2026-09-05 · letzte Prüfung: 2026-09-05 · Quellen-Autorität A Fehler melden ✉
Kurzantwort Das **Heilmittelwerbegesetz (HWG)** beschränkt die **Werbung für Arzneimittel, Medizinprodukte, Behandlungen und Heilverfahren**, um Verbraucher vor irreführender oder gesundheitsgefährdender Werbung zu schützen. Es gilt **§ 3 HWG: Verbot irreführender Werbung** (dazu zählen Heil- und Erfolgsversprechen, § 3 Satz 2 Nr. 2 Buchst. a HWG), **§ 4 HWG: Pflichtangaben in der Arzneimittelwerbung**, **§ 10 HWG: Verschreibungspflicht-Werbung nur an Fachkreise** und **§ 11 HWG: Verbote gegenüber Laien** (z. B. Empfehlungen von Wissenschaftlern, Gesundheitsberufen oder Prominenten, missbräuchliche Krankengeschichten, an Kinder gerichtete Werbung). Verstöße sind **Ordnungswidrigkeit** bis **50.000 €** oder **Straftat** (§§ 14, 15 HWG). Auch **soziale Medien und Influencer-Marketing** unterliegen dem HWG.

Kernfakten

PunktWert
RechtsgrundlageHeilmittelwerbegesetz (HWG) [gesetze-im-internet.de, HWG]
AnwendungsbereichArzneimittel, Medizinprodukte, Behandlungen, Heilverfahren [§ 1 HWG]
Verbot irreführender Werbung§ 3 HWG (Wirkungs-, Gefahr-, Sicherheits-Aussagen)
Pflichtangaben FachwerbungBezeichnung, Zusammensetzung, Indikation, Nebenwirkungen [§ 4 HWG]
Werbung verschreibungspflichtiger AMnur an Fachkreise [§ 10 Abs. 1 HWG]
Verbot Heil-/ErfolgsversprechenEindruck sicheren Erfolgs („heilt garantiert") ist irreführend und unzulässig [§ 3 S. 2 Nr. 2 Buchst. a HWG]
Verbot bei Laien — EmpfehlungenEmpfehlungen von Wissenschaftlern, im Gesundheitswesen tätigen Personen oder Personen, die aufgrund ihrer Bekanntheit zum Arzneimittelverbrauch anregen können (Prominente) [§ 11 Abs. 1 S. 1 Nr. 2 HWG]
Verbot bei Laien — Vorher-/Nachher-Bilderbei operativen plastisch-chirurgischen Eingriffen verboten [§ 11 Abs. 1 S. 3 Nr. 1 HWG]; sonst nur missbräuchliche, abstoßende oder irreführende bildliche Darstellungen [§ 11 Abs. 1 S. 1 Nr. 5 HWG]
Verbot bei Laien — KrankengeschichtenWiedergabe von Krankengeschichten, wenn missbräuchlich, abstoßend, irreführend oder zur falschen Selbstdiagnose verleitend [§ 11 Abs. 1 S. 1 Nr. 3 HWG]
Werbeverbot bestimmte KrankheitenPublikumswerbung mit Bezug auf die Krankheiten der Anlage zu § 12 (z. B. bestimmte schwere Erkrankungen) verboten [§ 12 HWG]
Influencer-MarketingHWG gilt medienunabhängig, also auch für Social-Media- und Influencer-Werbung; zusätzlich Kennzeichnungspflichten nach UWG/MStV
Affiliate-Links Arzneimittelunter HWG-Regeln; bei verschreibungspflichtig grundsätzlich unzulässig
Schönheitsoperationenkein Totalverbot; verboten sind Vorher-/Nachher-Darstellungen und Werbung, die sich ausschließlich oder überwiegend an Kinder und Jugendliche richtet [§ 11 Abs. 1 S. 3 Nr. 1 und 2 HWG]
Werbung für KinderArzneimittel-Werbemaßnahmen, die sich ausschließlich oder überwiegend an Kinder unter 14 Jahren richten, sind verboten [§ 11 Abs. 1 S. 1 Nr. 12 HWG]
Apotheken-Werbung Bonistrenge Grenzen, Bonus auf verschreibungspflichtige AM verboten
Ärztliche WerbungBerufsordnung Ärzte + HWG; sachliche Information zulässig [§ 27 MBO-Ä]
Pflichtangaben „Zu Risiken und Nebenwirkungen…"Pflicht in Publikumswerbung [§ 4 Abs. 3 HWG]
Ordnungswidrigkeitbis 50.000 €; fahrlässige irreführende Werbung bis 20.000 € [§ 15 Abs. 3 HWG]
Straftatvorsätzliche irreführende Werbung (§ 3 HWG): Freiheitsstrafe bis 1 Jahr oder Geldstrafe [§ 14 HWG]
AufsichtLandesbehörden + ggf. Wettbewerbszentrale + Verbraucherverbände (UWG)
Verbraucherzentralen-Klagenklassenweise möglich [UKlaG]
Verbindung zu UWGparallele Wettbewerbsrechtsverstöße möglich [§ 3a UWG]

Häufige Fehler

Änderungsverlauf

Quellen

Letzte Änderung:
2026-09-05
Letzte Prüfung:
2026-09-05
In Kraft seit:
2012-10-26
Status:
In Kraft
Quellen-Autorität:
A
Lizenz:
CC BY 4.0