Bundeskabinett beschließt Windenergie-auf-See-Gesetz – Differenzverträge, 35 Jahre Regellaufzeit und NZIA-Kriterien für Cybersicherheit
# Bundeskabinett beschließt Windenergie-auf-See-Gesetz – Differenzverträge, 35 Jahre Regellaufzeit und NZIA-Kriterien für Cybersicherheit
Kurzmeldung
Das Bundeskabinett hat in seiner Sitzung am 2. September 2026 den Entwurf eines Gesetzes zur Optimierung und Absicherung des Ausbaus der Windenergie auf See beschlossen. Die Bundesregierung veröffentlichte die Meldung dazu am 3. September 2026. Kern des Entwurfs sind die Einführung von Differenzverträgen (Contracts for Difference, CfD) für Offshore-Windenergie, eine Verlängerung der Regellaufzeit von 25 auf 35 Jahre und zusätzliche Kriterien für Cybersicherheit und Resilienz aus der Umsetzung des EU-Net-Zero Industry Act. Die Ausbauziele bleiben nach Angaben der Bundesregierung unverändert.
Kernfakten
| Punkt | Wert | |---|---| | Datum | 2026-09-02 (Kabinettssitzung); Meldung der Bundesregierung 2026-09-03 | | Gericht/Institution | Bundeskabinett; federführend Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) | | Aktenzeichen | Entwurf eines Gesetzes zur Optimierung und Absicherung des Ausbaus der Windenergie auf See | | Rechtsgrundlage | Windenergie-auf-See-Gesetz (WindSeeG); Umsetzung des Net-Zero Industry Act, VO (EU) 2024/1735 | | Wirkung | Regierungsentwurf beschlossen; Beratung in Bundestag und Bundesrat steht aus. Kein geltendes Recht |
Was das bedeutet
Die Bundesregierung nennt in ihrer Meldung vier Regelungsschwerpunkte:
- Systemkosten und Wirtschaftlichkeit: Die Systemkosten der Offshore-Windenergieanlagen sollen durch eine Optimierung der Netzanbindungen gesenkt werden. Zusätzlich sieht der Entwurf eine Erhöhung der Regellaufzeit von 25 auf 35 Jahre vor.
- Differenzverträge (CfD): Analog zur Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes werden auch für die Offshore-Windenergie Differenzverträge eingeführt. Den Betreibern wird ein Mindeststrompreis abgesichert; darüber hinausgehende Erlöse werden abgeschöpft und entlasten den Bundeshaushalt.
- Cybersicherheit und Resilienz: Mit der Umsetzung des Net-Zero Industry Act (NZIA) der Europäischen Union werden zusätzliche Kriterien unter anderem für Cybersicherheit und Widerstandsfähigkeit eingeführt. Ziel ist nach Darstellung der Bundesregierung, einseitige Abhängigkeiten von Drittstaaten zu begrenzen.
- Meeresnaturschutz: Der Meeresnaturschutz bleibt zentraler Bestandteil der Genehmigungsverfahren.
Für Projektierer und Betreiber von Offshore-Windparks ändert sich damit die Erlösmechanik: Statt reiner Ausschreibungslogik tritt eine zweiseitige Absicherung über den CfD, die Investitionsrisiken senkt, zugleich aber Erlösobergrenzen setzt. Die verlängerte Regellaufzeit verbessert die Amortisationsrechnung über die gesamte Projektdauer. Für Zulieferer und Hersteller werden über die NZIA-Umsetzung erstmals Nicht-Preis-Kriterien wie Cybersicherheit und Lieferketten-Resilienz in den Vergabeprozess einbezogen. Bundeswirtschafts- und Energieministerin Katherina Reiche verbindet mit der Reform nach der Meldung „mehr Investitionssicherheit, realistischere Auktionen und eine bessere Nutzung der Leitungen".
Wichtig: Ein Kabinettsbeschluss ist kein geltendes Recht. Der Regierungsentwurf muss das parlamentarische Verfahren in Bundestag und Bundesrat durchlaufen; die genannten Parameter können sich dabei noch ändern. Verbindlich werden sie erst mit Verkündung im Bundesgesetzblatt. Eine Nachmeldung erfolgt bei Verabschiedung bzw. BGBl-Verkündung.
Für vertiefte Information
- [Net-Zero Industry Act (VO 2024/1735) – 40-%-Fertigungsbenchmark 2030, Genehmigungsfristen & CO2-Speicherpflicht](/fakten/eu-net-zero-industry-act-2024-1735.html)
- [Strommarktdesign 2025 – Dynamische Tarife, smarte Messgeräte, Netzentgelte](/fakten/strommarktdesign-2025.html)
- [EEG-Novelle 2027 – Direktvermarktungspflicht, 50-Prozent-Einspeisegrenze und Direktvermarktungsbonus für PV (Regierungsentwurf)](/fakten/eeg-novelle-2027-pv-direktvermarktung.html)
Quelle
- Bundesregierung, „Für bezahlbare Windenergie auf See" (Im Kabinett beschlossen), veröffentlicht 03.09.2026 — https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/kabinett-windenergie-auf-see-gesetz-2451190
- Regierungspressekonferenz vom 2. September 2026 (Tagesordnung der Kabinettssitzung, Punkt „Entwurf eines Gesetzes zur Optimierung und Absicherung des Ausbaus der Windenergie auf See") — https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/regierungspressekonferenz-vom-2-september-2026-2451314
Stand
- News-Publikation: 2026-09-06
- Ereignis-Datum: 2026-09-02
- Rechtsbereich: Allgemein
- Autorität: A
- Lizenz: CC BY 4.0