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BGH VI ZR 64/24 — EuGH-Vorlage zur Haftung von Betreibern sozialer Netzwerke für falsche Tatsachenbehauptungen (DSGVO, E-Commerce-RL, DSA)

Veröffentlicht: 2026-10-27 · Ereignis: 2026-10-27 · rechtsprechung

# BGH VI ZR 64/24 — EuGH-Vorlage zur Haftung von Betreibern sozialer Netzwerke für falsche Tatsachenbehauptungen (DSGVO, E-Commerce-RL, DSA)

Kurzmeldung

Der VI. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat am 27. Oktober 2026 im Verfahren VI ZR 64/24 nach der Verhandlung desselben Tages das Revisionsverfahren ausgesetzt und dem Gerichtshof der Europäischen Union sechs Fragen vorgelegt. Es geht darum, welche Ansprüche Betroffene gegen den Betreiber eines sozialen Netzwerks haben, wenn dort falsche Tatsachenbehauptungen verbreitet werden (wechselseitige Revisionen; Pressemitteilung Nr. 204/2026).

Kernfakten

| Punkt | Wert | |---|---| | Datum | 2026-10-27 (Vorlagebeschluss und Pressemitteilung) | | Gericht/Institution | Bundesgerichtshof, VI. Zivilsenat | | Aktenzeichen | VI ZR 64/24 | | Rechtsgrundlage | Art. 4 Nr. 7, Art. 82 DSGVO; Art. 12–15 (u. a. Art. 14 Abs. 1, Art. 15) RL 2000/31/EG; Art. 3 Buchst. g Ziff. iii und i, Art. 6 Abs. 1, Art. 8 VO (EU) 2022/2065 (DSA) | | Vorinstanzen | OLG Frankfurt a. M., Urteil vom 25.01.2024 – 16 U 65/22; LG Frankfurt a. M., Urteil vom 08.04.2022 – 2-03 O 188/21 | | Wirkung | Verfahren ausgesetzt bis zur Entscheidung des EuGH |

Was das bedeutet

Der BGH legt dem EuGH unter anderem vor, ob ein Betreiber, der Nutzerinhalte nur speichert und bereitstellt, datenschutzrechtlich Verantwortlicher im Sinn von Art. 4 Nr. 7 DSGVO ist, ob er die Haftungsprivilegien der E-Commerce-Richtlinie und des DSA (Art. 6 Abs. 1 DSA) auch dann beanspruchen kann, wenn er Inhalte algorithmisch auswählt, ordnet oder empfiehlt, und ob diese Privilegien auch gegenüber Schadensersatzansprüchen nach Art. 82 DSGVO gelten. Weitere Fragen betreffen, ob Art. 15 der E-Commerce-Richtlinie bzw. Art. 8 DSA einer Pflicht entgegenstehen, sinngleiche Inhalte manuell und eigenständig zu prüfen, statt nur mit automatisierten Mitteln auf geringfügige Wortlautabweichungen. Bis zur Antwort des EuGH bleibt die Rechtslage für Plattformbetreiber und Betroffene in Deutschland offen; die Pressemitteilung nennt weder Parteien noch die Gründe des Senats für die Vorlage.

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