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EU-F-Gase-Verordnung (VO 2024/573) – Kältemittel-Verbote für Wärmepumpen & Klimaanlagen ab 2027 In Kraft

Inhaltlich verantwortlich: Andreas Warkentin (warepoint-media GbR) · letzte Änderung: 2026-10-25 · letzte Prüfung: 2026-10-25 · Quellen-Autorität A Fehler melden ✉
Kurzantwort Die **Verordnung (EU) 2024/573** vom **7. Februar 2024** über fluorierte Treibhausgase („F-Gase-Verordnung") ersetzt die VO (EU) Nr. 517/2014. Sie wurde am **20. Februar 2024** im Amtsblatt veröffentlicht und ist am **11. März 2024** in Kraft getreten ([Art. 38](https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2024/573/oj); [EU-Kommission](https://climate.ec.europa.eu/eu-action/fluorinated-greenhouse-gases/f-gas-legislation/f-gas-legislation_en)). Als **EU-Verordnung gilt sie unmittelbar in Deutschland** – national werden nur Zuständigkeiten, Sachkunde-Details und Bußgelder geregelt (Chemikalien-Klimaschutzverordnung, Chemikaliengesetz). Für Hausbesitzer und Handwerk entscheidend sind die **Inverkehrbringensverbote nach [Anhang IV](https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2024/573/oj)**: Ab **1. Januar 2027** dürfen u. a. **Luft-Wasser-Split-Wärmepumpen bis 12 kW** und **Monoblock-Wärmepumpen/Klimageräte bis 12 kW** mit Kältemitteln mit einem **GWP ≥ 150** (z. B. **R32, GWP 675**) nicht mehr neu in Verkehr gebracht werden – vorbehaltlich der Sicherheitsausnahme. Es folgen **Luft-Luft-Splitgeräte bis 12 kW (2029)**, ein **vollständiges F-Gas-Verbot für Monoblöcke bis 12 kW (2032)** und für **Splitsysteme bis 12 kW (2035)**. **Betrieb, Wartung und Reparatur bestehender Anlagen bleiben erlaubt**; verboten ist das *erstmalige Inverkehrbringen* neuer Geräte. Natürliche Kältemittel wie **R290 (Propan)** sind keine F-Gase und von den Verboten nicht erfasst. Die HFKW-Menge auf dem EU-Markt sinkt per Quote bis **2050 auf null**.

Kernfakten

PunktWert
EU-RechtsaktVerordnung (EU) 2024/573 über fluorierte Treibhausgase, zur Änderung der RL (EU) 2019/1937 und zur Aufhebung der VO (EU) Nr. 517/2014 – EUR-Lex ELI
Erlassdatum7. Februar 2024
VeröffentlichungABl. L, 2024/573, 20. Februar 2024; Berichtigung ABl. L vom 24.03.2025
Inkrafttreten11. März 2024 (20. Tag nach Veröffentlichung, Art. 38)
RechtsnaturEU-Verordnung – unmittelbar anwendbar, kein Umsetzungsgesetz nötig
Absichtliche Freisetzungverboten, sofern nicht technisch notwendig (Art. 4 Abs. 1)
LeckageReparatur „unverzüglich"; Nachkontrolle frühestens 24 h, spätestens 1 Monat nach Reparatur (Art. 4 Abs. 5–6)
Dichtheitskontrolle – Schwelleab 5 t CO₂-Äq. (bzw. 1 kg Anhang-II-Gase) (Art. 5 Abs. 1)
Ausnahme hermetisch geschlossen< 10 t CO₂-Äq.; in Wohngebäuden < 3 kg F-Gas (gekennzeichnet) → keine Dichtheitskontrolle (Art. 5 Abs. 1)
Prüfintervalle< 50 t: 12 Monate (24 mit Leckage-Erkennung); 50–500 t: 6 Monate (12); ≥ 500 t: 3 Monate (6) (Art. 5 Abs. 6)
Leckage-ErkennungssystemPflicht ab 500 t CO₂-Äq.; Funktionsprüfung alle 12 Monate (Art. 6)
Aufzeichnungenje Anlage, Aufbewahrung mind. 5 Jahre (Art. 7)
Verkauf an Endnutzernicht hermetisch geschlossene, befüllte Geräte (z. B. Split-Klima) nur mit Nachweis der Installation durch zertifizierten Betrieb (Art. 11 Abs. 7)
Split-Wärmepumpe Luft-Wasser ≤ 12 kWVerbot GWP ≥ 150 ab 01.01.2027 (Anhang IV Nr. 9 b)
Monoblock-Klima/Wärmepumpe ≤ 12 kWVerbot GWP ≥ 150 ab 01.01.2027 (bei Sicherheitsausnahme max. GWP 750); alle F-Gase ab 01.01.2032 (Anhang IV Nr. 8 b, c)
Monoblock 12–50 kWVerbot GWP ≥ 150 ab 01.01.2027 (Anhang IV Nr. 8 d)
Split Luft-Luft ≤ 12 kW (Klimasplit)Verbot GWP ≥ 150 ab 01.01.2029 (Anhang IV Nr. 9 c)
Splitsysteme ≤ 12 kWalle F-Gase verboten ab 01.01.2035 (Anhang IV Nr. 9 d)
Splitsysteme > 12 kWGWP ≥ 750 ab 2029, GWP ≥ 150 ab 2033 (Anhang IV Nr. 9 e, f)
Haushaltskühl-/Gefriergerätealle F-Gase verboten seit 01.01.2026 (Anhang IV Nr. 2 b)
Wartungsverbot Klima/WärmepumpenNeuware mit GWP ≥ 2500 (z. B. R404A) seit 01.01.2026 verboten; aufgearbeitete/recycelte Gase bis 31.12.2031 erlaubt (Art. 13 Abs. 4)
HFKW-AusstiegMarktmenge per Quote schrittweise bis 2050 = 0 (EU-Kommission)
SanktionenMitgliedstaaten; Höchstbetrag mind. 5-facher Marktwert der Gase/Geräte, bei Wiederholung binnen 5 Jahren mind. 8-fach; Einziehung, Marktrücknahme (Art. 31)
QuotenüberschreitungKürzung künftiger Quote um 200 % der Überschreitung (Art. 31 Abs. 5)
DE-DurchführungChemikalien-Klimaschutzverordnung (ChemKlimaschutzV) vom 14.04.2026 (BGBl. 2026 I Nr. 100), in Kraft seit 17.04.2026, ersetzt die ChemKlimaschutzV 2008; Sanktionen: § 16 ChemKlimaschutzV i. V. m. § 26 ChemG sowie §§ 12, 13 ChemSanktionsV (Straftaten/Ordnungswidrigkeiten nach VO 2024/573)
Betroffener NutzerkreisHersteller, Händler und Importeure von Klima-/Kälte-/Wärmepumpengeräten; SHK- und Kälte-Fachbetriebe; Betreiber (Unternehmen, Vermieter, Eigentümer)

Geltungsbereich

Die Verordnung erfasst fluorierte Treibhausgase nach Anhang I–III (u. a. HFKW wie R32, R410A, R134a, R404A sowie SF₆) und regelt Emissionsvermeidung, Dichtheitskontrollen, Rückgewinnung, Zertifizierung, Inverkehrbringensverbote, Verwendungsverbote, Quoten und Handel (Ein-/Ausfuhrlizenzen).

Wer ist „Betreiber"? Nach Art. 3 Nr. 5 das Unternehmen, das die tatsächliche Kontrolle über das technische Funktionieren der Einrichtung ausübt. Betreiberpflichten (Dichtheitskontrolle, Aufzeichnungen) treffen damit vor allem gewerbliche Betreiber. Private Haushalte sind praktisch vor allem über Kaufbeschränkungen (Art. 11 Abs. 7 – Montage nur durch zertifizierten Betrieb) und die Gerätewahl betroffen. Kleine hermetisch geschlossene Geräte in Wohngebäuden mit < 3 kg F-Gas sind von der Dichtheitskontrolle befreit.

Nicht erfasst: Geräte mit natürlichen Kältemitteln (R290/Propan, R744/CO₂, R717/Ammoniak) – sie enthalten keine F-Gase im Sinne der Anhänge.

Details

Was „Verbot des Inverkehrbringens" bedeutet

Verboten ist das erstmalige Bereitstellen auf dem EU-Markt (bzw. die Zollfreigabe) nach dem jeweiligen Stichtag (Art. 11 Abs. 1). Geräte, die vor dem Stichtag rechtmäßig in Verkehr gebracht wurden (Lagerware), dürfen weiter verkauft und installiert werden. Ein Jahr nach dem jeweiligen Stichtag ist die Weitergabe solcher Lagerware aber nur noch mit Nachweis zulässig, dass sie rechtmäßig vor dem Stichtag in Verkehr gebracht wurde. Für R32-Luft-Wasser-Split-Wärmepumpen ≤ 12 kW heißt das: Nachweispflicht ab 1. Januar 2028.

Ersatzteile für bestehende Geräte bleiben erlaubt, solange die Reparatur weder Leistung noch Füllmenge erhöht und nicht auf ein Gas mit höherem GWP umstellt.

Sicherheitsausnahme

Viele Verbote gelten „außer wenn dies zur Einhaltung der Sicherheitsanforderungen am Standort erforderlich ist". Bei Monoblöcken ≤ 50 kW gilt dann ein GWP-Höchstwert von 750. Die Ausnahme ist einzelfallbezogen (z. B. wenn brennbare Kältemittel wie R290 am Aufstellort sicherheitstechnisch nicht zulässig sind) und kein genereller Freifahrtschein – sie muss begründet und dokumentiert werden.

Wärmepumpen-Kauf 2026/2027 – Praxis

Wartungsverbote (Art. 13)

Seit 1. Januar 2025 ist frisches F-Gas mit GWP ≥ 2500 zur Wartung aller Kälteanlagen verboten, seit 1. Januar 2026 auch für Klimaanlagen und Wärmepumpen. Aufgearbeitete oder selbst recycelte Gase bleiben bis 2030 (Kälte) bzw. 2032 (Klima/Wärmepumpen) erlaubt. Ab 1. Januar 2032 gilt für ortsfeste Kälteanlagen (ohne Kühler) ein Wartungsverbot für Neuware mit GWP ≥ 750.

Zertifizierung und Kaufbeschränkung

Kältemittel dürfen nur zertifizierte Personen bzw. Betriebe kaufen und verarbeiten (Art. 10, 11 Abs. 6). Der Verkäufer muss Käuferdaten und Zertifikatsnummern 5 Jahre aufzeichnen (Art. 7 Abs. 3). Wer ein befülltes Split-Klimagerät an Endkunden verkauft, braucht den Nachweis, dass ein zertifizierter Betrieb installiert – und muss dies 5 Jahre dokumentieren (Art. 7 Abs. 4).

Sanktionen und Beweislast

Die Verordnung gibt den Mitgliedstaaten einen Mindest-Höchstrahmen vor: Bei illegalem Inverkehrbringen, Einfuhr oder Verwendung muss der Bußgeld-Höchstbetrag mindestens das Fünffache des Marktwerts betragen, bei Wiederholung binnen fünf Jahren mindestens das Achtfache (Art. 31 Abs. 4). Zusätzlich drohen Einziehung, Marktrücknahme und vorübergehende Tätigkeitsverbote. Illegal in Verkehr gebrachte Geräte dürfen nicht weiterverwendet oder weitergegeben werden (Art. 11 Abs. 1 UAbs. 3). Die Nachweislast für rechtmäßiges Inverkehrbringen von Lagerware, für die Sicherheitsausnahme und für Dichtheitskontrollen (Aufzeichnungen) liegt beim Händler bzw. Betreiber.

Deutsche Durchführung

Die neue Chemikalien-Klimaschutzverordnung (ChemKlimaschutzV) vom 14. April 2026 (BGBl. 2026 I Nr. 100) ist am 17. April 2026 in Kraft getreten und ersetzt die ChemKlimaschutzV vom 2. Juli 2008; sie dient ausdrücklich der Durchführung der VO (EU) 2024/573. Sie regelt u. a. nationale Grenzwerte für den spezifischen Kältemittelverlust ortsfester Einrichtungen (§ 2), die Rücknahmepflicht der Hersteller und Vertreiber für verwendete fluorierte Treibhausgase (§ 4), Sachkundebescheinigungen, Auffrischungskurse (alle sieben Jahre, anzuwenden ab 13.03.2029) und Unternehmenszertifikate (§§ 5–12), deutschsprachige Kennzeichnungsinformationen (§ 13), Betreiberpflichten (§ 14) sowie Verkaufs- und Erwerbsbeschränkungen (§ 15, u. a. Verkauf von Einrichtungen nach Art. 11 Abs. 7 nur bei schriftlichem Nachweis der Installation durch zertifiziertes Personal). Bisherige Sachkundebescheinigungen und Unternehmenszertifikate gelten bis zum 12. März 2029 fort (§ 17 Abs. 2, 5). Bußgeldtatbestände für die nationalen Pflichten stehen in § 16 ChemKlimaschutzV (i. V. m. § 26 ChemG bzw. § 69 KrWG); Straftaten und Ordnungswidrigkeiten bei Verstößen gegen die VO (EU) 2024/573 selbst regeln die §§ 12 und 13 der Chemikalien-Sanktionsverordnung (ChemSanktionsV).

Häufige Fehler

Änderungsverlauf

Stand

Quellen

Letzte Änderung:
2026-10-25
Letzte Prüfung:
2026-10-25
In Kraft seit:
2024-03-11
Status:
In Kraft
Quellen-Autorität:
A
Lizenz:
CC BY 4.0