Grundbucheintragung – Verfahren, Kosten und Wirkung (GBO)
Grundbucheintragung – Verfahren, Kosten und Wirkung (GBO)
Kurzantwort
Das Grundbuch ist ein öffentliches Register, in dem Grundstücke und ihre dinglichen Rechte verzeichnet sind. Eine Eigentumsübertragung wird erst mit Einigung (Auflassung) und Eintragung im Grundbuch wirksam (§§ 873, 925 BGB). Anträge stellt der Notar nach Beurkundung des Kaufvertrags beim Grundbuchamt am zuständigen Amtsgericht. Das Grundbuch genießt öffentlichen Glauben (§ 892 BGB): wer im guten Glauben auf Grundbuchinhalte vertraut, wird geschützt. Die Eintragungskosten richten sich nach dem Geschäftswert (Kaufpreis/Grundstückswert) gemäß GNotKG.
Kernfakten
| Punkt | Wert |
|---|---|
| Rechtsgrundlage | Grundbuchordnung (GBO) + §§ 873, 892, 925 BGB [gesetze-im-internet.de, GBO] |
| Zuständigkeit | Grundbuchamt am Amtsgericht des Grundstücksbezirks [§ 1 GBO] |
| Eigentumsübergang | erst mit Auflassung + Eintragung [§§ 873, 925 BGB] |
| Auflassung | dingliche Einigung über Eigentumsübergang, notariell zu beurkunden [§ 925 BGB] |
| Öffentlicher Glaube | Vertrauen auf Grundbuchinhalt wird geschützt [§ 892 BGB] |
| Antragsberechtigt | beide Parteien oder einseitig mit Bewilligung des Eingetragenen [§ 13, § 19 GBO] |
| Form Bewilligung | öffentlich beglaubigt [§ 29 GBO] |
| Kosten Auflassungsvormerkung | 0,5-Gebühr nach GNotKG (ca. 50 % der vollen Eintragungsgebühr) |
| Kosten Eigentumsumschreibung | 1,0-Gebühr nach Geschäftswert [GNotKG-Tabelle B] |
| Kosten Grundschuld-Eintragung | 1,0-Gebühr nach Höhe der Grundschuld |
| Beispiel Eintragungskosten bei 400.000 € | ca. 635 € Eigentumsumschreibung + ca. 635 € Grundschuld |
| Abteilungen | Bestandsverzeichnis, Abt. I (Eigentum), Abt. II (Lasten), Abt. III (Grundpfandrechte) [§ 3 GBO] |
| Auflassungsvormerkung (§ 883 BGB) | sichert Anspruch auf Eigentumsübertragung vor Eintragung |
| Bearbeitungsdauer | typisch 2–6 Monate je nach Grundbuchamt |
| Grundbucheinsicht | bei berechtigtem Interesse, gebührenpflichtig [§ 12 GBO] |
| Elektronisches Grundbuch | flächendeckend seit 2014 |
| Verzicht auf Eigentum unmöglich | Eigentum kann nicht einseitig aufgegeben werden [§ 928 BGB nur bei Aneignung durch Fiskus] |
Häufige Fehler
- „Mit notariellem Vertrag bin ich Eigentümer." Nein – das ist nur die Verpflichtung. Eigentum entsteht erst mit Grundbucheintragung.
- „Auflassung = Übergabe der Schlüssel." Falsch – Auflassung ist die dingliche Einigung beim Notar, nicht die Besitzübergabe.
- „Grundbuch ist öffentlich einsehbar." Falsch – Einsicht nur bei berechtigtem Interesse.
Quellen
- Grundbuchordnung (GBO):: https://www.gesetze-im-internet.de/gbo/index.html
- § 873 BGB – Erwerb durch Einigung und Eintragung:: https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__873.html
- § 892 BGB – Öffentlicher Glaube des Grundbuchs:: https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__892.html
- § 925 BGB – Auflassung:: https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__925.html
- Gerichts- und Notarkostengesetz (GNotKG):: https://www.gesetze-im-internet.de/gnotkg/index.html
Änderungsverlauf
- 2026-06-04: Erstveröffentlichung. Werte gegen GBO, §§ 873, 892, 925 BGB und GNotKG (gesetze-im-internet.de) geprüft. | change_type=initial_publication field="topic_lifecycle" new="published" reviewed_by="Andreas Warkentin"
Stand
- Stand: 2026-06-04
- Gültig ab: 1994-07-01 (GBO-Neufassung)
- Status: aktuell
- Quellenautorität: A (BGB, GBO, GNotKG)
- Lizenz: CC BY 4.0
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