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Hinweisgeberschutzgesetz (HinSchG) – Whistleblower-Pflichten

Inhaltlich verantwortet von Andreas Warkentin (warepoint-media GbR) · zuletzt geprüft am 2026-06-06 · Quellenautorität A (amtliche Primärquelle) Fehler melden ✉

Hinweisgeberschutzgesetz (HinSchG) – Whistleblower-Pflichten

Kurzantwort

Das Hinweisgeberschutzgesetz (HinSchG) setzt die EU-Whistleblower-Richtlinie 2019/1937 um. Unternehmen mit ≥ 50 Beschäftigten und alle Behörden müssen interne Meldestellen einrichten, die anonyme und vertrauliche Hinweise auf Verstöße gegen EU- und nationales Recht entgegennehmen (§ 12 HinSchG). Hinweisgeber haben umfassenden Schutz vor Repressalien wie Kündigung, Mobbing oder Abmahnung (§§ 33 ff. HinSchG). Bei Verstoß gegen das Einrichtungsgebot drohen Bußgelder bis 50.000 € (§ 40 HinSchG). Seit 17. Dezember 2023 gilt das Gesetz auch für Unternehmen mit 50–249 Beschäftigten.

Kernfakten

PunktWert
RechtsgrundlageHinweisgeberschutzgesetz (HinSchG) [gesetze-im-internet.de, HinSchG]
EU-GrundlageRichtlinie (EU) 2019/1937 [eur-lex.europa.eu, CELEX:32019L1937]
Inkrafttreten2. Juli 2023
Volle Geltung KMU17. Dezember 2023
Schwellwert Einrichtungspflicht≥ 50 Beschäftigte [§ 12 Abs. 1 HinSchG]
AusnahmeUnternehmen < 50 Beschäftigte (ohne sektorale Sonderregeln)
Sektorale SonderpflichtBanken, Versicherungen, Wertpapierdienstleister unabhängig von Größe [§ 12 Abs. 3 HinSchG]
Interne MeldestellePflicht zur Einrichtung [§ 12 HinSchG]
Externe Meldestellebeim Bundesamt für Justiz (BfJ) [§ 19 HinSchG]
Anonyme Meldungenmüssen verarbeitet werden [§ 16 Abs. 1 HinSchG]
Bestätigung Eingangbinnen 7 Tagen [§ 17 Abs. 1 HinSchG]
Rückmeldung an Hinweisgeberbinnen 3 Monaten [§ 17 Abs. 2 HinSchG]
VertraulichkeitIdentität nur Meldestelle-Beauftragten bekannt [§ 8 HinSchG]
RepressalienverbotKündigung, Abmahnung, Mobbing, Mobilitätsverweigerung [§ 36 HinSchG]
BeweislastumkehrArbeitgeber muss nicht-Repressalie beweisen [§ 36 Abs. 2 HinSchG]
Schadensersatzanspruchbei rechtswidrigem Repressalie [§ 37 HinSchG]
Erfasste VerstößeEU-Recht (Geldwäsche, Datenschutz, Verbraucherschutz, etc.) + nationale Strafbarkeit/OWi [§ 2 HinSchG]
Geschäftsgeheimnis-VerletzungAusnahme: Meldung gilt nicht als Verletzung [§ 6 HinSchG]
Bußgeld fehlende Meldestellebis 20.000 € [§ 40 Abs. 2 Nr. 2 HinSchG]
Bußgeld Repressaliebis 50.000 € [§ 40 Abs. 2 Nr. 5 HinSchG]
Bußgeld Behinderung Meldungbis 50.000 € [§ 40 Abs. 2 Nr. 6 HinSchG]
Konzernlösunggemeinsame Meldestelle für mehrere Tochtergesellschaften zulässig [§ 14 HinSchG]
Dokumentationspflicht3 Jahre Aufbewahrung [§ 11 HinSchG]
DSGVO-KonformitätMeldestelle = Verantwortlicher i.S.d. DSGVO [§ 11 Abs. 2 HinSchG]

Häufige Fehler

Quellen

Änderungsverlauf

Stand