Frist 11.09.2026 – CRA-Meldepflichten für aktiv ausgenutzte Schwachstellen werden in 28 Tagen anwendbar
Kurzmeldung
In 28 Tagen, am 11. September 2026, beginnt nach Art. 71 Abs. 2 der Verordnung (EU) 2024/2847 (Cyber Resilience Act, CRA) die Meldepflicht für aktiv ausgenutzte Schwachstellen und schwere Sicherheitsvorfälle. Das BSI hat diesen Stichtag in seiner Meldung vom 05.08.2026 ausdrücklich bestätigt. Die übrigen Hauptpflichten des CRA gelten erst ab dem 11. Dezember 2027. Die Verordnung selbst ist bereits seit dem 10. Dezember 2024 in Kraft.
Kernfakten
| Punkt | Wert |
|---|---|
| Datum | 2026-09-11 (Beginn der Meldepflichten) |
| Gericht/Institution | Europäische Union; in Deutschland flankierend BSI |
| Aktenzeichen | Verordnung (EU) 2024/2847, CELEX:32024R2847 |
| Rechtsgrundlage | Art. 14 CRA (Meldepflichten), Art. 71 Abs. 2 CRA (Anwendungsbeginn) |
| Wirkung | Meldepflichten anwendbar ab 11.09.2026; vollständige Anwendung der Hauptpflichten ab 11.12.2027 |
Was das bedeutet
Ab dem 11. September 2026 müssen Hersteller von Produkten mit digitalen Elementen aktiv ausgenutzte Schwachstellen und schwere Sicherheitsvorfälle melden. Der CRA sieht dafür ein gestuftes Verfahren vor: eine Frühwarnung innerhalb von 24 Stunden an ENISA und das zuständige CSIRT (Art. 14 Abs. 2 lit. a CRA), eine Meldung innerhalb von 72 Stunden (Art. 14 Abs. 2 lit. b CRA) und ein Abschlussbericht spätestens 14 Tage, nachdem eine Korrektur- oder Risikominderungsmaßnahme zur Verfügung steht (Art. 14 Abs. 2 lit. c CRA). Verstöße gegen Art. 14 können nach Art. 64 Abs. 2 CRA mit Geldbußen bis zu 15 000 000 Euro oder 2,5 % des gesamten weltweiten Jahresumsatzes des Vorjahres geahndet werden, je nachdem, welcher Betrag höher ist. Praktisch heißt das: Betroffene Unternehmen brauchen bis zum Stichtag einen funktionierenden Meldeprozess mit klaren Zuständigkeiten, Eskalationswegen und Kontaktdaten der Meldestellen — 24 Stunden lassen sich nicht improvisieren. Ein verbreiteter Irrtum ist die Annahme, der CRA werde erst 2027 relevant; die Meldepflichten greifen über ein Jahr früher. Als Einstiegshilfe hat das BSI am 05.08.2026 die Technische Richtlinie TR-03183-1 in Version 1.0.0 veröffentlicht (unverbindlich).
Für vertiefte Information
- Cyber Resilience Act (CRA) – CE-Pflichten für Produkte mit digitalen Elementen
- NIS-2 UmsuCG – Cybersecurity-Pflichten für KRITIS und besonders wichtige Einrichtungen
- Verwandte Meldung: BSI veröffentlicht Technische Richtlinie TR-03183-1 Version 1.0.0
Quelle
- Verordnung (EU) 2024/2847 (Cyber Resilience Act), ELI-Permalink: https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2024/2847/oj
- Verordnung (EU) 2024/2847, Amtsblatt-Fassung (DE): https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/?uri=OJ:L_202402847
- BSI, Meldung vom 05.08.2026 mit Bestätigung des Stichtags 11.09.2026: https://www.bsi.bund.de/DE/Service-Navi/Presse/Alle-Meldungen-News/Meldungen/2026/TR-03183_Einstiegshilfe_CRA_260805.html
- BSI, Themenseite Cyber Resilience Act: https://www.bsi.bund.de/DE/Themen/Unternehmen-und-Organisationen/Informationen-und-Empfehlungen/Cyber_Resilience_Act/cyber_resilience_act_node.html
Stand
- News-Publikation: 2026-08-14
- Ereignis-Datum: 2026-09-11
- Rechtsbereich: Datenschutz und IT-Sicherheit
- Autorität: A
- Lizenz: CC BY 4.0